Beinwell, Symphytum officinale

Beinwell
(Symphytum)

Systematik

Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Boragineae
Gattung: Beinwell (Symphytum)
Art: Echter Beinwell
Wuchshöhe: bis ca. 1 m, meist 30 bis 60 cm
Wissenschaftl. Name: Symphytum officinale L.
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Der botanische Name von Beinwell lautet Symphytum officinale. Im Volksmund wird die mehrjährige Pflanze unter anderem Beinwurz, Wallwurz, Schadheilwurz, Soldatenwurz, Wundallheil oder Komfrey genannt.

Die Staude ist ein Raublattgewächs und gehört zur Gattung Beinwell, zu der rund vierzig Arten zählen. Symphytum officinale L. ist der Echte Beinwell. Die Pflanze wächst sehr schnell und kann einen Meter hoch werden. In der Natur findet man Beinwell an Waldrändern, See- und Flussufern und auf Wiesen vor. Die Staude blüht von Mai bis Oktober mit glockenförmigen Blütenständen in den Farben Violett oder Weiß.

Beinwell wird als Heilpflanze verwendet und mit der Pflanze lässt sich Beinwelljauche herstellen, die den Boden verbessert.

Beinwell Arten / Sorten

Zur Gattung Beinwell (Symphytum) gehören vierzig Sorten, wobei es drei Unterarten vom Echten (Gewöhnlichen) Beinwell gibt:

  • Symphytum officinale L. subsp. officinale ist der Echte Beinwell, der steife Blätter und Stängel besitzt, die borstig und behaart sind
  • Symphytum officinale supsp. uliginosum ist der Sumpf-Beinwell, dessen Stängel und Blätter fast kahl sind
  • Symphytum officinale L. subsp. bohemicum ist der Weiße Beinwell, dessen Behaarung und Blüten von weißer Farbe sind

Beinwell / Inhaltsstoffe

Im Beinwell sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Allantoin
  • Schleim
  • Gerbstoff
  • Asparagin
  • Ätherisches Öl
  • Alkaloide
  • Flavonoide
  • Kieselsäure
  • Harz
  • Stigmasterol
  • Pyrrolizidinalkaloide

Beinwell - Pflanzen und Öl bestellen

In Supermärkten sind in der Regel Pflanzen zu bekommen, die schnell hochgezüchtet wurden. Diese halten meistens nicht lange und sind eher für den direkten Verzehr geeignet.

Kauft man in Gartencentern Beinwell, sollte auf Gesundheit der Pflanzen geachtet werden: Flecken oder gelbe Blätter deuten auf Pilz- oder Virenkrankheiten hin. Zudem sollte die Pflanze möglichst buschig gewachsen sein und sich durch satte Farben und ein starkes Aroma auszeichnen.

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Beinwell Anbau im Garten

Beinwell ist eine heimische Staude und lässt sich problemlos im Garten kultivieren. Die dekorative Pflanze, die von Mai bis Oktober blüht, zieht Hummeln und Bienen an. Außerdem ist Beinwelljauche bekannt dafür, Pflanzen mehr Widerstandskraft zu geben und die Jauche ist ein wirksames Mittel gegen Spinnmilben und Pilze.

Standort

Der Standort sollte halbschattig bis sonnig sein.

Substrat

Beinwell bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Lehmböden. Die wuchsfreudige Staude gibt sich aber auch mit anderen Böden zufrieden. Sollte die Erde nährstoffarm sein, mischt man etwa Kompost unter.

Gießen

Die Pflege des Beinwells hängt vom Boden ab. Der ideale Boden für diese Pflanze ist feucht und nährstoffreich. In dem Fall muss Beinwell nicht gegossen werden. Solle der Boden trocken sein, muss regelmäßig gegossen werden, damit der Beinwell genügend Feuchtigkeit erhält.

Düngen

Ist der Boden nährstoffreich, wird Beinwell nicht gedüngt. Ist der Boden nährstoffarm, muss Stickstoff hinzugefügt werden. Hier empfiehlt sich ein organischer Dünger, beispielsweise kompostierter Pferdemist oder Hornspäne.

Überwintern

Beinwell ist eine winterharte Pflanze, die nicht überwintert werden muss und keinen besonderen Winterschutz benötigt.

Beinwell vermehren

Die einfachste Methode, um Beinwell zu vermehren, ist die mittels Wurzelteilung. Es ist aber auch möglich, die Staude mit Samen zu vermehren.

Aussaat

Beinwell kann im März/ April vorgezogen werden oder ab Mai direkt ins Beet ausgesät werden. Beinwell ist ein Dunkelkeimer und somit drückt man die Samen in die Erde und bedeckt sie zudem mit etwas Erde. Die Samen hält man nun stetig feucht und nach rund zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge.

Wurden die Samen vorgezogen, können die Keimlinge umgepflanzt werden, wenn die ersten, kleinen Blätter ausgebildet sind.

