Melisse, Melissa officinalis

Melisse (Zitronenmelisse)
(Melissa officinalis L.)

Systematik

Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Melissen (Melissa)
Art: Zitronenmelisse
Wuchshöhe: bis etwa 90 cm
Wissenschaftl. Name: Melissa officinalis L.
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Der botanische Name der Melisse lautet Melissa officinalis. Viele kennen die Pflanze unter der Bezeichnung Zitronenmelisse. Diesen Namen bekam sie, da die Melisse nach Zitronen duftet. Deshalb zieht die Melisse fast magisch Bienen an und aus dem Nektar lässt sich ein leckerer Honig herstellen. Im Volksmund wird die Melisse auch Honigblume, Bienensaug, Bienenkraut oder Bienenfang genannt. Andere volkstümliche Namen für diese Pflanze sind unter anderem Herzbrot, Herztrost, Nervenkräutel, Zitronenkraut, Riechnessel oder Zitronella.

Die Pflanze wird bis zu neunzig Zentimeter hoch und kann ein Alter von bis zu dreißig Jahren erreichen. Die aufrecht stehenden und verzweigten Stängel besitzen drüsenlose Haare und Drüsenhaare. Allerdings ist die Melisse eher spärlich behaart und es gibt auch fast kahle Pflanzen. Die Zitronenmelisse blüht mit anfangs blassgelben und später weißen bis rötlichen Blüten.

Die ursprüngliche Heimat der Melisse ist Westasien und der östliche Mittelmeerraum. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler und zur Unterfamilie der Nepetoideae.

Im Jahre 1988 wurde Melissa officinalis als Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet. Schon Hildegard Bingen nutzte die Pflanze zu Heilzwecken und auch heute wird vor allem die krampflösende und beruhigende Wirkung der Zitronenmelisse geschätzt. Aufgrund der Heilwirkungen wurde im Mittelalter verordnet, diese Pflanze in allen Klostergärten anzubauen.

Melisse Arten / Sorten

Die verschiedenen Sorten der Melisse unterscheiden sich nicht nur vom Aussehen, sondern auch die ätherischen Öle sind unterschiedlich zusammengesetzt. Somit hängen das Aroma und der Geschmack von der Sorte, bzw. von den Anteilen der Öle ab. Es gibt zwei Unterarten der Melissa officinalis L.:

  • Melissa officinalis ssp. officinalis ist niedriger wachsend
  • Melissa officinalis ssp. altissima duftet weniger angenehm

Melisse / Inhaltsstoffe

Melisse enthält folgende Stoffe:

  • Die ätherischen Öle Citral, Nerol, Geraniol, Thymol, Caryophylen und Linalool
  • Hydroxyzimtsäure
  • Kaffeesäure
  • Rosmarinsäure
  • Bitterstoffe
  • Harze
  • Schleimstoffe
  • Saponine
  • Vitamin C

Melisse - Pflanzen und Öl bestellen

Beim Kauf von Melissenpflanzen sollte auf einen kräftigen Wuchs geachtet werden. Oft werden die Pflanzen zu schnell hochgezogen. Dann wirken die Stängel kraftlos und die Stängel hängen. Gesunde und kräftige Pflanzen verfügen über stabile und aufrecht stehende Stängel. Das zitronige Aroma sollte zu riechen sein. Außerdem sollte auf mögliche Krankheiten geachtet werden: Sind die Blätter mit rostbraunen oder weißen Flecken versehen, ist die Pflanze von Rost oder Mehltau befallen.

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Melisse Anbau im Garten

Zitronenmelisse sieht besonders in Bauerngärten schön aus. Beachtet man die Heimat der Melisse und bietet ihr den geeigneten Standort und Boden, bekommt man eine relativ pflegeleichte Pflanze. Melisse verfügt über unterirdische Wurzelausläufer und breitet sich leicht aus.

Standort

Zitronenmelisse mag einen halbschattigen bis sonnigen Standort, der die Pflanze vor Regen und Wind schützt.

Substrat

Die Erde sollte durchlässig, humos und nährstoffreich sein. Die Melisse bevorzugt lehmigen, sandigen Boden, der mit mineralhaltigem Kompost zum idealen Substrat wird.

Gießen

Frisch gepflanzte Melisse wird regelmäßig gegossen und zwar dann, wenn die Erdoberfläche trocken ist. Ansonsten reicht der Melisse das Regenwasser und man gießt die Pflanze lediglich im Sommer.

