Satureja montana - Bergbohnenkraut

Bohnenkraut
Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Bohnenkraut gehört zur Familie der Lippenblütler und zur Gattung der Bohnenkräuter (Satureja). Unter den rund vierzig Bohnenkraut-Sorten sind im Handel meistens die beiden Arten Satureja hortensis (Sommerbohnenkraut) und Satureja montana (Bergbohnenkraut oder Winterbohnenkraut) erhältlich. Satureja hortensis stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und die Heimat von Satureja montana ist Südeuropa. Beide Sorten wachsen wild im Balkan und in den mediterranen Ländern.

Bild: Sten Porse, CC BY-SA 3.0, Link

Systematik

Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Bohnenkräuter
Wissenschaftl. Name: Satureja L.
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Auch in Deutschland und Österreich sind die Bohnenkräuter teilweise in der Natur zu entdecken.

Bohnenkraut ist unter anderem mit Thymian, Rosmarin und Salbei verwandt. Die in der Regel Lanzetten förmigen Blätter können eine Länge von drei Zentimeter erreichen. Die Blätter des Sommerbohnenkrauts sind ein bisschen behaart und flaumig; die des Bergbohnenkrauts sind eher ledrig. Bohnenkraut blüht von Juni bis Oktober mit weißen, zartrosanen oder blauvioletten Lippenblüten.

Bohnenkraut ist nicht nur ein Gewürz für die Küche, sondern ebenfalls ein Heilkraut, welches bereits im Mittelalter bekannt war und gegen manche Beschwerden verwendet wurde.

Bohnenkraut - Arten / Sorten

Es gibt etwa vierzig Sorten Bohnenkraut, wobei zwei Arten die meist verwendeten Sorten sind:

Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis) wird etwa 55 Zentimeter hoch und ist eine einjährige Pflanze. Der Geschmack ist milder, als der des Bergbohnenkrauts. Andere Namen für diese Sorte sind unter anderem Echtes Bohnenkraut oder Gartenbohnenkraut. Dies ist die Sorte, die in der Küche und dort vor allem für Bohnengerichte genutzt wird. Das Sommerbohnenkraut ist gleichzeitig ein Heilkraut.

Bergbohnenkraut (Satureja montana), das auch Winterbohnenkraut genannt wird, erreicht eine Höhe von etwa siebzig Zentimeter und ist eine mehrjährige Pflanze. Der Geschmack ist wesentlich stärker, als der des Sommerbohnenkrauts. Deshalb wird diese Sorte in erster Linie genutzt, um ätherisches Öl in Reinform zu gewinnen. Da Bergbohnenkraut als Futterpflanze für Bienen dient, ziert so mancher Gärtner damit seinen Garten. Außerdem vertreibt das Winterbohnenkraut den Samenkäfer, der sich gerne an Bohnen zu schaffen macht. Erfahrene Gärtner nutzen diese Wirkung und pflanzen das Bergbohnenkraut mit Bohnen als Mischkultur. Sind Rosen die Nachbarn des Winterbohnenkrauts, müssen die Blumen weder Blattläuse noch Mehltau befürchten.

Bohnenkraut / Inhaltsstoffe

Im Bohnenkraut sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Ätherisches Öl
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Ursolsäure
  • Schleim
  • Phytosterine

Bohnenkraut - Pflanzen und Öl kaufen

In Supermärkten sind in der Regel Pflanzen zu bekommen, die schnell hochgezüchtet wurden. Diese halten meistens nicht lange und sind eher für den direkten Verzehr geeignet.

Kauft man in Gartencentern Bohnenkraut, sollte auf Gesundheit der Pflanzen geachtet werden: Flecken oder gelbe Blätter deuten auf Pilz- oder Virenkrankheiten hin. Zudem sollte die Pflanze möglichst buschig gewachsen sein und sich durch satte Farben und ein starkes Aroma auszeichnen.

Eine Alternative ist das Bestellen des Bohnenkrauts. Eine gute Auswahl an Bohnenkraut finden Sie hier bei Amazon:

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Bohnenkraut - Anbau im Garten

Sowohl das Sommerbohnenkraut als auch das Winterbohnenkraut sind recht einfach selbst anzubauen. Beachtet man die Bedürfnisse der Pflanzen, handelt es sich um ein pflegeleichtes Kraut.

Standort

Bohnenkraut mag einen warmen und sonnigen Standort. Die Pflanze gedeiht aber auch im Halbschatten, wobei sich das Aroma an einem Sonnenplatz stärker entwickelt.

