Faulbaum – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Frangula alnus Mill.
🌿 Faulbaum – Auf einen Blick
- Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
- Wuchshöhe: 1 bis 6 m
- Blütezeit: April bis Juli
- Verwendete Pflanzenteile: Rinde der Zweige, mindestens ein Jahr gelagert
- Wichtig: stark abführend: höchstens eine Woche, keine Daueranwendung; nicht in Schwangerschaft, Stillzeit, unter 12 Jahren und bei Darmerkrankungen; Früchte giftig
Volksmund: Amselbaum, Brechwegdorn, Gelbholz, Glatter Wegdorn, Grindholz, Pulverholz, Spillbaum, Zapfenholz, Zweckenbaum, Zweckenholz
Faulbaum von F. Vincentz, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Faulbaum
| Wissenschaftlicher Name | Frangula alnus Mill. |
|---|---|
| Familie | Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) |
| Wuchshöhe | 1 bis 6 m |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Man findet den Faulbaum oftmals im feucht-kühlen Unterholz von Laubwäldern und in Gebüschen auf moorigem Untergrund. Der mit dem Kreuzdorn verwandte Faulbaum lässt sich anhand der fehlenden Dornen und der wechselständig angeordneten Blätter unterscheiden. Die kleinen, in unreifem Zustand roten und zur Reifezeit sich schwarz färbenden Steinfrüchte werden in der Naturheilkunde nicht verwendet. Kinder sollten wegen der Gefahr einer Vergiftung vor dem Verzehr dieser Früchte gewarnt werden.
Die in der Heilpflanzenkunde verwendete Rinde des Faulbaumes besitzt eine stark abführende Wirkung. Vor dem Gebrauch der Rinde ist es wichtig, diese mindestens ein Jahr lang ablagern zu lassen. Bei Anwendungen mit frischer oder nicht genügend gelagerter Rinde kann es zu Übelkeit, Erbrechen, blutigen Durchfällen und Koliken kommen.
Erst während der Trocknung und Lagerung der Faulbaumrinde gehen die Glucofrangularoside unter Abspaltung von Zucker und gleichzeitiger Oxidation in die abführend wirkenden Anthrachinon- und Dianthronderivate über. Diese neu entstehenden Verbindungen wirken abführend, da sie die Magen-Darm-Passage beschleunigen und gleichzeitig eine Zunahme des Wassergehalts des Stuhls bewirken.
Der Faulbaum ist ein kräftig wachsender Strauch mit einer Wuchshöhe von bis zu 6 m. Aus den aufrecht stehenden Stämmen dieser Pflanze bilden sich wechselständig angeordnete, horizontal wachsende, dornenfreie Zweige. Die Rinde frischer Triebe ist braun-rot gefärbt, später verändert sich die Rinde, sie wird weißrissig und die Farbe geht dann in schwarz-grau über. Die wechselständig angeordneten, länglich-eiförmig geformten Blätter des Faulbaums sind frisch grün gefärbt und auf der Unterseite schwach glänzend. Die sich von April bis in den Juli bildenden, unscheinbaren, kleinen Blüten eines Faulbaumes sind grün gefärbt. Die etwa erbsengroßen Steinfrüchte sind im unreifen Zustand rot und als reife Früchte schwarz gefärbt.
Standort von Faulbaum
Der Faulbaum wächst in ganz Europa mit Ausnahme der mediterranen Gebiete. Man findet diese Pflanze bis in Höhenlagen von etwa 1100 m. Bevorzugte Standorte dieser Heilpflanze sind feucht-kühle Laubwälder mit kalkarmen, moorigen Böden.
Heilkraft von Faulbaum
In der Volksmedizin werden dem Faulbaum folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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abführend
Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.
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gallentreibend
Gallentreibend nennt man Mittel, die die Gallenblase zusammenziehen und so den Austritt der Galle ermöglichen.
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narbenbildend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
Verwendete Pflanzenteile von Faulbaum
In der Naturheilkunde benutzt man von dem Faulbaum die von den Zweigen geschälte Rinde. Diese wird in schmale Streifen geschnitten und zügig getrocknet.
Inhaltsstoffe von Faulbaum
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Emodinglykoside, Gerbstoffe und Saponin.
Anwendung von Faulbaum
Der Faulbaum wird in der Heilpflanzenkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Faulbaum in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Gallenblase
Bitterkräuter und Hausmittel, die die Gallenfunktion unterstützen können.
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Hautflechte
Pflegende Kräuteranwendungen, die bei Hautflechte begleitend eingesetzt werden.
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Krätze
Überlieferte Hausmittel, die eine ärztliche Behandlung von Krätze begleiten können.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Faulbaum - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Faulbaum
Wie erkennt man den Faulbaum?
Der mit dem Kreuzdorn verwandte Faulbaum lässt sich anhand der fehlenden Dornen und der wechselständig angeordneten Blätter unterscheiden. Die etwa erbsengroßen Steinfrüchte sind im unreifen Zustand rot und als reife Früchte schwarz gefärbt.
Wo wächst der Faulbaum?
Der Faulbaum wächst in ganz Europa mit Ausnahme der mediterranen Gebiete. Man findet diese Pflanze bis in Höhenlagen von etwa 1100 m.
Warum muss Faulbaumrinde gelagert werden?
Vor dem Gebrauch der Rinde ist es wichtig, diese mindestens ein Jahr lang ablagern zu lassen. Bei Anwendungen mit frischer oder nicht genügend gelagerter Rinde kann es zu Übelkeit, Erbrechen, blutigen Durchfällen und Koliken kommen.
Wie lange darf man Faulbaumrinde anwenden?
Wie bei allen stimulierenden Abführmitteln sollte eine Daueranwendung vermieden werden: Länger als eine kurze Behandlungsphase eingenommen, kann sie zu einer Beeinträchtigung der Darmfunktion und einer Abhängigkeit von Abführmitteln führen. Die Anwendung sollte eine Woche nicht überschreiten, in der Regel genügen zwei bis drei Einnahmen.