Gewöhnliches Seifenkraut – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Saponaria officinalis L.

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🌿 Gewöhnliches Seifenkraut – Auf einen Blick

  • Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • Wuchshöhe: 30 bis 80 cm
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Verwendung: innerlich und äußerlich

Volksmund: Seifenwurz, Wachwurz, Echtes Seifenkraut

Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis): aufrechter Stängel mit zartrosa, fünfzähligen Blüten und gegenständigen Blättern

Gewöhnliches Seifenkraut, Saponaria officinalis
von Robert Flogaus-Faust, CC BY 4.0

Steckbrief von Gewöhnlichem Seifenkraut

Steckbrief des Gewöhnlichen Seifenkrauts
Wissenschaftlicher Name Saponaria officinalis L.
Familie Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Wuchshöhe 30 bis 80 cm
Blütezeit Juni bis Oktober
Verwendung innerlich und äußerlich

Das Gewöhnliche Seifenkraut ist eine recht dekorative Heilpflanze, die man besonders an Wegrändern, Uferböschungen und auf unkultivierten Schuttplätzen findet. Die auffällig hübschen, zartrosa bis fast weiß gefärbten Blüten des Seifenkrauts verströmen besonders zum Ende des Tages hin einen angenehmen, aromatischen Duft. Dieser Geruch lockt Nachtfalter an, die mit ihrem langen Rüssel den weit unten in der Kronröhre verborgenen Nektar aufnehmen. Alle Pflanzenteile des Seifenkrauts, besonders aber der weit verzweigte Wurzelstock, enthalten ein Saponinglykosid. Diese Substanz ist wasserlöslich und bildet einen seifenartigen Schaum.

Das Gewöhnliche Seifenkraut wurde deshalb bereits im Mittelalter zum Waschen der Wäsche benutzt. Im Altertum wurde das Seifenkraut zum Reinigen von Wolle verwendet. Das Gewöhnliche Seifenkraut ist eine seit langer Zeit bekannte Heilpflanze, der blutreinigende und tonische Eigenschaften zugeschrieben werden. Das Seifenkraut soll die Lebertätigkeit anregen, hartnäckigen Husten mit zäher Verschleimung lindern und zu reinem und frischem Teint verhelfen. Innerlich und äußerlich verwendet man das Seifenkraut bei Ekzemen, Furunkeln und anderen Hautleiden. Ein Aufguss aus Gewöhnlichem Seifenkraut, Kresseblättern und Blüten vom Tausendgüldenkraut kräftigt das Haar. Die pharmazeutische Industrie, die kosmetische Industrie und die Tiermedizin verwenden Inhaltsstoffe dieser Pflanze.

Merkmale: 30 bis 80 cm hoch, mehrjährig ausdauernd, mit kriechendem Wurzelstock; Stängel aufrecht stehend, einfach oder oben ästig, Blätter gegenständig angeordnet, sitzend, groß elliptisch bis lanzettlich geformt, mit 3 bis 5 Nerven.

Geruch & Geschmack: Der Geruch des Seifenkrauts ist lieblich angenehm, der Geschmack ist bitter und herb.

Blüten: blassrosa bis weißlich gefärbt, Blütezeit von Juni bis Oktober. Die Blüten sind bis 10 cm groß, in endständigen Blütenständen (Zymen). Blütenkelch röhrig, 5-zähnig, Kronblätter 5, bis 4 cm lang, nach unten in einen linealen Abschnitt zusammengezogen (Nagel). Staubblätter 10, Griffel 2, Kapsel länglich.

Standort von Gewöhnlichem Seifenkraut

Diese Heilpflanze ist von Mittel- bis Südeuropa meist bis in Höhenlagen von etwa 700 m heimisch. Das Gewöhnliche Seifenkraut bevorzugt nährstoffreiche, sandige, steinige oder kalkhaltige Böden. Man findet das Gewöhnliche Seifenkraut vorzugsweise in den Unkrautfluren der Auenlandschaften, an Flussböschungen, neben Wegen und auf Schuttplätzen.

Heilkraft von Gewöhnlichem Seifenkraut

In der Volksmedizin werden dem Gewöhnlichen Seifenkraut folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • gallensekretionsfördernd

    Gallensekretionsfördernd (choleretisch) heißt, dass die Leberzellen mehr Galle absondern.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

Der Geruch dieser Heilkräuter ist sehr angenehm, der Geschmack des Seifenkrauts ist bitter und herb.

Verwendete Pflanzenteile von Gewöhnlichem Seifenkraut

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Gewöhnlichen Seifenkraut die Blätter. Diese sollten wegen ihrer besseren Wirksamkeit vor der im Herbst einsetzenden Blüte gesammelt werden. Die gesammelten Blätter werden kurz gewaschen, in Streifen geschnitten und rasch im Ofen bei 60 °C getrocknet.

Inhaltsstoffe von Gewöhnlichem Seifenkraut

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Saponine und Harz.

Anwendung von Gewöhnlichem Seifenkraut

Das Gewöhnliche Seifenkraut wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dieser Heilpflanze in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Akne bekämpfen

    Kräuter, Masken und Pflegetipps, die unreine Haut bei Akne unterstützen können.

  • Angina

    Gurgellösungen, Tees und Wickel, die bei Angina lindernd wirken können.

  • Arthritis

    Wickel, Bäder und Kräuter, die entzündete Gelenke bei Arthritis begleitend unterstützen können.

  • Ekzem

    Beruhigende Umschläge und Kräuter, die gereizte Haut bei Ekzemen lindern können.

  • Gelbsucht

    Leberfreundliche Heilpflanzen, die bei Gelbsucht begleitend genannt werden.

  • Halsweh

    Gurgelwasser, Tees und Halswickel, die bei Halsschmerzen wohltuend wirken können.

  • Hautflechte

    Pflegende Kräuteranwendungen, die bei Hautflechte begleitend eingesetzt werden.

  • Herpes

    Pflanzliche Hausmittel, die bei Lippenherpes lindernd wirken können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Leber

    Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.

  • Reizhusten

    Überlieferte Tees und Absude mit Heilkräutern, die bei Reizhusten den Hustenreiz beruhigen sollen.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Gewöhnliches Seifenkraut - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Gewöhnlichem Seifenkraut

Warum heißt die Pflanze Seifenkraut?

Alle Pflanzenteile des Seifenkrauts, besonders aber der weit verzweigte Wurzelstock, enthalten ein Saponinglykosid. Diese Substanz ist wasserlöslich und bildet einen seifenartigen Schaum.

Wofür wurde das Seifenkraut früher verwendet?

Das Gewöhnliche Seifenkraut wurde deshalb bereits im Mittelalter zum Waschen der Wäsche benutzt.

Welche Insekten bestäuben das Seifenkraut?

Dieser Geruch lockt Nachtfalter an, die mit ihrem langen Rüssel den weit unten in der Kronröhre verborgenen Nektar aufnehmen.

Wo wächst das Gewöhnliche Seifenkraut?

Man findet das Gewöhnliche Seifenkraut vorzugsweise in den Unkrautfluren der Auenlandschaften, an Flussböschungen, neben Wegen und auf Schuttplätzen.

Ist das Seifenkraut giftig?

Nach Altmeyers’ Wiedergabe hat die Kommission E die rote Seifenwurzel bei Katarrhen der oberen Luftwege positiv bewertet; selten kann sie den Magen reizen. Die Giftpflanzen-Datenbank TPPT von Agroscope stuft das Gewöhnliche Seifenkraut für den Menschen als schwach giftig ein, am stärksten in der Wurzel.