Säulenkaktus

Säulenkakteen stammen hauptsächlich aus der Gattung Cereus. Cereus ist eine Pflanzengattung mit ca. 25 baum- oder säulenförmigen Kakteenarten in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). In ihrem Habitat in Südamerika und der Karibik wachsen die Kakteen meist an Felsstandorten. Säulenkakteen wachsen mit 3 bis 14 dicken Rippen und oftmals mit wolligen Areolen. Die Säulenkakteen sind mit kräftigen Stacheln bewehrt.

Nach einigen Jahren erfolgreicher Zimmerkultur beginnen die Säulenkakteen im Sommer bis Frühherbst ihre trichterförmigen, meist etwas süßlich duftenden, bis 35 cm langen Blüten auszubilden. Diese öffnen sich in der Nacht und verblühen am frühen Morgen. Aus den Blüten reifen eiförmige, fleischige, rote oder gelbe Früchte mit kleinen, glänzenden, schwarzen Samen heran.

In der Natur werden die Säulenkakteen bis zu 15 m hoch. In Wohnungen erreichen die Säulenkakteen immerhin auch eine stattliche Größe, ihre monumentale Gestalt bildet einen hübschen Kontrast zu anderen Kakteen. Ein Säulenkaktus kann als schnell wachsende Wüstenkaktee innerhalb von 6 oder 7 Jahren fast 1 m hoch und 20 cm breit werden.

Cereus

Deutscher Name: Säulenkaktus / Felsenkaktus
Wissenschaftl. Name: Cereus Mill.
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Wuchshöhe: Topfpflanzen selten größer 3 m, in freier Natur bis 15 m
Blütezeit: zwischen Juli und September
Schwierigkeit: pflegeleicht
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Schwierigkeit: pflegeleicht

Säulenkaktus Arten & Pflege

Cereus jamacaru (Bild ansehen)

Cereus jamacaru ist ein bläulich grüner, an der Basis einstämmiger Säulenkaktus, der sich in der freien Natur meist zur Spitze hin verzweigt. In Wohnungskultur ist eine Verzweigung aber nur selten zu beobachten. Cereus jamacaru hat 6 bis 10 kräftig ausgeprägte Rippen, zwischen denen sich tiefe, schmale Einschnitte befinden. Die Areolen dieser Kakteen sind behaart, sitzen auf den Rippen und tragen zahlreiche gelbbraune Dornen, die bei Zimmerpflanzen eine Länge von bis zu 2 cm erreichen können. Nur ältere und größere Exemplare dieser Gattung bilden bis zu 30 cm lange Blüten aus, deren weiße Blütenhüllblätter grünlich schimmern.

Cereus repandus (syn. Cereus peruvianus, Cereus uruguayanus) (Bild ansehen)

Cereus repandus auch Felsenkaktus genannt, kann man leicht mit dem ähnlichen Cereus jamacaru verwechseln. Cereus uruguayanus hat allerdings nur fünf bis acht Rippen; eine Areole bildet nur 7 bis 8 bräunlich gefärbte Dornen aus. Die bis zu 15 cm langen Blüten dieser Kakteen sind außen rot und im Innern weißlich gefärbt.

Cereus repandus "Monstrosus" (Bild ansehen)

Cereus repandus "Monstrosus" ist für Kakteenfreunde eine sehr beliebte Art. Statt eines Vegetationspunktes am oberen Ende des Triebes hat Cereus uruguayanus "Monstrosus" mehrere Vegetationspunkte, so dass diese Kaktee mit einer sehr unregelmäßigen und knorrigen Gestalt wächst. Cereus uruguayanus "Monstrosus" wächst sehr viel langsamer als die eigentliche Art und ist auch etwas schwerer zu kultivieren. Man achte bei dieser Sorte besonders auf einen guten Wasserabzug in dem Substrat, die Wurzeln dieser Kaktee neigen ansonsten zur Fäulnis und die Kaktee stirbt ab.

