Schnittlauch - Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Schnittlauch, Allium schoenoprasum

Die botanische Bezeichnung vom Schnittlauch lautet Allium schoenoprasum. Schnittlauch gehört zur Gattung Allium (Lauch), zu der unter anderem auch Knoblauch, Zwiebel, Porree und Bärlauch gehören.

Die mehrjährige Pflanze kann bis zu fünfzig Zentimeter hoch werden. Der Wurzelstock treibt die hohlen Stängel im Frühling aus und an den Stängeln bilden sich kugelförmige Blüten von einer rosa-violetten Farbe. Je nach Sorte können die Blüten gegessen werden.

Die Heimat des Schnittlauchs ist nicht bekannt. In Europa ist er überall verbreitet und wächst auch wild.

Schnittlauch Arten / Sorten

Im Handel ist nicht nur Allium schoenoprasum zu bekommen, sondern es gibt noch weitere Sorten zu kaufen:

  • Wilder Schnittlauch - Wilder Schnittlauch mag vor allem nährstoffreiche Wiesen und ist schon im Februar zu ernten. Die Stängel sind eher dünn und schmecken scharf und knoblauchartig.
  • Allium Polycross - Diese Sorte eignet sich ebenfalls für die Zimmerkultur und wächst sehr schnell. Es handelt sich um eine resistente Art mit dunkelgrünen Stängeln.
  • Allium species - Diese Sorte wächst langsam und wird von September bis April geerntet. Ein anderer Name ist Winterschnittlauch, der etwa vierzig Zentimeter hoch wird.
  • Allium schoenoprasum Sterile - Die Sorte setzt keine Samen an und ist besonders für Gerichte gedacht, in denen essbare Blüten vorkommen. Die Blüten zeichnen sich durch eine längere Zartheit aus.
  • Allium Staro - Der auch Pötschke genannte Schnittlauch weist stabile und dicke Röhren vor, die sehr aromatisch schmecken. Diese Sorte eignet sich besonders gut zum Einfrieren.

Schnittlauch / Inhaltsstoffe

In Schnittlauch sind folgende Stoffe enthalten:

  • Ätherisches Öl
  • Vitamin C
  • Eisen
  • Vitamin B2
  • Vitamin A
  • Natrium
  • Kalium
  • Calcium
  • Kieselsäure

Schnittlauch -Pflanzen u. Samen kaufen

In Supermärkten sind in der Regel Pflanzen zu bekommen, die schnell hochgezüchtet wurden. Diese halten meistens nicht lange und sind eher für den direkten Verzehr geeignet.

Eine Alternative ist das Bestellen des Schnittlauchs. Eine gute Auswahl an Schnittlauch finden Sie hier bei Amazon:

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Schnittlauch Anbau im Garten

Früher nutzte man den Schnittlauch als Einfassung für das Gemüsebeet, denn der Geruch hält viele Schädlinge fern. Pflanzt man ihn um ein Beet mit Erdbeeren, werden die Erdbeermilben vertrieben. Auch Möhren, Kohlrabi, Dill, Tomaten, Spinat und Sellerie profitieren vom Schnittlauch als Schädlingsbekämpfer.

Etwas schwieriger wird es mit Rosmarin, Thymian, Oregano und Petersilie als Nachbarn, da Schnittlauch eine feuchtere Erde benötigt, als diese Kräuter.

Pflege des Schnittlauchs

Standort: Schnittlauch mag einen halbschattigen bis sonnigen Platz.

Substrat: Für ein üppiges Wachstum sollte die Erde humusreich und locker sein. Ist der Boden im Garten eher mager, mischt man Kompost unter. Es sollte regelmäßig gegossen werden, bestenfalls mit abgestandenem Regenwasser. Schnittlauch mag weder Staunässe, noch zu trocknen Boden.

Düngen: Wächst der Schnittlauch in einem humusreichen Boden reicht es aus, einmal monatlich mit einem Flüssigdünger zu düngen. Statt Dünger aus dem Handel kann aber auch Kompost oder Mulch in die Erde eingearbeitet werden.

Überwintern: Schnittlauch ist zwar winterhart, aber man sollte das Kraut auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Die Blätter werden bis kurz über den Boden zurückgeschnitten. Die Pflanze sollte mit Tannenzweigen oder Rindenmulch abgedeckt werden.

