Beifuß, Artemisia vulgaris

Beifuß
(Artemisia vulgaris L.)

Systematik

Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Untertribus: Artemisiinae
Gattung: Artemisia
Art: Beifuß
Wissenschaftl. Name: Artemisia vulgaris L.
Wuchshöhe: bis 200 cm
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Beifuß (Artemisia vulgaris) ist ein Korbblütler und gehört zur Gattung Artemisia. Im Volksmund wird der Beifuß unter anderem Gänsekraut, Sonnenwendkraut, Besenkraut, Wilder Wermut oder Weiberkraut genannt.

Die krautige, bis zu zwei Meter hoch werdende Pflanze wird in der Küche als Gewürz und als Heilkraut verwendet. Sie wächst an Wegrändern, Brachflächen und anderen eher anspruchslosen Standorten.

Der Beifuß blüht mit kleinen Blüten, die traubenartig angeordnet sind. Die Farbe wechselt während der Blütezeit: Zuerst haben die Blüten eine graugrüne Farbe und wechseln dann zu Gelb und leicht Rosa.

Die Pollenbildung von Beifuß ist sehr stark. Deshalb ist diese Pflanze häufig ein Allergieauslöser.

Bildnachweise: Beifuß von Assianir, lizenziert unter CC BY-SA 3.0,

Beifuß Arten / Sorten

Zwei Unterarten des Beifußes sind:

  • Artemisia vulgaris var. indica – Asiatischer Beifuß, der auch indisches Moxakraut genannt wird
  • Artemisia vulgaris var. vulgaris – Europäischer Beifuß

Beifuß / Inhaltsstoffe

Beifuß enthält folgende Stoffe:

  • Die ätherischen Öle Campher, Linalool, Thujon und Cineol
  • Flavonoide
  • Cumarine
  • Bitterstoffe

Beifuß Anbau im Garten

Beifuß wird nicht so oft im Garten gepflegt, da die Pflanze von vielen Menschen als wucherndes Unkraut angesehen wird. Beifuß ist jedoch eine Heil- und Würzpflanze, mit der beispielsweise fettige Speisen besser verdaut werden können. Wer Artemisia vulgaris kultivieren möchte, holt sich eine recht anspruchslose Pflanze in den Garten.

Standort

Der ideale Standort für Beifuß ist hell und trocken. Er gedeiht gut an vollsonnigen Plätzen, aber auch an einem hellen, halbschattigen Ort. Wichtig ist, dass der Beifuß genug Sonnenlicht erhält, denn dadurch entfaltet sich das Würzaroma.

Substrat

Obwohl Beifuß ganz verschiedene Bodenarten toleriert, wächst er am besten auf kalkhaltigen, humusreichen und durchlässigen Substrat.

Gießen

Beifuß wird nur mäßig gegossen. Die Pflanze kann keine Staunässe vertragen.

Düngen

Als Dünger bekommt Beifuß im Frühling und im Spätsommer Kompost, welcher in die Erde eingearbeitet wird.

Überwintern

Beifuß benötigt keinen Winterschutz.

Beifuß vermehren

Beifuß lässt sich durch Aussaat und Teilung vermehren.

Hinweis: Artemisia vulgaris ist dafür bekannt, dass sie sich selbst aussät. Damit der Beifuß kontrolliert vermehrt werden kann, sollten im Herbst die verwelkten Blütenstände abgeschnitten werden. Diese Blütenrispen können getrocknet werden, sodass man einen Vorrat von Beifuß hat, der in der Küche oder zur Teezubereitung verwendet werden kann.

Aussaat

Die Samen können Ende September von der Pflanze abgesammelt und getrocknet werden. Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat ins Beet ist der April. Die Samen werden lediglich leicht in den Boden gedrückt, da Beifuß ein Lichtkeimer ist. Der Pflanzabstand sollte rund vierzig Zentimeter betragen. Nach etwa drei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge.

Stecklinge

Die Wurzelteilung kann im Herbst oder Frühling erfolgen. Dazu wird das fleischige Rhizom in Stücke geteilt, die etwa gleich groß sein sollten. Die Wurzelstücke werden waagerecht rund vier Zentimeter tief in den Boden eingepflanzt. Nach wenigen Monaten haben sich neue Pflanzen aus diesen Rhizomstücken herausgebildet.

Beifuß im Topf / Kübel

Möchte man den Beifuß im Topf kultivieren, benötigt die Pflanze einen großen Topf. Als Substrat eignen sich Kräutererde oder Blumenerde, unter die ein bisschen Sand gemischt wird.

