Bibernelle – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Pimpinella major (L.) Huds.

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🌿 Bibernelle – Auf einen Blick

  • Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
  • Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
  • Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln
  • Wichtig: beim Sammeln Verwechslungsgefahr mit giftigem Schierling – im Zweifel stehen lassen

Volksmund: Große Pimpernelle

Große Bibernelle (Pimpinella major): weiße Blütendolden über gefiederten, gesägten Blättern

Bibernelle von Llez, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Bibernelle

Steckbrief der Bibernelle
Wissenschaftlicher NamePimpinella major (L.) Huds.
FamilieDoldenblütler (Apiaceae)
Wuchshöhe30 bis 100 cm
Verwendunginnerlich und äußerlich

Die beiden in Mitteleuropa am häufigsten zu findenden, wild vorkommenden Bibernellarten sind die Pimpinella major (Große Bibernelle) und die Pimpinella saxifraga (Kleine Bibernelle). Beide ähneln dem zur gleichen Gattung gehörenden Anis. Die Bibernellen unterscheiden sich äußerlich von dem als Gewürzpflanze kultivierten Anis an ihren kahlen Früchten und den Stängelspitzen. Diese sind beim Anis deutlich behaart, die Stängelspitzen der Bibernellen sind hingegen unbehaart.

Die im unteren Bereich der Großen Bibernelle wachsenden Blätter sind kräftig gefiedert, mit vier bis acht eiförmigen, scharf gesägten Blättchen. Das Endblättchen ist meist dreilappig. Die oberen Blätter der Großen Bibernelle sitzen auf den leicht bauchigen Blattscheiden, während die unteren Blätter deutliche Stiele bilden. Eine Rosette grundständiger und ungeteilter Blätter, wie sie der Anis bildet, ist bei den Bibernellen nur während des Winters bis zum Heranwachsen der neuen Blätter zu beobachten. Die Wurzeln der Großen Bibernelle laufen an der Luft bläulich an. Die Heilpflanze riecht etwas unangenehm, leicht bockartig.

Der Großen und der Kleinen Bibernelle werden die gleichen medizinischen Eigenschaften zugeschrieben. Aus diesem Grund kann man auch beide Bibernellenarten in der Naturheilkunde verwenden. Eine besondere Wirksamkeit sagt man den Bibernellen bei der Behandlung von Angina und Bronchitis nach.

Standort von Bibernelle

Bibernelle wächst in Europa, im Kaukasus und in Nordamerika bis in Höhen von 1800 m. Der bevorzugte Standort der Großen Bibernelle sind lichte Wälder und Wildwiesen, bevorzugt Fettwiesen mit humusreichen, lehmigen und nährstoffreichen Böden.

Heilkraft von Bibernelle

In der Volksmedizin werden der Bibernelle folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • appetitanregend

    Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.

  • auswurffördernd

    Schleimlösend bzw. auswurffördernd (expektorierend) nennt man Mittel (Expektoranzien), die den Auswurf von Bronchialschleim erleichtern sollen, indem sie ihn vermehren oder verflüssigen.

  • entzündungshemmend

    Entzündungshemmend heißt, dass eine Entzündung abgeschwächt wird, ohne dass ihre Ursache beseitigt ist.

  • menstruationsregulierend

    Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.

  • milchtreibend

    Milchtreibend nennt man Mittel (Galaktagoga), die die Milchbildung in der Brust anregen.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

  • wundheilend

    Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.

Verwendete Pflanzenteile von Bibernelle

In der Naturheilkunde verwendet man von der Großen Bibernelle die vom Frühjahr bis in den Herbst gesammelten frischen oder getrockneten Wurzeln. Zum Trocknen werden die Wurzeln sofort gereinigt und an einem gut belüfteten Ort getrocknet.

Inhaltsstoffe von Bibernelle

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherisches Öl, Gerbstoffe, Cumarin, Harze, Bitterstoff und Saponine.

Anwendung von Bibernelle

Die Große Bibernelle wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Großen Bibernelle in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten:

  • Angina

    Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.

  • Augen

    Sanfte Kompressen und Kräuteranwendungen für müde und gereizte Augen.

  • Durchfall

    Bewährte Hausmittel, die Magen und Darm bei Durchfall beruhigen können.

  • Heiserkeit

    Tees und Hausmittel, die eine angegriffene Stimme bei Heiserkeit schonen können.

  • Herzklopfen

    Beruhigende Kräuter, die bei nervösem Herzklopfen ausgleichend wirken können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Mund

    Mundspülungen und Kräuter für eine gesunde Mundhöhle.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Große Bibernelle - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Häufige Fragen zu Bibernelle

Wie sieht die Große Bibernelle aus?

Die im unteren Bereich der Großen Bibernelle wachsenden Blätter sind kräftig gefiedert, mit vier bis acht eiförmigen, scharf gesägten Blättchen. Die Wurzeln der Großen Bibernelle laufen an der Luft bläulich an.

Wo wächst die Bibernelle?

Bibernelle wächst in Europa, im Kaukasus und in Nordamerika bis in Höhen von 1800 m. Der bevorzugte Standort der Großen Bibernelle sind lichte Wälder und Wildwiesen, bevorzugt Fettwiesen mit humusreichen, lehmigen und nährstoffreichen Böden.

Welche Teile der Bibernelle werden verwendet?

In der Naturheilkunde verwendet man von der Großen Bibernelle die vom Frühjahr bis in den Herbst gesammelten frischen oder getrockneten Wurzeln.

Womit kann man die Bibernelle verwechseln?

Im Wildwuchs besteht eine extreme optische Ähnlichkeit zu den hochgradig giftigen Arten Gefleckter Schierling (Conium maculatum) und Wasserschierling (Cicuta virosa).