Feldulme – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Ulmus minor Mill.
🌿 Feldulme – Auf einen Blick
- Familie: Ulmengewächse (Ulmaceae)
- Wuchshöhe: bis über 35 m
- Blütezeit: März bis April
- Verwendete Pflanzenteile: Rinde und Blätter
Volksmund: Feldulme
Feldulme von Sten Porse, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Feldulme
| Wissenschaftlicher Name | Ulmus minor Mill. |
|---|---|
| Familie | Ulmengewächse (Ulmaceae) |
| Wuchshöhe | bis über 35 m |
| Blütezeit | März bis April |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
In Mitteleuropa gibt es drei Ulmenarten, die zur Bastardierung neigen, die Feldulme, die Bergulme und die Flatterulme. Man kann die Ulmen an ihren schiefen, stark unsymmetrischen Blättern und den breit geflügelten Nussfrüchten recht leicht erkennen. Insbesondere die Feldulme wird, oft in Kreuzungen mit der Bergulme, gern als Allee- und Parkbaum gepflanzt. Ulmen sind nicht besonders empfindlich und wachsen auch gut in luftverschmutzten Städten. Eine Ulme kann bis über 500 Jahre alt werden. Die Ulmenbestände wurden durch das sogenannte Ulmensterben stark dezimiert. Diese Krankheit wird durch einen mikroskopisch kleinen, durch Käfer übertragenen Pilz verursacht. Die Pilze verstopfen die Gefäße der Ulmen und hemmen so den Saftstrom. Infolge dieser Verstopfung verwelken die Blätter und die Zweige des Baumes sterben ab.
Seit der Antike wird die Feldulme als Heilpflanze in der Naturheilkunde verwendet. Von der Wurzel sagte man, dass sie ein gutes Haarwuchsmittel sei. Die Gallen, durch Insekten hervorgerufene Blattwucherungen, und die in ihnen enthaltene Flüssigkeit wurden bei Augenkrankheiten verwendet. In der Phytotherapie werden vor allem Rinde und Blätter der Ulmen gebraucht, ihre Wirkung ist allerdings nicht sehr stark. Die Essenz aus der Rinde junger Zweige gilt in der Homöopathie als Mittel gegen Ekzeme. Das Holz der Feldulme findet in der Möbelindustrie Verwendung.
Die Ulme ist ein bis über 35 m hoch wachsender Baum. Die Rinde der Feldulme wird im Alter rissig, es bilden sich rechteckige bis achteckige zerklüftete Felder. Die kurz gestielten, zweizeilig angeordneten Blätter sind elliptisch bis eiförmig, am Grund stark asymmetrisch und am Ende zugespitzt. Die Blattoberseite ist anfangs behaart und später glatt. Die Nervenachseln der Blattunterseiten sind behaart.
Die Blütezeit der Feldulmen erstreckt sich von März bis April. Die rötlichen Blüten sind klein, unscheinbar, zwittrig, fast sitzend und wachsen in Büscheln. Die kahlen Früchte der Feldulme sind breit geflügelt, eiförmig, am Grund keilförmig und an der Spitze eingeschnitten. Die Samen befinden sich im oberen Teil der Frucht. Der Geschmack der Feldulme ist herb bitter und etwas schleimig.
Standort von Feldulme
Die Feldulme wächst im gesamten europäischen Raum, mit Ausnahme Nordeuropas. Man findet die Pflanze in Laubmischwäldern bis in Höhenlagen von 1300 m.
Heilkraft von Feldulme
In der Volksmedizin werden der Feldulme folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
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blutreinigend
„Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.
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narbenbildend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
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schweißtreibend
Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.
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tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
Verwendete Pflanzenteile von Feldulme
In der Naturheilkunde benutzt man von der Feldulme die Rinde und die Blätter. Die Rinde schneidet man in schmale Streifen und trocknet sie im Schatten.
Inhaltsstoffe von Feldulme
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kieselsäure und Kalium.
Anwendung von Feldulme
Die Feldulme wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Feldulme in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Augen
Sanfte Kompressen und Kräuteranwendungen für müde und gereizte Augen.
-
Durchfall
Bewährte Hausmittel, die Magen und Darm bei Durchfall beruhigen können.
-
Hautprobleme
Überblick über Hausmittel, die bei verschiedenen Hautproblemen pflegend wirken können.
-
Hautflechte
Pflegende Kräuteranwendungen, die bei Hautflechte begleitend eingesetzt werden.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Feldulme - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Für die Überarbeitung gelesen:
- Wikipedia – Feldulme (Wuchshöhe „bis über 35 Meter“; Alter „bis über 500 Jahre“; Blätter „zweizeilig angeordnet“; Blütezeit „im März bis April“; Ulmensterben; gelesen am 16.10.2026)
- EMA – Download medicine data (Liste „Herbal medicines“) (Sicherheitsabschnitt; gelesen am 16.10.2026)
Häufige Fragen zu Feldulme
Welche Ulmenarten gibt es in Mitteleuropa?
In Mitteleuropa gibt es drei Ulmenarten, die zur Bastardierung neigen, die Feldulme, die Bergulme und die Flatterulme.
Was ist das Ulmensterben?
Die Ulmenbestände wurden durch das sogenannte Ulmensterben stark dezimiert. Diese Krankheit wird durch einen mikroskopisch kleinen, durch Käfer übertragenen Pilz verursacht.
Wie alt kann eine Ulme werden?
Eine Ulme kann bis über 500 Jahre alt werden.
Wo wächst die Feldulme?
Die Feldulme wächst im gesamten europäischen Raum, mit Ausnahme Nordeuropas. Man findet die Pflanze in Laubmischwäldern bis in Höhenlagen von 1300 m.
Welche Teile der Feldulme werden verwendet?
In der Naturheilkunde benutzt man von der Feldulme die Rinde und die Blätter.