Substrat

Ideal ist ein lockerer, durchlässiger und humoser Boden. Staunässe kann das Bohnenkraut nicht vertragen. Deshalb mischt man unter schweren Boden etwas Sand.

Gießen

Sommerbohnenkraut und Winterbohnenkraut müssen nicht gegossen werden. Für die Pflanzen reicht der natürliche Niederschlag. Sollte es im Sommer sehr heiß werden, kann zwischendurch gegossen werden, wobei beide Sorten auch mit trockenen Phasen zurechtkommen.

Düngen

Für das Sommerkraut kann im Frühling ein bisschen Kompost unter die Erde gemischt werden. Winterbohnenkraut kann mit Hornspänen gedüngt werden.

Überwintern

Da Sommerbohnenkraut eine einjährige Pflanze ist, kann sie nicht überwintert werden. Diese Sorte wird in jedem Frühling neu ausgesät.

Winterbohnenkraut wird im Herbst zurückgeschnitten, wobei aber die holzigen Pflanzenteile stehenbleiben sollten. Im Frühling werden alle verwelkten und alten Triebe abgeschnitten. Danach treibt das Bohnenkraut wieder aus. Bergbohnenkraut benötigt lediglich in einem extrem kalten Winter einen Schutz: Das Kraut wird mit Vlies oder Laub abgedeckt.

Bohnenkraut vermehren

Aussaat

Möchte man direkt ins Freie aussäen, muss man die Eisheiligen abwarten. Die Aussaat beginnt dann etwa Ende Mai. Der Pflanzenabstand sollte beachtet werden, denn Bohnenkraut benötigt einen Pflanzabstand von etwa zwanzig Zentimeter.

Bohnenkraut lässt sich aber auch auf der Fensterbank vorziehen. Dann kann bereits im April ausgesät werden.

Die Samen werden lediglich leicht in die Erde gedrückt, da Bohnenkraut ein Lichtkeimer ist. Die Samen werden somit nicht zusätzlich mit Erde bedeckt.

Stecklinge

Die Vermehrung über Stecklinge ist beim Winterbohnenkraut möglich. Dabei wird ein junger Trieb abgeschnitten, der nicht verholzt ist. Am unteren Bereich des Zweiges entfernt man die Blätter. Der Steckling wird nun in ein Glas mit Wasser gestellt. Nach einigen Tagen sind die ersten Wurzeln zu sehen.

Teilen der Pflanze

Um Winterbohnenkraut zu teilen, wird die Pflanze ausgegraben. Nun teilt man die Pflanze mit einem Spaten und pflanzt beide Teile wieder in die Erde (Pflanzabstand beachten!).

Bohnenkraut im Topf / Kübel

Sommerbohnenkraut und Winterbohnenkraut können auch im Topf kultiviert werden. Der Topf sollte einen warmen und sonnigen Platz bekommen. Da Bohnenkraut keine Staunässe verträgt, sollte der Topfboden über Abzugslöcher verfügen.

Das Bohnenkraut im Topf wird nur sehr sparsam gegossen. Am besten steckt man seinen Finger in die bereits oberflächlich trockene Erde. Gegossen wird dann, wenn die Erde etwa zwei Zentimeter tief trocken ist.

Das mehrjährige Bohnenkraut sollte im Winter im kühlen Flur oder an einen anderen kühlen Ort stehen. Im Frühling kann der Topf wieder auf die Terrasse oder auf den Balkon gestellt werden und dann wird die Pflanze zurückgeschnitten.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Bohnenkraut ist eine recht robuste Pflanze, die eher selten von Schädlingen oder Krankheiten befallen wird. Sollten Blattläuse auf dem Kraut zu sehen sein, entfernt man diese mit einem starken Wasserstrahl. In seltenen Fällen leidet Bohnenkraut an Pilzerkrankungen. Die von Rost, Mehltau oder anderen Pilzen befallene Pflanze sollte sofort ausgepflanzt und entsorgt werden.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Bohnenkraut

Das einjährige Sommerbohnenkraut muss nicht geschnitten werden. Das Winterbohnenkraut wird im Frühling zurückgeschnitten. Verwelkte und alte Triebe werden dann herausgeschnitten. Man sollte jedoch nicht zu viel in das Holz schneiden. Hat man einen zu radikalen Schnitt vorgenommen dauert es länger, bis die Pflanze wieder austreibt.