Cereus aethiops, syn. Cereus chalybaeus (Bild ansehen)

Cereus aethiops wächst strauchig mit 5 bis 8rippigen, wenig verzweigten, meist purpurgetönten, bereiften, dunkelbläulichen bis dunkelgrünen Sprossen. Die Kakteen erreichen Wuchshöhen von bis zu 2 Meter. Die zylindrischen, 2 bis 4 Zentimeter durchmessenden Triebe stehen meist aufrecht. Gelegentlich sind sie jedoch auch niederliegend.

Die Areolen des Cereus aethiops sind dunkel bis fast schwarz. Die zwei bis vier ebenfalls schwarzen Mitteldornen werden bis zu 2 Zentimeter lang. Die neun bis zwölf ca. 1 cm langen Randornen, sind grau mit einer dunklen bis schwarzen Spitze. Die weißen bis hellrosa gefärbten Blüten können eine Länge von 20 Zentimeter erreichen. Die etwa 6 cm langen, eiförmigen Früchte sind rot.

Cereus aethiops ist frostempfindlich, in frostgefährdeten Gebieten kann man diese Cereus Art in der Wohnung, oder besser im gemäßigten Gewächshaus oder Wintergarten pflegen. In warmen, trockenen Klimazonen findet man Cereus aethiops als Zierpflanze in in Wüstengärten. Die untere Temperaturgrenze von 7 bis 10 °Celsius sollte bei der Pflege dieser Kakteen nicht unterschritten werden.

Cereus validus, syn. Cereus forbesii (Bild ansehen)

Cereus validus wächst strauchig bis baumförmig, ist nur spärlich verzweigt und erreicht Wuchshöhen von mehr als 4 Meter. Frische Triebe dieser Säulenkaktus sind anfangs blaugrün und werden später hellgrün. Im Alter erreichen sie Durchmesser von 5 bis 8 Zentimetern. Die Triebe bilden vier bis sieben stumpfe, zusammengedrückte Rippen aus. Die darauf wachsenden grauen Areolen sind relativ klein.

Der mit bis zu 16 cm lange, meist einzelne Mitteldorn ist kräftig, gelblich braun gefärbt. Gelegentlich bilden die Cereus validus auch zwei oder drei der Mitteldornen aus. Die fünf kräftigen, grauen bis gelblich gefärbten Randdornen sind mit einer Länge von bis zu 2 Zentimeter deutlich kürzer als der Mitteldorn. Die becherförmigen, bis 25 cm langen Blüten eines Cereus validus wachsen mit weißen inneren und rosaroten äußeren Kronblättern. Die roten Früchte enthalten ein rot gefärbtes Fruchtfleisch.

Die untere Temperaturgrenze von 7 bis 10 °Celsius sollte bei der Pflege dieser Kakteen nicht unterschritten werden.

Cereus jamacaru, Cereus peruvianus von KENPEI, Cereus validus von User:BotBln, lizenziert unter CC BY-SA 3.0, Cereus peruvianus var. monstrosus von Joey Martoni, Cereus aethiops von Juan Ignacio 1976 unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia

Standort / Licht

Säulenkakteen benötigen als Wüstenkakteen volles Sonnenlicht. Da die Kakteen am Fenster jedoch einseitig in die Richtung der Sonneneinstrahlung wachsen, sollte man seinen Säulenkaktus ab und zu drehen. Wer die Möglichkeit hat, sollte seine Säulenkakteen im Sommer ins Freie stellen, bei frischer Luft und kräftiger Sonne entwickeln diese Kakteen eine schönere Färbung und längere, kräftigere Stacheln.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses zur Standartaurüstung eines Pflanzenliebhabers nützliche Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

Säulenkakteen werden während der Wachstumsphase reichlich gegossen. Je wasserdurchlässiger das Substrat ist, desto öfter muss man Gießen. Zwischen Oktober und März, während der Ruheperiode, werden die Kakteen nur sehr sparsam gewässert. Man gibt den Pflanzen gerade so viel Wasser, dass das Substrat nicht vollständig austrocknet und keine durchdringende Ballentrockenheit entsteht.