Schnittlauch vermehren

Aussaat

Das Kraut ist ein sogenannter Kaltkeimer. Schnittlauch muss also nicht auf der Fensterbank vorgezogen werden, sondern die Aussaat kann im Freiland erfolgen.

Gesät wird ab Mitte April an einem halbschattigen Platz, der zuvor komplett von Unkraut befreit wird. Die Erde sollte locker sein und über einen geringen Anteil an Lehm verfügen. Man bedeckt die Samen leicht mit Erde und feuchtet den Boden mit einem Zerstäuber an. Die Erde darf nicht nass sein, nur feucht!

Nach ungefähr vierzehn Tagen zeigen sich die Keimlinge, die vor starkem Regen geschützt werden sollten. Sie brauchen ebenso einen Schutz vor starker Sonneneinstrahlung.

Möchte man den Schnittlauch im Haus ziehen, kann man schon Mitte Februar mit der Aussaat beginnen. Der Standort für die Anzucht sollte ungeheizt und eher kalt sein.

Teilung des Wurzelstocks

Sät man die Samen punktuell aus, bilden sich winterharte Schnittlauchhorste. Diese Büschel sollten alle zwei bis drei Jahre im Herbst geteilt werden. Dabei kann man einen Teil der Pflanzen in einen Topf pflanzen und somit hat man im Haus einen Wintervorrat. Wenn man den Topf kurze Zeit bei Nachtfrost in den Garten oder auf den Balkon stellt, verwelken die Halme, aber sobald die Pflanze wieder Zimmertemperatur bekommt, treibt sie sehr schnell aus.

Schnittlauch im Topf / Kübel

Schnittlauch lässt sich auch sehr gut im Topf kultivieren. Er mag auch in diesem Fall einen halbschattigen bis sonnigen Platz, wobei er den wärmeren Platz vorzieht.

Im Winter wickelt man um den Schnittlauch ein im Handel erhältliches Vlies. Dadurch werden Frostschäden an der Wurzel verhindert. Steht der Topf an einem warmen Standort, kommt es öfter vor, dass der Schnittlauch austreibt, wenn ein milder Winter vorherrscht.

Standort: Obwohl der Schnittlauch auch im Halbschatten wächst, würde er einen sonnigen Standort bevorzugen.

Im Winter sollte man dem Schnittlauch Winterruhe gönnen, wenn er im Zimmer gehalten wird: Im Herbst wird der Topf für etwa sechs Wochen in den Kühlschrank gestellt.

Substrat: Am besten ist ein Mischboden aus humoser Erde und Anteilen von lehmigem Sand. Der ph-Wert sollte zwischen 6 und 7 liegen. Da Schnittlauch keine Staunässe verträgt, kann man für einen besseren Wasserabzug, vor dem Einfüllen des Substrats, Lavasteine oder Kiesel auf den Topfboden legen.

Gießen: Der Topf sollte auf einen Untersetzer stehen, sodass überflüssiges Wasser direkt entfernt werden kann. Gegossen wird dann, wenn die Erde angetrocknet ist. Das Austrocknen der Erde muss jedoch vermieden werden.

Düngen: Da die meisten Substrate aus dem Handel bereits gedüngt sind, muss man Schnittlauch in der Regel im ersten Jahr nicht düngen. Danach kann jeden Monat mit einem organischen Flüssigdünger gedüngt werden und das in der Zeit von April bis September.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Schnittlauch ist nicht sehr anfällig für Krankheiten. So kommen Blattläuse selten vor und befallen höchstens den Schnittlauch, der auf dem Fensterbrett oder dem kleinen Balkon gehalten wird. Der Grund ist einfach das magere Nahrungsangebot an diesen Standorten für die Schädlinge, die dann auf den Schnittlauch zurückgreifen.

Zu erkennen sind Blattläuse oftmals an den gleichzeitig auftretenden Ameisen. Blattläuse können mit einem Brennnesselsud - der verdünnt wird - bekämpft werden.

Die Raupen der Lauchmotte verursachen starke Schäden am Schnittlauch. Deshalb sollten sofort Maßnahmen zur Beseitigung erfolgen. Man sammelt die Raupen ab und besprüht den Lauch mit einer Brühe aus Ackerschachtelhalm. Wirksam ist es ebenso, eine Mischkultur anzulegen, bestehend aus Erdbeeren, Ringelblumen, Fenchel und Dill.