Düngen

Da die Melisse in nährstoffreichen Boden stehen sollte, muss sie nicht gedüngt werden.

Überwintern

Melisse ist eine winterharte Pflanze, deren oberirdische Pflanzenteile absterben, sobald der erste Frost war. Diese abgestorbenen Pflanzenteile sollten dann abgeschnitten werden. Die Melisse wird im Frühling wieder austreiben.

Melisse vermehren

Zitronenmelisse kann mit Samen, Stecklingen und via Teilung vermehrt werden.

Aussaat

Mit der Aussaat kann bereits im späten Winter angefangen werden, wenn man die Melisse im Haus vorzieht. Möchte man direkt ins Freiland aussäen, beginnt man Ende Mai. Im Beet brauchen die Pflanzen einen Abstand von etwa zwanzig Zentimeter zueinander. Die Samen werden in die Erde gedrückt. Melisse ist ein Lichtkeimer und wird deshalb nicht zusätzlich mit Erde bedeckt.

Stecklinge

Beim Rückschnitt kann die Pflanze mittels Stecklingen vermehrt werden. Dazu werden die abgeschnittenen Zweige in Töpfe mit Anzuchterde gesteckt. Zuvor wird der Steckling im unteren Bereich von Blättern befreit.

Melisse teilen

Melisse lässt sich auch gut teilen, denn sie bildet Horste. Dazu wird die Pflanze ausgegraben und mit einem Spaten wird der Wurzelstock geteilt. Die Pflanze wird dann einfach wieder eingepflanzt.

Melisse im Topf / Kübel

Zitronenmelisse verwandelt den Balkon in eine duftende Oase. Allerdings sollte man bedenken, dass Bienen von dem Duft magisch angezogen werden.

Der Topf, in den die Melisse gepflanzt wird, sollte frostfest sein. Die Pflanze sollte einen warmen Standort im Halbschatten oder in der Sonne bekommen. Bestenfalls wählt man den Standort so aus, dass die Melisse windgeschützt steht.

Für die Kultivierung im Topf kann Blumenerde genutzt werden, die man mit Hornspänen anreichert. Die Erde sollte leicht feucht gehalten werden, obschon die Melisse auch mal einen trockenen Tag verträgt. Staunässe kann sie aber gar nicht vertragen.

Im Topf sollte die Melisse gedüngt werden. Dazu wird alle zwei Wochen von April bis Ende Juli ein organischer Flüssigdünger verwendet.

Zitronenmelisse benötigt als Topfpflanze einen Winterschutz. Dazu wickelt man um den Topf eine Luftpolsterfolie und stellt die Pflanze am besten an die Hauswand, die täglich die meiste Sonne abbekommt.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Mehltau ist eine Krankheit, von der die Zitronenmelisse häufig befallen wird. Erkennbar ist dies an weißen Belägen auf den Blättern.

Auch Rost zeigt sich manchmal auf der Melisse und zwar an braunroten Flecken. Rost ist eine Pilzerkrankung, die besonders in den Sommermonaten auftritt, wenn der Sommer zu feucht ist. Bei Rost sollte die Pflanze großzügig zurückgeschnitten werden.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Melisse

Bei richtiger Pflege kann pro Saison vier Mal geerntet werden. Dazu muss die Melisse geschnitten werden:

  • Kurz vor der Blütezeit werden die Zweige zurückgeschnitten, wobei man die Zweige etwa zehn Zentimeter hoch lässt
  • Die beste Tageszeit zum Schneiden ist der frühe Morgen, sobald der Tau auf den Pflanzen getrocknet ist

Im Herbst wird die Zitronenmelisse nochmals zurückgeschnitten. Normalerweise welken die Pflanzenteile nach dem ersten Frost. Man könnte also auch erst nach dem Winter einen Rückschnitt vornehmen.

Ernte der Melisse

Die Ernte der Melisse kann vier Mal pro Jahr stattfinden. Am besten erntet man kurz vor der Blüte, denn dann ist die Melisse besonders aromatisch. Mit der Ernte sorgt man dafür, dass die Melisse erneut austreibt. Zum Ernten können einzelne Blätter oder Zweige abgeschnitten werden.

Konservieren der Melisse

Wie jedes Kraut verliert auch Melisse beim Konservieren an Aroma und dennoch kann die üppige Ernte getrocknet, eingefroren oder in Öl eingelegt werden.

