Hauswurz – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Sempervivum tectorum L.
🌿 Hauswurz – Auf einen Blick
- Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
- Wuchshöhe: 20 bis 50 cm
- Blütezeit: Juni bis August
- Verwendete Pflanzenteile: frische Blätter und frischer Saft
- Schutz: wild wachsend in großen Teilen Europas geschützt
- Wichtig: größere Mengen können Magenbeschwerden, Übelkeit und Durchfall auslösen; äußerliche Anwendung wird vorgezogen
Volksmund: Dachwurz, Dach-Hauswurz, Gewöhnliche Hauswurz, Donnerwurz, Alpen-Hauswurz
Hauswurz (Sempervivum tectorum) von Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0
Steckbrief von Hauswurz
| Wissenschaftlicher Name | Sempervivum tectorum L. |
|---|---|
| Familie | Dickblattgewächse (Crassulaceae) |
| Wuchshöhe | 20 bis 50 cm |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Die Echte Hauswurz wächst vorzugsweise in Felsspalten kalkarmer Gesteine im Gebirge. Man findet die Hauswurz jedoch auch als Zierpflanze in Steingärten oder verwildert auf Mauerkronen und alten Dächern. Ein alter Volksglaube behauptet, dass die Dächer der mit Hauswurz bewachsenen Häuser nicht vom Blitz getroffen würden. Die Echte Hauswurz ist eine ziemlich genügsame und ausdauernde Pflanze, deren Rosetten im Erscheinungsbild an Artischocken erinnern. Obwohl die Echte Hauswurz allgemein bekannt ist, werden die ihr zugeschriebenen medizinischen Eigenschaften doch häufig übersehen.
Die Anwendung der Hauswurz in der Naturheilkunde ist sehr einfach. Es müssen keine bestimmten Erntezeiten eingehalten werden und man hat keine Mühe mit der Trocknung. Die Blätter der Hauswurz oder der aus ihnen gewonnene Saft werden frisch verwendet. Die fleischigen Blätter mit ihrem großen Wasservorrat ermöglichen es der sukkulenten Pflanze, mit wenig Erde auszukommen und regenarme Zeiten ohne Probleme zu überstehen. Bei Trockenheit werden die Blüten der Echten Hauswurz zahlreicher und ansehnlicher. Bei der Verwendung der Hauswurz als Heilpflanze sollte man allerdings beachten, dass die wildwachsenden Pflanzen dieser Art in großen Teilen Europas unter Naturschutz stehen und nicht ausgegraben werden dürfen. Dies ist aber kein Problem, denn man kann auf eigene, kultivierte Hauswurz zurückgreifen.
Die ausdauernde Echte Hauswurz erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 50 cm. Die blühenden Stängel sind dicht beblättert. Die basalen, fleischigen, dachziegelartig angeordneten, sitzenden Blätter bilden hübsche Rosetten. Die rosafarbenen Blüten der Echten Hauswurz sind purpurrot gestreift. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August. Die sitzenden oder kurz gestielten Blüten wachsen in einem doldenartigen Blütenstand. Der Wurzelstock einer Hauswurz bildet Ausläufer. Der Geruch dieser Heilpflanze ist schwach, der Geschmack etwas säuerlich.
Standort von Hauswurz
Die Hauswurz wächst in Süd- und Mitteleuropa auf Felsen und altem Gemäuer. Man findet die Hauswurz bis in Höhenlagen von 2800 m.
Heilkraft von Hauswurz
In der Volksmedizin werden der Hauswurz folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- adstringierend
Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.
- erweichend
Erweichend (emollierend) nennt man Mittel, die die Haut weich und geschmeidig machen sollen.
- krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
- wundheilend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
Verwendete Pflanzenteile von Hauswurz
In der Naturheilkunde benutzt man von der Hauswurz die frischen Blätter und den frischen Saft.
Inhaltsstoffe von Hauswurz
Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoff, Schleimstoff, Apfelsäure, Ameisensäure und Harz.
Anwendung von Hauswurz
Die Hauswurz wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Hauswurz in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Augen
Sanfte Kompressen und Kräuteranwendungen für müde und gereizte Augen.
- Durchfall
Bewährte Hausmittel, die Magen und Darm bei Durchfall beruhigen können.
- Hämorrhoiden
Sitzbäder und Kräutersalben, die Hämorrhoidenbeschwerden lindern können.
- Insektenstich
Kühlende Hausmittel, die Schwellung und Juckreiz nach Insektenstichen lindern können.
- Schrunde
Rückfettende Salben und Bäder, die rissige Haut bei Schrunden pflegen können.
- Verbrennungen
Kühlende Hausmittel für leichte Verbrennungen und die anschließende Hautpflege.
- Verletzungen
Heilpflanzen und Hausmittel, die die Versorgung kleiner Verletzungen unterstützen können.
- Wunden
Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Dach-Hauswurz - Liste von Heilpflanzen
- Dach-Hauswurz - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Hauswurz
Wie sieht die Echte Hauswurz aus?
Die ausdauernde Echte Hauswurz erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 50 cm. Die basalen, fleischigen, dachziegelartig angeordneten, sitzenden Blätter bilden hübsche Rosetten. Die rosafarbenen Blüten der Echten Hauswurz sind purpurrot gestreift.
Wo wächst die Hauswurz?
Die Hauswurz wächst in Süd- und Mitteleuropa auf Felsen und altem Gemäuer. Man findet die Hauswurz bis in Höhenlagen von 2800 m.
Darf man Hauswurz in der Natur sammeln?
Die wildwachsenden Pflanzen dieser Art stehen in großen Teilen Europas unter Naturschutz und dürfen nicht ausgegraben werden. Dies ist aber kein Problem, denn man kann auf eigene, kultivierte Hauswurz zurückgreifen.
Ist Hauswurz giftig?
Für die Hauswurz sind keine schwerwiegenden Vergiftungen dokumentiert; es liegt keine Monographie einer Arzneimittelbehörde vor. Die enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe können bei größeren Mengen Magenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.