Reichlich gießen

Die Erde muss ständig feucht gehalten werden, sie darf auch an der Oberfläche nicht abtrocknen. Man verabreicht der Pflanze soviel Wasser, bis dieses aus dem Abzugsloch wieder herausläuft. Das sich in dem Untersetzter ansammelnde Wasser wird bis auf wenige Ausnahmen nach ca. 20 Minuten abgeschüttet. Auch Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf leiden wenn die Wurzeln längere Zeit im Wasser stehenbleiben. Werden die Pflanzen über den Untersetzer und nicht direkt über die Erde gegossen, so gibt man solange Wasser in den Untersetzer bis sich die Erdoberfläche leicht feucht anfühlt und die Erde kein Wasser mehr aufnimmt. Auch hier wird dann das restliche überschüssige Wasser aus dem Übertopf oder Untersetzer nach ca. 20 Minuten abgegossen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Luftfeuchtigkeit

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Zimmerpflanzen, vertragen die Säulenkakteen ohne Probleme auch eine niedrige Luftfeuchte.

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Aufenthalt im Sommer

Säulenkakteen kann man während der warmen Jahreszeit an einem hellen bis vollsonnigem Standort im Freien pflegen. Direktes Sonnenlicht ist für ein gesundes Wachstum dieser Kakteen notwendig.

Pflanzen die in geschlossenen Räumen überwintert werden, dürfen zu Beginn der warmen Jahreszeit nicht sofort dem vollen Sonnenlicht unter freiem Himmel ausgesetzt werden. Die harte UV Strahlung kann die Kakteen verbrennen. Eine solche Verbrennung ist an braunen, unregelmäßigen Flecken zu erkennen. Um eine Kaktee an das Sonnenlicht zu gewöhnen, stellt man sie 1 bis 2 Wochen an einen schattigen bis halbschattigen Platz. Etwas Sonne in den Morgen- oder Abendstunden ist in dieser Zeit ausreichend. Nach dieser Eingewöhnungsphase kann man die Kakteen an ihren endgültigen, sonnigen Standort stellen.

Säulenkaktus überwintern / Ruheperiode

Säulenkakteen benötigen zur Blütenbildung eine Ruheperiode von Mitte Oktober bis Anfang März. Während dieser Zeit stellen die Kakteen ihr Wachstum ein. Damit sie das tun, darf man sie in der Ruheperiode nicht, bzw. fast nicht gießen. Das ist aber nur möglich, wenn sie bei einer Temperatur von 7°C bis höchstens 10°C untergebracht sind. Bei dieser niedrigen Temperatur verdunsten die Säulenkakteen fast kein Wasser. Versuchen Sie nicht, Ihre Kakteen in geheizten Wohnräumen zu überwintern, indem Sie einfach nicht gießen. Die Gießmenge und Häufigkeit muss immer den Temperaturen angepasst werden. Von Oktober bis März pflegt man die Kakteen fast trocken und gießt nur tropfenweise. Der Standort sollte weiterhin möglichst hell und luftig sein.

Zum Überwintern geeignet sind frostsichere, ungeheizte Räume Ein kühler Kellerraum, ein Treppenhaus, ein Wintergarten oder eine frostfreie Garage geben einen guten Überwinterungsraum ab. Um das für die Überwinterung notwendige Licht bereitzustellen, eignen sich 20 cm über den Pflanzen angebrachte Leuchtstoffröhren bzw. noch energiesparendere Pflanzlampen mit LED. Bei einem Standort im Wintergarten oder vor ausreichend großen Süd-, Südwest-, oder Südostfenstern mit ungehindertem Lichteinfall ist in der Regel keine Zusatzbeleuchtung erforderlich.

Während der Überwinterung wird ein Säulenkaktus nicht gedüngt.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Temperatur

Säulenkakteen pflegt man von März bis Oktober bei normalen Temperaturen, auch größere Sommerhitze schadet den Säulenkakteen nicht. Die ideale Temperatur zur Überwinterung liegt zwischen 7 und 10 °C. Die kühlere Überwinterung ist für die Blütenbildung besonders wichtig. Säulenkakteen sind frostempfindlich.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Säulenkaktus Vermehren

Stecklinge

Säulenkakteen vermehrt man problemlos durch Stecklinge junger Triebe vom Frühling bis Frühsommer. Alle Stecklinge bilden leicht Wurzeln, wenn man sie im Frühjahr schneidet und die Schnittstelle vor dem Einsetzten 1 bis 2 Tage antrocknen lässt. Den angetrockneten Steckling pflanzt man in Kakteensubstrat und pflegt ihn sofort wie ein großes Exemplar.

