Borretsch - Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Der botanische Name von Borretsch lautet Borago officinalis. Diese Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum und ist ein sogenanntes Raublattgewächs.

Das typische Merkmal dieses Krauts wird mit der volkstümlichen Bezeichnung „Gurkenkraut“ verdeutlicht: Die Blätter von Borretsch schmecken wie Gurke.

Borago officinalis wird als Würzkraut und als Heilkraut verwendet. Allerdings muss aufgrund der im Borretsch enthaltenen Alkaloide auf die Dosis geachtet werden.

Borago officinalis, Borretsch

Der Borretsch

Name: Borago officinalis L.
Pflanzennamen im Volksmund: Gurkenkraut, Kukumerkraut, Blauhimmelstern, Herzfreude, Liebäuglein, Wohlgemutsblume
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Gattung: Borretsch (Borago)
Art: Borretsch
Wuchshöhe: 20 bis 60 cm

Borretsch ist eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von siebzig Zentimeter erreichen kann. Ihre Blätter und Stängel weisen borstige Haare vor. Das Kraut blüht von Mai bis September. Die Blüten sind zunächst Rosa. Da sich während der Blütezeit der pH-Wert ändert, verwandelt sich die rosa Farbe zu einem leuchtenden Blau. (Blüte ansehen)

Borretsch Arten / Sorten

Es gibt noch eine kleinere Sorte mit der botanischen Bezeichnung Borago pygmaea oder auch Borago laxiflora. Diese mehrjährige Art ist auf Korsika und Sardinien beheimatet und wird maximal vierzig Zentimeter hoch. Borago pygmaea bietet sich somit für die Topfkultivierung auf Balkon oder Terrasse an. Allerdings hat die kleine Sorte einen weniger intensiven Geschmack.

Borretsch / Inhaltsstoffe

Borretsch enthält folgende Stoffe:

  • Pyrrolizidinalalkaloide
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
  • Vitamin C
  • Kieselsäure
  • Saponin
  • Ätherische Öle
  • Gamma-Linolensäure

Borretsch -Pflanzen u. Samen kaufen oder bestellen

Beim Kauf von Borretschpflanzen sollte vor allem auf die Gesundheit des Krauts geachtet werden, denn oftmals wurden diese Pflanzen zu eng gepflanzt, sodass sie mit Blattläusen befallen sind.

Vor dem Kauf sollte man die Blätter kurz reiben: Nun müsste ein starker Gurkengeruch zu riechen sein, den die Blätter ausströmen. Im Handel wird häufig die Sorte Borago laxiflora angeboten, die dem echten Borretsch (Borago officinalis) zwar ähnlich sieht, aber der Geschmack des echten Krauts ist nicht mit dem des kleineren und mehrjährigen Krauts zu vergleichen.

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Borretsch Anbau im Garten

Borretsch ist relativ einfach anzubauen und muss auch nicht vorgezogen werden. Das Kraut sät sich von selbst neu aus, sodass man im Grunde nicht jährlich neu aussäen muss. Borretsch lässt sich problemlos im Gemüsebeet zwischen Gurken, Kohl, Zucchini und Erdbeeren pflanzen.

Pflege des Borretsch

Standort: Aufgrund seiner Heimat benötigt Borretsch einen warmen und sonnigen Standort. Im Halbschatten gedeiht er zwar ebenso, aber der ideale Platz ist hell und sonnig. Zudem sollte das Kraut windgeschützt stehen.

Substrat: Der Boden sollte feucht, kalkhaltig, durchlässig, humos und locker sein. Borretsch mag keine zu nährstoffhaltigen und überdüngten Böden. Sollte der Boden nur gering durchlässig sowie lehmhaltig und dicht sein, wird er mit Bims, Perliten oder Quarzsand aufgelockert.

Die Erde muss feucht gehalten werden. Deshalb wird immer Sommer bei hohen Temperaturen mehr gegossen. Zudem sollte die Erde immer mal wieder aufgehackt und gelockert werden.

Düngen: Da Borretsch in der Küche verwendet werden soll, wird kein chemischer Dünger benutzt. Empfehlenswert ist es, das Kraut ab und zu mit Brennnesseljauche und/ oder wenig Kompost zu düngen.

