Besenginster – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Cytisus scoparius (L.) Link

ca. 5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 

🌿 Besenginster – Auf einen Blick

  • Familie: Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae)
  • Wuchshöhe: 1 bis 2 m, selten bis 3 m
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Verwendete Pflanzenteile: noch nicht geöffnete Blütenknospen
  • Wichtig: die ganze Pflanze ist giftig (Spartein); nicht in der Schwangerschaft, bei Bluthochdruck und zusammen mit MAO-Hemmstoffen

Volksmund: Besenginster, Besenkraut, Besenstrauch, Besenpfriem, Bram, Geißenklee, Gelbe Scharte, Gelster, Gilbkraut, Gilster, Ginsterkraut, Gierst, Mägdebusch, Rehweide

Besenginster (Cytisus scoparius): leuchtend gelbe Schmetterlingsblüten und Knospen an dünnen, grünen Zweigen in Nahaufnahme

Besenginster von foxypar4, CC BY-SA 2.0

Steckbrief von Besenginster

Steckbrief des Besenginsters
Wissenschaftlicher Name Cytisus scoparius (L.) Link
Familie Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae)
Wuchshöhe 1 bis 2 m, selten bis 3 m
Verwendung innerlich und äußerlich

Aus den Fasern des Besenginsters stellte man früher ein der Jute ähnliches Gewebe her. In der Naturheilkunde benutzte man bereits im Mittelalter die noch nicht geöffneten Blütenknospen und junge Zweigspitzen. Die reifen Samen des Besenginsters enthalten in größeren Mengen das herzwirksame Spartein und die blutdrucksteigernde Aminosäure Tyramin. Die harntreibende Wirkung des Besenginsters ist wahrscheinlich den Flavonoiden zuzuschreiben. Der Besenginster ist ein bis zu 2 m hochwachsender, dornenloser Strauch mit dünnen, rutenförmigen Zweigen. Diese sind in den unteren Bereichen mit kleinen, kurz gestielten dreizähligen Blättern, an den oberen Bereichen der Zweige meist nur mit einfachen Blättern bewachsen. Die von Mai bis in den Juni erscheinenden, goldgelb gefärbten Blüten des Besenginsters bilden sich einzeln oder in Zweiergruppen in den Blattachseln.

Die Pflanzen wachsen meist in größeren Beständen auf Heidelandschaften und in lichten Wäldern. Der Besenginster bevorzugt bei der Standortwahl kalkarme Sand- und Silikatböden. Häufig findet man den Besenginster an Bahndämmen und Straßenböschungen. Er wird auch als Bodenverbesserer angepflanzt, da er den Boden mit Stickstoff anreichert.

Standort von Besenginster

Der Besenginster kommt ursprünglich in fast allen Ländern Europas vor; im Bergell steigt er bis in Höhen von 1620 m. Bevorzugte Standorte dieser Pflanzen sind Heidelandschaften und lichte Wälder mit kalkarmen Böden. Der Besenginster besitzt eine große Ähnlichkeit mit dem Färberginster und dem Pfriemenginster. Die Pflanzen sind leicht zu verwechseln!

Heilkraft von Besenginster

In der Volksmedizin werden dem Besenginster folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • gefäßverengend und blutdruckerhöhend

    Gefäßverengend heißt, dass sich Blutgefäße verengen; dadurch steigen Gefäßwiderstand und Blutdruck.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • herzregulierend

    Herzregulierend nennt die Volksheilkunde Mittel, die den Herzschlag beeinflussen, also verstärken, verlangsamen oder regeln sollen.

Verwendete Pflanzenteile von Besenginster

In der Naturheilkunde verwendet man von dem Besenginster nur die noch nicht geöffneten Blütenknospen.

Inhaltsstoffe von Besenginster

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Alkaloide, Tyramin, Flavonoide, Gerbstoff, Bitterstoff, ätherische Öle und Mineralsalze.

Anwendung von Besenginster

Der Besenginster wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Besenginster in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Blutdruck, niedriger

    Anregende Hausmittel und Kräuter, die den Kreislauf bei niedrigem Blutdruck in Schwung bringen können.

  • Steinerkrankungen

    Überlieferte Kräuter, die bei Nieren- und Gallensteinen begleitend genannt werden.

⚠️ Hinweis: Der Besenginster ist in allen Teilen giftig (Spartein); Vergiftungen äußern sich unter anderem durch Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufkollaps und Rhythmusstörungen – siehe Sicherheitshinweise.

Verhalten bei Vergiftungen
Verzeichnis der stark giftigen Pflanzen

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Besenginster - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Besenginster

Wie sieht der Besenginster aus?

Der Besenginster ist ein bis zu 2 m hochwachsender, dornenloser Strauch mit dünnen, rutenförmigen Zweigen. Die von Mai bis in den Juni erscheinenden, goldgelb gefärbten Blüten des Besenginsters bilden sich einzeln oder in Zweiergruppen in den Blattachseln.

Womit kann man den Besenginster verwechseln?

Der Besenginster besitzt eine große Ähnlichkeit mit dem Färberginster und dem Pfriemenginster. Die Pflanzen sind leicht zu verwechseln!

Welche Teile des Besenginsters werden verwendet?

In der Naturheilkunde verwendet man von dem Besenginster nur die noch nicht geöffneten Blütenknospen.

Wie giftig ist der Besenginster?

Die Giftzentrale Bonn (Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW) stuft den Besenginster als gering giftig bis giftig ein. Vergiftungen mit Besenginster sind selten; bei Erwachsenen ist ab 0,3 g Spartein mit Vergiftungserscheinungen zu rechnen.

Wer sollte Besenginster nicht anwenden?

Nach Altmeyers Enzyklopädie, die die Monographie der Kommission E wiedergibt, sind Gegenanzeigen eine Schwangerschaft (Steigerung des Tonus des Uterus) und Bluthochdruck. Aufgrund des Tyramingehalts kann es bei einer gleichzeitigen Einnahme von MAO-Hemmstoffen zu einer Blutdruckkrise kommen.