Samen

Säulenkakteen lassen sich sehr leicht aus den Samen heranziehen. Bei Temperaturen zwischen 19 und 24 °C keimen die Samen schnell.

Auf den Boden des Pflanzgefäßes oder der Schale gibt man zuerst eine etwa 1 cm hohe Schicht feinen Splitt oder Perlite. Dann füllt man die Saatschale bis kurz unter den Rand mit einem Gemisch aus Kakteensubstrat. Danach wässert man die Aussaaterde gleichmäßig und durchdringend an. Zuletzt streut man eine dünne Schicht feinen Quarzsand über die Erdoberfläche und sprüht diesen mit einem feinen Wassernebel aus einem Zerstäuber etwas ein.

Auf der so vorbereiteten Unterlage verteilt man die Samen, ohne sie mit Erde oder Sand abzudecken. Die Samen der verschiedenen Kakteen Arten sind unterschiedlich groß. Bei den sehr feinen, fast staubförmigen Samen mancher Arten, sollte man besonders darauf achten, dass sie nicht durch Zugluft oder Wind weggeweht werden.

Nach dem Ausbringen der Samen werden die Saatschalen mit einer Glasscheibe oder einer klaren Plastikfolie abgedeckt. So trocknet die Erde nicht aus und die Luftfeuchtigkeit in der Saatschale ist für die Keimung ausreichend hoch. Im Handel erhältliche Aussaatgefäße verfügen über einen entsprechenden Klarsichtdeckel.

Damit die Samen der Sukkulenten keimen, benötigen sie eine Mindesttemperatur von etwa 21 °C. Die für die Keimung notwendige Temperatur lässt sich am einfachsten im späten Frühjahr oder frühen Sommer einhalten. Dies ist auch die Zeit, für das heranwachsen der Sämlinge am besten geeignet ist. Falls man das Saatgefäß in die Nähe eines Fensters aufstellt, legt man bei Bedarf ein dünnes Pergamentpapier auf die Saatschalen um sie vor direkter Sonnenbestrahlung zu schützen.

Sobald die ersten Samen zu keimen beginnen, ist ein diffuses, helles, aber leicht schattiertes Licht wichtig. Ab dieser Zeit führt man den Sämlingen Frischluft zu, indem man das Glas oder die Plastikfolie etwas anhebt. Ein zwischen Schalenrand und Deckel eingeklemmter Stift leistet dabei gute Dienste.

Man setzt die jungen Sämlinge den Sommer über nicht der direkten Sonne aus. Am geeignetsten ist ein heller, nicht vollsonniger Standort. Die Sämlinge langsam wachsender Arten können etwa ein Jahr lang in der Saatschale verbleiben. Schneller wachsende Arten vereinzelt (pikiert) man sobald sie zu dicht stehen in kleine Töpfe oder Schalen mit Kakteensubstrat. In diesem Stadium kann man die jungen Cereus bereits wie große Exemplare behandeln.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Ideal für die Pflege der Säulenkakteen ist ein Boden ph-Wert zwischen 6,0 bis 6,8. Säulenkakteen pflegt man in nährstoffarmer, humoser, leicht saurer Erde mit reichlich Perlit und Quarzsandanteilen.

 Die Kakteen gedeihen auch in einfacher, handelsüblicher Blumenerde, dies ist jedoch nicht empfehlenswert, da die Anforderungen an Pufferkraft, Wasser- und Nährstoffregulierung, etc. nicht gewährleistet sind.

Ein gutes Substrat

Das richtige Substrat-Gemisch gewährleistet einen guten Halt der Pflanze und eine gute Belüftung des Wurzelbereiches. Landerde stellt den pH-Wert ein und verbessert die Aufnahme- und Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe. Ein gutes Substrat verfügt über eine gute Puffereigenschaft und darf über einen längeren Zeitraum seine vorteilhaften Eigenschaften nicht verlieren.