Überwintern: Da es sich beim echten Borretsch um eine einjährige Pflanze handelt, kann dieses Kraut nicht überwintert werden.

Borretsch vermehren

Beim Borretsch muss man aufpassen, dass er durch Selbstaussaat nicht den Garten überwuchert. Da es sich um eine einjährige Pflanze handelt, findet die Vermehrung mittels Samen und nicht mit Stecklingen statt.

Aussaat

Borretsch wird direkt ins Freiland ohne Vorkultur ausgesät. Der ideale Termin für die Aussaat ist Mai. Das Kraut benötigt einen Pflanzenabstand von etwa zwanzig Zentimeter und einen Reihenabstand von zirka vierzig Zentimeter. Borretsch ist ein Dunkelkeimer und deshalb bedeckt man den Samen mit Erde, beziehungsweise drückt man den Samen gut einen Zentimeter tief in den Boden. Nun wird der Boden gut feucht gehalten. Nach etwa fünf Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge. Rund vier Wochen nach der Aussaat werden schwächere Pflanzen entfernt.

Stecklinge

Borretsch wird nicht mit Stecklingen vermehrt.

Borretsch im Topf / Kübel

Da Borretsch lange Pfahlwurzeln entwickelt, ist eine Kultivierung in Töpfen nicht empfehlenswert. Es ist aber möglich, Borretsch zunächst in Vermehrungskästen oder im Minitreibhaus vorzuziehen. Die Aussaat kann ab März erfolgen und die Jungpflanzen werden dann später ins Freiland umgepflanzt.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Borretsch wird meistens dann von Schädlingen oder Krankheiten befallen, wenn man das Kraut fehlerhaft pflegt. So treten Blattläuse oder Mehltau in der Regel auf, wenn die Pflanzen zu dicht stehen.

Blattläuse erkennt man an gekräuselten und eingerollten Blättern. Schaut man sich dann die Blattunterseiten an, sieht man schwarze, kleine Punkte: Das sind die Blattläuse. Da Trockenheit zu einer Vermehrung der Läuse führt, sollte der Borretsch, beziehungsweise die Erde, stets feucht gehalten werden. Bei einem leichten Lausbefall spritzt man die Pflanze mit dem Gartenschlauch ab. Bei fortgeschrittenem Befall sollte man den Borretsch komplett entfernen und lieber neue Pflanzen anbauen.

Mehltau zeigt sich an grauen oder weißen Flecken der Blätter. Ist der Befall bereits fortgeschritten, sieht man einen schimmeligen Überzug auf den Pflanzenteilen. Auch bei Mehltau rollen sich die Blätter ein. Das Risiko eines Befalls mit Mehltau kann mit ausreichendem Pflanzenabstand reduziert werden.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Borretsch

Borretsch muss nicht extra geschnitten werden. Der Schnitt ist also gleichzeitig die Ernte.

Ernte des Borretsch

Bei der Ernte pflückt oder schneidet man die frischen Blätter oder auch die Blüten ab, denn beide Pflanzenteile sind essbar. Das Kraut wächst schnell nach und bildet Verzweigungen. Die Ernte kann somit fortlaufend bis Ende August stattfinden.

Konservieren des Borretsch

In der Regel fällt die Ernte so üppig aus, dass nicht alles frisch und direkt verwendet werden kann. Borretsch ist bei zu hoher Dosis schädlich. Deshalb bietet sich das Konservieren dieses Krauts besonders an.

Borretsch trocknen

Man schneidet komplette Zweige ab, wäscht diese vorsichtig und tupft sie trocken. Danach bündelt man die Zweige und hängt sie kopfüber an einen dunklen und warmen Ort auf. Die Trockenzeit beträgt eine Woche bis zwei Wochen. Das trockene Kraut wird in einen verschließbaren Behälter gefüllt, der lichtundurchlässig sein sollte.

Es lassen sich auch Blüten und Blätter zerkleinern und dann an einen dunklen und warmen Platz trocknen. Allerdings verliert der Borretsch erheblich an Geschmack, wenn man diese Variante wählt.