Ernte des Bohnenkrauts

Die beste Erntezeit ist kurz vor der Blütezeit, weil dann das Aroma am stärksten ist. Es kann aber zu jeder Zeit geerntet werden. Soll das Bohnenkraut getrocknet werden ist es empfehlenswert, vor der Blüte zu ernten, damit möglichst viel Aroma erhalten bleibt. Ansonsten schneidet man bei Bedarf die jungen Triebe ab und verwendet das Bohnenkraut frisch.

Konservieren des Bohnenkraut

Bohnenkraut lässt sich gut konservieren, sodass kurz vor dem Frost üppig geerntet werden kann. Die geeigneten Methoden für Bohnenkraut sind das Trocknen und Einfrieren.

Bohnenkraut trocknen

Um Bohnenkraut zu trocknen, werden die Zweige bodennah abgeschnitten. Nun bindet man die Zweige zusammen und hängt das Bündel kopfüber an einen warmen und schattigen Platz auf. Eine andere Möglichkeit ist es, das Bohnenkraut im Backofen oder Dörrautomat zu trocknen.

Für das Trocknen im Ofen wird das Kraut auf ein Backblech ausgebreitet. Getrocknet wird bei dreißig bis fünfzig Grad. Dabei bleibt die Backofentüre geöffnet, indem ein Kochlöffel zwischen die Türe geklemmt wird. Man muss mit einigen Stunden rechnen, bis Bohnenkraut getrocknet ist. Danach lässt man es abkühlen und streift die Blätter von den Stängeln. Die Blätter werden in ein Schraubglas mit dunklem Glas gefüllt. Gelagert wird das trockene Bohnenkraut an einem trockenen und kühlen Platz.

Bohnenkraut einfrieren

Bohnenkraut kann als Strauß gebündelt eingefroren werden. So lassen sich die Sträuße mitkochen und leichter dem Gericht entnehmen. Es können aber die Blätter von den Stängeln gestreift werden und man füllt die Blätter in die Fächer eines Eiswürfelbehälters. Die Fächer werden mit Wasser aufgefüllt und der Behälter in das Gefrierfach gestellt.

Bohnenkraut - Verwendung in der Küche

Zum Würzen können beide Sorten verwendet werden, wobei der Geschmack von Sommerbohnenkraut weniger intensiv ist. Wie der Name bereits ahnen lässt, wird Bohnenkraut in erster Linie zum Würzen von Bohnengemüse oder Bohnensalat genutzt. Es lassen sich damit aber auch Kohlgerichte, Kartoffelgerichte, Linsengemüse, Erbsengerichte, Fischgerichte und Lammfleisch würzen.

Allgemein passt Winterbohnenkraut eher zu deftigen Speisen. Mit beiden Sorten sollte sparsam gewürzt werden, da sonst der Geschmack zu stark ist.

Bei Gemüsegerichten, Eintöpfen und Suppen kann das Bohnenkraut als Strauß mitgekocht und vor dem Servieren wieder entfernt werden. Möchte man Salate oder Rohkost mit Bohnenkraut verfeinern, werden nur die Blätter verwendet, die sehr klein gehackt werden.

Bohnenkraut Tee

Bohnenkraut-Tee hilft bei Magen-Darm-Beschweren, bei Völlegefühl, Blähungen und bei Atemwegserkrankungen. Für eine Tasse Bohnenkraut-Tee übergießt man einen Esslöffel des Krauts mit kochendem Wasser. Tee mit getrocknetem Bohnenkraut muss fünf Minuten ziehen und mit frischem Kraut lässt man ihn zehn Minuten ziehen.

Bohnenkraut - Verwendung als Heilkraut

Bohnenkraut macht schwere Speisen leichter verdaulich und beugt Darmkrämpfen, Magenkrämpfen, Blähungen und Völlegefühl vor.

Zudem kann mit dem Tee gegurgelt werden, um Husten zu behandeln. Dazu lässt man den Tee abkühlen.

Unreine und fettige oder entzündliche Gesichtshaut kann mit einem Dampfbad behandelt werden, dem Bohnenkraut zugefügt wird.

Bohnenkraut-Tee soll zudem bei Schlafproblemen und Kopfschmerzen helfen. Für besseren Schlaf wird der Tee vor dem zu Bett gehen getrunken.

Bei Keuchhusten und Asthma haben sich Bäder mit Bohnenkraut bewährt. Mit den frischen Blättern können Wespen- oder Bienenstiche behandelt werden. Dafür zerdrückt man die Blätter und trägt diese auf die betroffene Stelle auf.