Durch die Fremdstoffe Quarzsand, Bims-Kies, Lavalit, Lavagranulat und andere geeignete Zuschlagstoffe verändert man nicht nur die physikalischen sondern auch die chemischen Eigenschaften des Substrats. Kleine Kiesel, Styromull, Splitt und ähnliches verbessern den Wasserabzug nach dem Gießen. Dies hilft Staunässe und damit Wurzelfäulnis vorzubeugen.

Andere wichtige Eigenschaften für eine gute Topfpflanzenerde werden von den Herstellern aus finanziellen und Transportgründen unzureichend berücksichtigt. Dies betrifft die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe, die Luftführung innerhalb des Substrats und die Standfestigkeit um ein zusammensacken und verdichten zu verhindern.

Pufferkraft des Substrats

Auch die Pufferkraft eines Substrats ist sehr wichtig, die Pufferkraft verhindert:

  • schnelles Austrocknen der Blumenerde
  • Versalzungen an den Wurzeln
  • Schwankungen im Nährstoffvorrat
  • schnelle Veränderungen des pH-Werts

Ausführliche Informationen, Substratrezepte und Bezugsquellen finden Sie hier: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Wenn man die Säulenkakteen in abgestimmtes Substrat pflanzen möchte, mischt man sich dieses selber. Die Herstellung ist nicht schwierig.

Substratmischung für Säulenkakteen

Säulenkakteen pflanzt man mit einem Zusatz von Landerde in ein Torfsubstrat mit Zumischung verschiedener Fremdstoffe.

  • 1 Teil Torfsubstrat (Blumenerde)
  • 3 Teile Ackererde mit Tonanteil
  • 1 Teil Quarzsand
  • 2 Teile Bims-Kies, Lavalit, oder Lavagranulat

Nach dem Einpflanzen der Säulenkakteen deckt man die Substratoberfläche mit einer geschlossenen Schicht Grus ab. Der Boden ph-Wert wird mit der Zugabe von mehr oder weniger Landerde eingestellt. Wichtig dafür ist das Mischungsverhältnis von Landerde zu saurem Torfsubstrat (Verpackungsaufdruck pH-Wert beachten). Alles muss gut miteinander vermischt werden. Die Landerde (Ackererde mit Tonanteil) muss vor der Verwendung durch Erhitzen sterilisiert werden.

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Lesetipp: Erde oder Substrat ? - Die perfekte Mischung für alle Zimmerpflanzen

Hinweise

Oft werden Sukkulenten, auch die Säulenkakteen, in normaler Torf- oder Blumenerde, vermischt mit einigen Styroporperlen zum Verkauf angeboten. Diese Blumenerde sollte man sollte man gegen ein für die Säulenkakteen besser geeignetes Substrat austauschen.

Umtopfen

Säulenkakteen wachsen schnell, deshalb sollte man sie jährlich in einen etwas größeren Topf umpflanzen. Altes Substrat wir dabei vorsichtig entfernt und der Säulenkaktus wird vorsichtig in frisches Substrat eingesetzt. Man achte darauf, die Wurzeln der Kakteen vorsichtig zu behandeln und nicht zu zerdrücken oder abzubrechen.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Während der Hauptwachstumszeit gibt man einem Säulenkaktus monatlich einen stickstoffarmen Kakteendünger mit der vom Hersteller angegebenen Konzentration. Zwischen Oktober und März werden die Kakteen nicht gedüngt.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Der Befall mit Schmierläusen / Wollläusen kann an dem Säulenkaktus auftreten. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den befallenen Kakteen zu erkennen. > Schmierläuse bekämpfen / Symptome erkennen

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Bilder des Säulenkaktus

Klicken Sie zum Vergrößern auf die Vorschaubilder

Maceta cactus Cereus

Säulenkaktus

Foto: Gorivero
Lizenz: GFDL

Cereus peruvianus monstrose

Cereus uruguayanus "Monstrosus"

Foto: Dragonglow
Lizenz: Public Domain