Borretsch einfrieren

Borretsch einzufrieren ist nicht die beste Idee, denn aufgrund des hohen Wassergehalts wird das Kraut matschig und verliert an Geschmack. Der eingefrorene Borretsch kann dann höchstens noch für Eintöpfe, Suppen oder Saucen verwendet werden, nicht aber für Salate oder andere Rohkostspeisen.

Wer trotzdem Borretsch einfrieren möchte, schneidet das frisch geerntete Kraut klein und füllt es in Gefrierbeutel. Man kann das klein geschnittene Kraut auch in Eiswürfelbehälter legen und diesen mit Wasser auffüllen. Diese Borretschwürfel lassen sich ebenfalls für Suppen, Saucen oder Eintöpfe verwenden, aber auch als Kühlung für Limonaden oder andere Getränke nutzen.

Borretsch einlegen

Borretsch lässt sich in Öl einlegen und auf diese Weise konservieren. Für eine Flasche pflückt man etwa drei Handvoll Blüten und Blätter und gibt diese in die Flasche. Jetzt füllt man die Flasche mit Öl auf. Dazu eignet sich eher neutrales Öl wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Das Öl sollte ein paar Wochen durchziehen, bevor es für Salate oder andere Rohkostgerichte verwendet wird.

Borretsch -Verwendung in der Küche

Der Geschmack des Borretschs ähnelt dem der Gurke. Das Kraut findet in der Küche vor allem Verwendung für Kräutersaucen, Gurkensalat und andere Salate, Kohlspeisen, Pilzgerichte, Suppen und Eintöpfe. Beim Kochen verliert das Kraut allerdings an Aroma. Deshalb sollte Borretsch erst kurz vor dem Servieren den gekochten Gerichten zugefügt werden. Hauptsächlich werden mit Borretsch Kaltspeisen gewürzt.

Die Blüten können unter anderem als Garnierung von Kuchen, Konfitüren oder anderen Süßspeisen genutzt werden, wobei die Blüten essbar sind und auch kandiert gut schmecken.

Borretsch Tee

Borretsch-Tee soll die Nerven beruhigen und entspannend sowie schleimlösend wirken. Für eine Tasse werden zwei Teelöffel Blätter und Blüten mit kochendem Wasser übergossen. Von dem Tee sollte jeweils eine Tasse morgens und abends getrunken werden.

Hinweis: In Borretsch sind Alkaloide enthalten, die in zu großer Menge toxisch sind. So wirkt sich eine zu hohe Dosis gesundheitsschädlich auf die Leber aus. Für die Pflanze sind diese Alkaloide sehr nützlich, denn sie beschützen das Kraut vor Fraßfeinden. Aufgrund der giftigen Wirkung sollte Borretsch nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Die Alkaloide lassen sich übrigens auch nicht durch Erhitzen zerstören. Als unbedenklich gilt der gelegentliche Verzehr von Borretsch.

Borretsch Verwendung als Heilkraut

Borretsch soll vor allem entgiftend wirken. Außerdem dienen die Samen des Krauts als Zutat für Cremes, die bei Hautbeschwerden äußerlich angewendet werden. Im Samenöl sind Gamma-Linolensäure und Omega 6 Fettsäuren enthalten. Somit lindert das Öl den Juckreiz, stimuliert das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend. Borretsch wird somit äußerlich bei trockener Haut, Schuppen und Neurodermitis angewendet.

Die Anwendung von Borretsch als Heilmittel sollte jedoch stets mit dem Arzt abgesprochen werden! Auch die pharmazeutische Industrie nutzt Borretsch als Bestandteil für die Produktion von Hustensaft.

Lesen Sie hier: Borretsch als Heilpflanze

Rezepte mit Borretsch als Heilpflanze finden Sie hier:

Der Borretsch wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Borretsch in der Naturheilkunde finden Sie auf folgenden Seiten: Fieber, Frühjahrskur, Gesichtsfarbe, Gicht, Grippe, Herpes, Husten, Lungenblähung, Masern, Ödem, Steinerkrankungen und Transpiration.