Silberweide – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Salix alba L.

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🌿 Silberweide – Auf einen Blick

  • Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
  • Wuchshöhe: bis 35 m hoher Baum oder Strauch
  • Blütezeit: April bis Mai
  • Verwendete Pflanzenteile: Rinde, Blätter und Kätzchen
  • Wichtig: nicht bei Salicylat-Überempfindlichkeit, unter 18 Jahren (Reye-Syndrom) und im letzten Schwangerschaftsdrittel

Volksmund: Trauerweide

Silberweide (Salix alba): Zweige mit schmalen, lanzettlichen, silbrig schimmernden Blättern

Silberweide (Salix alba) von Willow, CC BY-SA 2.5

Steckbrief von Silberweide

Steckbrief der Silberweide
Wissenschaftlicher Name Salix alba L.
Familie Weidengewächse (Salicaceae)
Wuchshöhe bis 35 m hoher Baum oder Strauch
Verwendung innerlich und äußerlich

Die Gattung Salix ist mit den etwa 300 bekannten Arten vor allem in den nördlich-gemäßigten und arktischen Regionen verbreitet. Besonders in diesen kalten Klimazonen wachsen einige der Weidenarten flach kriechend auf dem Boden, um so der arktischen Kälte und dem rauen Klima zu trotzen. Eine der größten bei uns wildwachsenden Weiden ist die Silberweide, die man schon von weitem an ihren silbrig schimmernden Blättern erkennen kann. Noch vertrauter als die Silberweide ist uns eine kultivierte Art mit lang herabhängenden Zweigen, nämlich die Trauerweide.

Die Heilkundigen der Antike schätzten die Silberweide sehr. Mattioli erwähnte im 16. Jahrhundert die Wirksamkeit der Weidenblätter gegen Schlaflosigkeit. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Weidenrinde nachweislich auch als fiebersenkendes Mittel verwendet. Heute weiß man, dass dieser fiebersenkende Effekt auf den hohen Salicingehalt der Weidenrinde zurückzuführen ist. Das in der Silberweide enthaltene Salicin wird im Körper in Salicylsäure umgewandelt. Ein Abkömmling dieses Wirkstoffs, die Acetylsalicylsäure, wird weltweit als Medikament, unter anderem unter dem Namen Aspirin, verwendet.

Die zweihäusige Silberweide ist ein Strauch oder bis 35 m hoch wachsender Baum. Die Rinde der Silberweiden wird im Alter längs rissig. Die Zweige sind biegsam, junge Triebe sind seidenhaarig. Die kurz gestielten Blätter sind lanzettlich geformt und 5- bis 6-mal länger als breit. Der Blattrand ist fein gesägt, die Unterseiten der Weidenblätter sind dicht seidenhaarig. Die Blütezeit der Silberweiden erstreckt sich von April bis in den Mai. Die gelben oder grünlichen Blüten sind klein, reduziert und unscheinbar.

Standort von Silberweide

Die Silberweide wächst fast im gesamten europäischen Raum. Die Pflanze bevorzugt Ufer, Uferböschungen und Auwälder. Man findet die Silberweiden bis in Höhenlagen von 1800 m.

Heilkraft von Silberweide

In der Volksmedizin werden der Silberweide folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • blutstillend

    Blutstillend (hämostatisch) nennt man Mittel, die zum Stillen einer Blutung angewendet werden.

  • fiebersenkend

    Fiebersenkend (antipyretisch) nennt man Stoffe, die eine erhöhte Körpertemperatur senken oder vor Fieber schützen.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

Außerdem gilt die Silberweide als antirheumatisch und betäubend.

Verwendete Pflanzenteile von Silberweide

In der Naturheilkunde benutzt man von den Silberweiden die Rinde, die Blätter und die Kätzchen.

Inhaltsstoffe von Silberweide

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Salicin, Gerbstoffe und Mineralsalze.

Anwendung von Silberweide

Die Silberweide wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Silberweiden in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Badetherapie

    Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.

  • Erkältung

    Tees, Inhalationen und Wickel, die typische Erkältungsbeschwerden lindern können.

  • Haut, fettige

    Klärende Masken und Kräuter, die fettige Haut ausgleichen können.

  • Fettleibigkeit

    Pflanzliche Hilfen und Ernährungstipps, die beim Abnehmen unterstützen können.

  • Fußpflege

    Fußbäder und Pflegetipps aus der Naturheilkunde für gepflegte Füße.

  • Grippe

    Wärmende Tees und Hausmittel, die typische Grippebeschwerden lindern können.

  • Hautrötung

    Milde Kräuter und Kompressen, die gerötete Haut beruhigen können.

  • Nervosität

    Entspannende Kräutertees und Bäder, die bei Nervosität zur Ruhe verhelfen können.

  • Rheumatismus

    Wärmeanwendungen und Kräuter, die rheumatische Beschwerden lindern können.

  • Schmerz

    Pflanzliche Hausmittel, die bei verschiedenen Schmerzen lindernd wirken können.

⚠️ Hinweis: Nicht bei Salicylat-/NSAR-Überempfindlichkeit, Magengeschwür, Blutgerinnungsstörungen oder im letzten Schwangerschaftsdrittel – siehe Sicherheitshinweise.

⚠️ Hinweis: Weidenrinde ist bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wegen des Risikos eines Reye-Syndroms kontraindiziert – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Die EMA-Monographie nennt die Silberweide nicht ausdrücklich, sondern andere Weidenarten – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Silber-Weide - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Silberweide

Woran erkennt man die Silberweide?

Eine der größten bei uns wildwachsenden Weiden ist die Silberweide, die man schon von weitem an ihren silbrig schimmernden Blättern erkennen kann.

Was hat Weidenrinde mit Aspirin zu tun?

Das in der Silberweide enthaltene Salicin wird im Körper in Salicylsäure umgewandelt. Ein Abkömmling dieses Wirkstoffs, die Acetylsalicylsäure, wird weltweit als Medikament, unter anderem unter dem Namen Aspirin, verwendet.

Wo wächst die Silberweide?

Die Silberweide wächst fast im gesamten europäischen Raum. Die Pflanze bevorzugt Ufer, Uferböschungen und Auwälder. Man findet die Silberweiden bis in Höhenlagen von 1800 m.

Wer darf Weidenrinde nicht anwenden?

Nicht angewendet werden soll Weidenrinde bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Salicylate oder andere nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), bei Asthma infolge einer Salicylat-Überempfindlichkeit, bei aktivem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, im letzten Schwangerschaftsdrittel, bei Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel, bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen und bei Blutgerinnungsstörungen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist die Anwendung wegen des Risikos eines Reye-Syndroms kontraindiziert.