Da Beifuß keine Staunässe verträgt, sollten Tonscherben oder Kies auf den Topfboden gelegt werden, bevor die Erde eingefüllt wird. Zudem sollte der Topf über Abflusslöcher im Boden verfügen.

Beifuß im Topf benötigt ein wenig mehr Wasser und Dünger als im Beet.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Beifuß ist eine sehr robuste Pflanze, die im gesunden Zustand keine Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten zeigt. Wird die Pflanze falsch behandelt und somit geschwächt, ist natürlich auch der Beifuß nicht mehr in der Lage, Läuse und andere Schädlinge abzuwehren.

Bekommt der Beifuß zu viel Wasser oder entsteht sogar Staunässe, muss mit Wurzelfäule gerechnet werden.

Ansonsten hält der Beifuß aufgrund seines Geruchs Schildwanzen, Blattläuse, Erdflöhe und Kohlweißlinge fern. Das bedeutet: Beifuß ist ein idealer Nachbar für Gemüse und lässt sich somit als Insektenabwehr im Nutzgarten anbauen.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Beifuß

Beifuß erhält im März einen radikalen Rückschnitt. Ansonsten ist die Ernte gleichzeitig der Schnitt, denn dadurch wird die Pflanze angeregt, neue Pflanzteile auszubilden.

Ernte des Beifuß

Für den Verzehr eignen sich alle Pflanzenteile des Beifußes. Auch Wurzelstücke können verzehrt werden. Die Blätter sollten vor der Blütezeit geerntet werden. Der Geschmack der Blätter wird bitter, sobald der Beifuß anfängt zu blühen.

Die Erntezeit beginnt im Mai. Dazu schneidet man mit einer Schere die Blätter und Triebspitzen ab, die man verwenden möchte.

Konservieren des Beifuß

Zum Konservieren von Beifuß werden vor der Blütezeit längere Stängel abgeschnitten und kopfüber an einen luftigen und trockenen Ort aufgehängt. Die getrockneten Blätter und Rispen werden in einem verschließbaren Behälter aufbewahrt.

Beifuß - Verwendung in der Küche

Beifuß schmeckt würzig und etwas bitter und wird vor allem zum Würzen von schwer verdaulichen und fettigen Speisen genutzt. In der Regel verwendet man die Rispen und weniger die Blätter, denn die Rispen schmecken milder. Die Blätter bekommen ein sehr bitteres Aroma, sobald die Pflanze anfängt zu blühen. Deshalb werden in der Küche junge Blätter verwendet, die vor der Blütezeit geerntet werden.

Beifuß kann frisch und getrocknet genutzt werden. Man würzt damit Eisbein, Gans, Ente, Wellfleisch oder andere fette Fleischspeisen. Aber auch Kartoffeln, Suppen und Saucen können mit Beifuß gewürzt werden. Das Kraut wird mitgekocht, denn dadurch entfaltet sich das volle Aroma.

Beifuß Tee

Beifuß-Tee wirkt verdauungsfördernd und menstruationsfördernd. Für die Zubereitung einer Tasse Tee wird ein Teelöffel Blätter mit kochendem Wasser übergossen. Man lässt den Tee rund zwei Minuten ziehen und seiht ihn ab. Von diesem Tee können bis zu drei Tassen pro Tag getrunken werden.

Beifuß verfügt über eine starke Heilwirkung. Deshalb sollte man den Tee höchstens eine Woche lang trinken und anschließend eine Pause von mindestens drei Wochen einhalten.

Vorsicht! Bei einer Schwangerschaft sowie bei Fieber darf Beifuß nicht verwendet werden! Ebenso sollte man als sensibler Mensch aufpassen, denn Beifuß ist bekannt dafür, dass er Asthma-Anfälle oder eine allergische Reaktion auslösen kann!

 

Beifuß Verwendung als Heilkraut

Beifuß wirkt antifungizid, antibakteriell, verdauungsfördernd, beruhigend, wehenfördernd und durchblutungsfördernd. In der Naturheilkunde wird Artemisia vulgaris vor allem bei Übelkeit, Magen-Darmbeschwerden, Leberbeschwerden, Gallebeschwerden, Kopfschmerzen, Wechseljahresbeschwerden, innerer Unruhe und leichten Nervenerkrankungen eingesetzt. Mit einem Beifuß-Öl können Füße und Beine eingerieben werden, wenn sie nach einer Wanderung schmerzen oder müde sind.

Lesen Sie hier: Beifuß als Heilpflanze

Rezepte mit Beifuß als Heilpflanze finden Sie hier:

Appetit, Darmparasiten, Erbrechen, Fieber, Fußpflege, Gallenblase, Hautgeschwür, Insekten, Menstruation