Hauhechel – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Ononis spinosa L.
🌿 Hauhechel – Auf einen Blick
- Familie: Schmetterlingsblütler (Papilionaceae)
- Wuchshöhe: 20 bis 80 cm
- Blütezeit: April bis September
- Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter, Wurzelstock mit Wurzeln
- Wichtig: keine Durchspülungstherapie, wenn eine verminderte Flüssigkeitszufuhr empfohlen wurde; nicht unter 12 Jahren, in Schwangerschaft und Stillzeit
Volksmund: Harnkraut, Heudorn, Stachelkraut, Großmausohrwurzel, Magenputzer, Ochsenbrech, Weiberkrieg, Weiberzorn, Hohachl, Hechelkraut
Hauhechel, C.T. Johansson, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Hauhechel
| Wissenschaftlicher Name | Ononis spinosa L. |
|---|---|
| Familie | Schmetterlingsblütler (Papilionaceae) |
| Wuchshöhe | 20 bis 80 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Die Dornige Hauhechel ist auf trockenen Weideflächen, an lichten Wegböschungen und Wegrändern, in brachliegenden Wiesen und auf Feldern zu finden. Die zähen, kräftigen und tiefverwurzelten Stängel der Pflanze machten den Menschen beim Jäten von Unkraut Probleme; die Hauhechel bekam aus diesem Grund im Volksmund den Namen Weiberkrieg und Weiberzorn. Die dornigen Büschel der Hauhechel verdrängen mit ihrem kräftigen Wuchs wertvollere Futterpflanzen und können durch ihre Dornenstiche beim Weidevieh Geschwüre an den Beinen und Füßen verursachen.
Bereits im Altertum wurde der Hauhechel eine harntreibende Wirkung zugeschrieben. Als wichtigster Wirkstoff gilt das im Wurzelstock und in den Wurzeln dieser Heilpflanze enthaltene ätherische Öl. Wurzelstock und Wurzeln wurden in dem früher als Holztee bezeichneten und zur Blutreinigung angewandten Aufguss verwendet. Eine weitere Anwendung mit der Hauhechel war die Bekämpfung von Gallen- und Nierensteinen.
Die Hauhechel ist ein kleiner Halbstrauch mit einer Wuchshöhe von 20 bis 80 cm. Die liegend bis aufsteigend wachsenden, holzigen Stängel der Pflanze sind mit kräftigen, einzelnen Dornen bewachsen. Die Dornen der Seitentriebe bilden sich meist paarweise. Die Blätter der Hauhechel sind dreizählig, zur Triebspitze der Pflanze hin wachsen sie jedoch meist einzählig. Von April bis September bilden sich an der Hauhechel in den Blattachseln einzelne, rosa gefärbte Blüten.
Standort von Hauhechel
Die Pflanze wächst in ganz Europa bis in Höhenlagen von etwa 1500 m. Bevorzugte Standorte der Hauhechel sind trockene Wiesen und Weiden, Brachland, Wegränder, Dämme und Dünen mit möglichst kalkreichen Böden.
Heilkraft von Hauhechel
In der Volksmedizin werden der Hauhechel folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
- antiseptisch
Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.
- blutreinigend
„Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.
- harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
- schweißtreibend
Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.
Verwendete Pflanzenteile von Hauhechel
In der Naturheilkunde benutzt man von einer Hauhechel die Blüten, die Blätter und den Wurzelstock mit den Wurzeln.
Inhaltsstoffe von Hauhechel
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Isoflavonoide, Ononin, Flavonoide, Saponin, ätherisches Öl, Gerbstoff, Harz, Stärke, Glykoside und Orocol.
Anwendung von Hauhechel
Die Hauhechel wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Hauhechel in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Angina
Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.
- Blasenentzündung
Blasentees und Wärmeanwendungen, die bei Blasenentzündung unterstützend wirken können.
- Ekzem
Beruhigende Umschläge und Kräuter, die gereizte Haut bei Ekzemen lindern können.
- Ödem
Entwässernde Kräuter und Anwendungen, die bei Wassereinlagerungen entlasten können.
- Steinerkrankungen
Überlieferte Kräuter, die bei Nieren- und Gallensteinen begleitend genannt werden.
⚠️ Hinweis: Eine Durchspülungstherapie ist ungeeignet, wenn eine verminderte Flüssigkeitszufuhr empfohlen wurde (z. B. bei Wassereinlagerungen infolge von Herz- oder Nierenerkrankungen) – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Dornige Hauhechel - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Hauhechel
Wie sieht die Hauhechel aus?
Die Hauhechel ist ein kleiner Halbstrauch mit einer Wuchshöhe von 20 bis 80 cm. Die liegend bis aufsteigend wachsenden, holzigen Stängel der Pflanze sind mit kräftigen, einzelnen Dornen bewachsen. Von April bis September bilden sich an der Hauhechel in den Blattachseln einzelne, rosa gefärbte Blüten.
Wo wächst die Hauhechel?
Die Pflanze wächst in ganz Europa bis in Höhenlagen von etwa 1500 m. Bevorzugte Standorte der Hauhechel sind trockene Wiesen und Weiden, Brachland, Wegränder, Dämme und Dünen mit möglichst kalkreichen Böden.
Warum heißt die Hauhechel Weiberkrieg?
Die zähen, kräftigen und tiefverwurzelten Stängel der Pflanze machten den Menschen beim Jäten von Unkraut Probleme; die Hauhechel bekam aus diesem Grund im Volksmund den Namen Weiberkrieg und Weiberzorn.
Wann ist eine Durchspülungstherapie mit Hauhechel ungeeignet?
Bei einer Durchspülungstherapie ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten – sie ist ungeeignet, wenn eine verminderte Flüssigkeitszufuhr empfohlen wurde.