Bei feuchter und kühler Witterung kann es zum sogenannten Schnittlauch-Rost kommen. Dabei zeigen sich kleine Flecken auf den Blättern, die eine rostige Farbe vorweisen. Die Pflanzenteile, die von der Rostkrankheit befallen sind, werden kurz über den Boden abgeschnitten. Die Pflanze wird mit einem Brennnesselsud (verdünnen!) gegossen.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Schnittlauch

Schnittlauch muss nicht, wie andere Pflanzen, regelmäßig geschnitten werden. Man schneidet lediglich die Blätter ab, die man verwenden möchte. Dabei sollten zirka drei Zentimeter vom Stängel stehenbleiben.

An den nachwachsenden Stängeln sieht man meistens an der Spitze eine bräunliche Verfärbung. Dieser Teil wird lediglich entfernt, bevor man ihn verzehrt.

Junger Schnittlauch wird im ersten Jahr nur jeden zweiten Monat einige Zentimeter gekürzt, um das Wachstum zu fördern.

Ernte des Schnittlauchs

Schnittlauch kann das ganze Jahr über geerntet werden. Durch regelmäßiges Ernten wächst der Schnittlauch besser und treibt nach jeder Ernte neue Triebe aus.

Nach der Aussaat kann die erste Ernte stattfinden, wenn die Halme eine Länge von rund zehn Zentimetern haben. Man schneidet etwa zwei bis drei Zentimeter über dem Boden ab.

Konservieren des Schnittlauchs

Wenn man frischen Schnittlauch im Bündel auf dem Markt einkauft, bleibt er ansehnlich, wenn man ihn in feuchtes Küchenpapier oder in ein feuchtes Handtuch einwickelt und in den Kühlschrank legt. Viele stellen das Bündel in ein mit Wasser gefülltes Gefäß, doch dann sehen die Enden schnell unappetitlich aus und der Qualitätsverlust ist recht hoch.

Ansonsten lässt sich Schnittlauch besser einfrieren statt trocknen.

Schnittlauch trocknen

Das Trocknen von Schnittlauch ist nicht empfehlenswert. Dadurch verliert er fast vollständig an Geschmack und Nährstoffen.

Schnittlauch einfrieren

Vor dem Einfrieren werden die Stängel gewaschen und das Wasser ausgeschüttelt. Der Schnittlauch muss vollständig trocken sein, bevor man ihn einfriert. Nun schneidet man den Schnittlauch in kleine Stücke und breitet sie zuerst auf einen Teller aus, sodass sie sich nicht berühren. Den Teller mit den Schnittlauchstücken stellt man ins Gefrierfach. Somit sind sie später leichter zu entnehmen, ohne dass die einzelnen Stücke aneinander kleben.

Sind die Schnittlauchstücke gefroren, löst man sie vom Teller und packt sie in einen Gefrierbeutel oder in einen anderen Gefrierbehälter um.

Schnittlauch Verwendung in der Küche

Schnittlauch kann in der Küche sehr vielseitig verwendet werden. Besonders beliebt sind Schnittlauchröllchen in Quark, der als Brotaufstrich gegessen wird. Ebenso schmeckt er gut zu Omelett, Rührei, Spiegelei sowie zu Kartoffelsalat oder Kartoffelsuppe.

Das Aroma ist intensiver, wenn man die Halme mit einem Messer ganz fein schneidet. Bei gekochten oder gebratenen Speisen sollte der Schnittlauch erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt werden.

Mit Schnittlauch lassen sich auch Salatdressings verfeinern und zusammen mit anderen Kräutern zu einem Dip oder einer Kräuterbutter verarbeiten.

Die Blüten können ebenfalls gegessen werden. Sie haben einen lauchigen Geschmack und können Teil eines frischen Sommersalates werden.

Schnittlauch Verwendung als Heilkraut

Als Heilkraut ist die Wirkung von Schnittlauch am besten bei der rohen Verzehrung. Die ätherischen Öle sowie das Vitamin C werden durch Kochen oder durch Hitze zerstört. Deshalb sollte das Kraut roh gegessen werden, beispielsweise indem man es zu oben genannten Speisen verzehrt.

Schnittlauch:

  • wirkt sich positiv auf die Verdauung aus
  • ist Appetit anregend
  • löst bei Husten den Schleim
  • ist harntreibend
  • reinigt das Blut
  • wirkt antibakteriell und antimikrobiell

Lesen Sie hier: Schnittlauch als Heilpflanze

Rezepte mit Schnittlauch als Heilpflanze finden Sie hier:

Blähungen, Verdauung