Melisse trocknen

Das Aroma ist am besten, wenn der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Dies ist kurz vor der Blütezeit der Fall. Dann sollten die Zweige zum Trocknen geerntet werden. Nun können entweder die Stängel gebündelt und kopfüber an einen trocknen, warmen Platz aufgehängt werden oder man entfernt die Blätter von den Zweigen und legt die Pflanzenteile ausgebreitet in die Sonne. Hängt man die Melisse zum Trocknen als Bündel auf, sollte die Sonne nicht direkt auf das Kraut scheinen.

Melisse einfrieren

Beim Einfrieren bleibt mehr Aroma erhalten. Die frisch geernteten Blätter werden unzerkleinert eingefroren. Dazu packt man die Blätter in einen Gefrierbeutel.

Melisse einlegen

Melisse kann in Öl eingelegt werden. Dazu werden die frischen Blätter in eine Flasche gefüllt, die mit Öl aufgefüllt wird. Die Pflanzenteile müssen komplett mit Öl bedeckt sein.

Melisse Verwendung in der Küche

Der Geschmack von Zitronenmelisse kann mit fruchtig, zitronig und leicht krautig beschrieben werden. Melisse lässt sich somit vielseitig in der Küche verwenden:

  • zum Verfeinern von Blattsalaten und Obstsalaten
  • zum Würzen von Fischgerichten
  • als Zutat für Konfitüren, Gelees und Marmeladen
  • zum Verfeinern von Eis und anderen Süßspeisen
  • als fruchtige Zutat in Getränken
  • als Bestandteil von Chutneys und Marinaden
  • zum Verfeinern von Pesto
  • zum Würzen von hellem Fleisch
  • zur Zubereitung eines Tees

Damit die Melisse ihr Aroma behält, sollte sie nicht mitgekocht werden. Bei Gerichten, die gekocht oder gebraten werden, gibt man die Zitronenmelisse kurz vor dem Servieren hinzu.

Frische Melisse wird schnell braun. Deshalb sollte das Kraut erst geerntet werden, wenn man die Speisen zubereitet.

Melisse Tee

Melissen-Tee wird vor allem gegen depressive Verstimmungen, bei Schlafstörungen und bei Magen-Darm-Problemen getrunken. Für die Zubereitung des Tees wird frische Melisse verwendet. Dabei können Stiele und Blätter genutzt werden. Etwa zwei Handvoll Melisse wird für einen Liter Tee gebraucht. Die Melisse wird mit heißem Wasser übergossen. Der Tee sollte zwanzig Minuten ziehen.

Melissen-Tee schmeckt warm und kalt. Gibt man zusätzlich frische Minze hinzu, erhält man ein leckeres Erfrischungsgetränk.

Melisse Verwendung als Heilkraut

Schon in der Antike wussten die Mediziner, dass Melisse stimmungsaufhellend wirkt. Später wurde die Zitronenmelisse durch Hildegard Bingen bekannt. Auch heute wird die Pflanze als Heilkraut verwendet und 1988 wurde sie als Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet.

Melissen-Tee soll zudem gegen Menstruationskrämpfe helfen. Aufgrund der antiviralen Wirkung hilft Melisse äußerlich angewendet bei Lippenherpes.

Mit dem Tee können auch Insektenstiche, Muskelkater und Muskelverspannungen behandelt werden. Reibt man die Muskeln mit dem Tee vor dem Sport ein, lässt sich damit Muskelkater vorbeugen.

Gibt man frische Melisse ins Wannenbad, wirkt das Bad entspannend und beruhigend. Im Handel sind zwar Badezusätze mit Melisse erhältlich, doch meistens sind die Inhaltsstoffe synthetisch und somit nicht so wirkungsvoll wie natürliche Melisse. Ein Bad mit frischer Melisse hilft zudem gegen Hautentzündungen.

Zitronenmelisse wirkt:

 

Lesen Sie hier: Melisse als Heilpflanze

Rezepte mit Melisse als Heilpflanze finden Sie hier:

Alpdrücken, Anämie, Appetit, Asthma, Atemnot, Atemprobleme, Bäder, Gedächtnis, Insektenstich, Leber, Lunge, Magenverstimmung, Ohrensausen, Schlaflosigkeit, Schwangerschaft, Schwindel, Übelkeit