Teilung

Zum einen kann die Pflanze geteilt werden und zum anderen lässt sich Beinwell über Wurzelschnittlinge vermehren. Für die Wurzelteilung wird die Pflanze ausgegraben und die Wurzel mit einem Spatenstich geteilt. Anschließend pflanzt man beide Teile wieder in die Erde. Möchte man mittels Wurzelschnittlingen vermehren, gräbt man im Frühling oder Herbst die Wurzel aus und teilt diese mit einem scharfen Messen in Stücke, die etwa daumengroß sind. Diese Wurzelstücke werden an verschiedenen Stellen eingepflanzt und aus jedem Schnittling entwickeln sich neue Beinwellpflanzen. Der Pflanzabstand sollte etwa fünfzig Zentimeter betragen.

Beinwell im Topf / Kübel

Beinwell kann im Topf kultiviert werden, allerdings gibt es ein paar Regeln zu beachten:

  • Beinwell bildet eine sehr lange Pfahlwurzel aus. Somit muss der Topf recht hoch sein.
  • Im Kübel benötigt Beinwell mehr Wasser, da die Erde im Topf schnell austrocknet. Es muss somit stets darauf geachtet werden, dass die Erde feucht genug bleibt.
  • Bei Beinwell im Topf ist es empfehlenswert, die Pflanze im Winter in einen frostfreien und kalten Raum zu stellen, damit die Staude nicht durchfriert – was im Kübel schnell passieren kann.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Beinwell ist eine robuste Pflanze, die wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten ist.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Beinwell

Beinwell benötigt keinen regelmäßigen Schnitt. Die Pflanze kann vor dem Winter zurückgeschnitten werden. Wer Beinwell-Jauche herstellen möchte, kann dazu die Blätter mehrmals jährlich schneiden.

Ernte des Beinwells

In der Küche können junge, frische Blätter als Zutat für Salate benutzt werden. Diese erntet man im Frühling.

Für Heilzwecke verwendet man Blätter und Wurzeln, die jederzeit geerntet werden können.

Konservieren des Beinwells

Die Blätter und die Wurzel des Beinwells können getrocknet werden:

Beinwell trocknen

Die Blätter werden auf ein Backblech verteilt, das an einen schattigen und windstillen Platz gestellt wird. Die trockenen Blätter können zu Pulver gemahlen werden, welches in einen verschließbaren Behälter gefüllt wird.

Die Wurzel wird im Frühling oder Herbst ausgegraben und dann im Backofen bei etwa vierzig Grad getrocknet. Auch die trockene Wurzel kann zu einem Pulver gemahlen werden.

Beinwell Verwendung in der Küche

Die Blätter des Beinwells können im Salat oder genauso wie Spinat zubereitet werden. Doch Vorsicht! Im Beinwell sind Pyrrolizidinalkaloide enthalten, die bei Überdosierung gesundheitsschädlich sind. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass diese Stoffe das Risiko für Leberkrebs ansteigen lassen.

Deshalb wird Beinwell in der Küche nur selten und in kleinen Mengen verwendet.

Beinwell Verwendung als Heilkraut

Beinwell wird als Heilpflanze nur noch äußerlich angewendet. Die innerliche Anwendung ist aufgrund der im Beinwell enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide nicht zu empfehlen!

Hauptsächlich wird Beinwell bei Beschwerden des Bewegungsapparates angewendet. Beinwell wirkt beruhigend, schmerzstillend, entzündungshemmend, blutstillend, kühlend, blutbildend, adstringierend und wundheilend.

Äußerlich angewendet hilft Beinwell bei der Förderung der Knochenheilung bei Knochenbrüchen. Ebenso hilft Beinwell bei Arthrose, Verspannungen und Verstauchungen. In der alternativen Heilmedizin werden Blätter und Wurzeln verwendet. Die meisten Wirkstoffe befinden sich aber in der Wurzel, sodass dieses Pflanzenteil häufiger als die Blätter genutzt wird.

Hinweis: Beinwell unterstützt auch die Wundheilung, sollte aber nicht bei offenen Wunden verwendet werden!

Lesen Sie hier: Beinwell als Heilpflanze

Rezepte mit Beinwell als Heilpflanze finden Sie hier:

Beinwell in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten: Angina, Durchfall, Haut, Hautgeschwür, Hautkrankheiten, Nervenentzündung, Schuppenflechte, Verbrennung, Verstauchung.

Beinwell Jauche

Beinwelljauche ist ein sehr gutes Stärkungsmittel für Pflanzen, sodass sie gegenüber Schädlingen und Krankheiten widerstandsfähiger werden. Für die Jauche benötigt man ungefähr ein Kilogramm Blätter, die von der Pflanze abgezupft und grob zerkleinert werden.

Die zerkleinerten Blätter füllt man in einen Kunststoffbehälter und gießt diesen mit rund zehn Liter Regenwasser auf. Der Behälter wird mit einem Baumwolltuch abgedeckt, das luftdurchlässig ist. Dieses Tuch dient der Abwehr von Käfern und Fliegen.

Der Sud muss nun gären und bis dahin rührt man ihn jeden Tag einmal um. Schäumt die Jauche nicht mehr, kann sie verwendet werden.

Mit der Beinwelljauche wird der Boden begossen, nicht die Pflanze! Die Jauche ist sehr scharf, sodass ein direktes Begießen der Pflanze schaden würde.

Die Jauche wird besonders bei Pflanzen eingesetzt, die stark zehren. Dazu gehören unter anderem Zucchini oder Tomaten. Zudem kann Beinwelljauche als Flüssigdünger für Topfpflanzen benutzt werden, die im Freiland stehen.