Lamium Galeobdolon

Taubnessel
Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Systematik

Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Lamioideae
Gattung: Taubnesseln
Wissenschaftl. Name: Lamium L.
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Taubnesseln sind Lippenblütler und gehören der Pflanzengattung Lamium an. Zu dieser Gattung gehören etwa dreißig Arten. Die weiße Taubnessel wird aufgrund ihres Äußeren häufig mit der Brennnessel verwechselt. Dabei hat die Taubnessel keine Brennhaare.

Taubnesseln werden von Gärtnern meistens als lästiges Unkraut angesehen, dabei können vor allem die weiße, gelbe, rote und die gefleckte Taubnessel eine schöne Zierde für den Garten sein. In den Blüten befindet sich ein süßlicher Nektar, von dem sich Bienen angezogen fühlen. Deshalb wird die Taubnessel im Volksmund auch Bienensaug genannt.

Obwohl die Taubnessel-Arten verschiedenfarbige Blüten vorweisen, sind alle Sorten in der Küche und zu Heilzwecken verwendbar. Die größte Heilkraft besitzt die gelbe Taubnessel. Es können alle Pflanzenteile verwendet werden.

Taubnessel Arten / Sorten

Unter den dreißig Taubnessel-Arten sind vor allem folgende Sorten bekannt:

  • Lamium Album ist die weiße Taubnessel, die der Brennnessel zum Verwechseln ähnlich ist. Wie allen Taubnesseln fehlen auch der weißen Taubnessel die Brennhaare.
  • Lamium Galeobdolon ist die gelbe Taubnessel, die auch Goldnessel genannt wird. Sie blüht von April bis Juni mit gelben Blüten.
  • Lamium Purpureum ist die rote Taubnessel, die mit Blüten in den Farben Pink bis Rot und fast ganzjährig blüht.
  • Lamium Maculatum ist die gefleckte Taubnessel, von der es verschiedene Sorten gibt. Ihre Blüten sind lila und ihre Blätter gemustert.

Taubnessel / Inhaltsstoffe

In den Taubnesseln sind folgende Stoffe enthalten:

  • Ätherische Öle
  • Saponine
  • Gerbstoffe
  • Gerbsäure
  • Labiat-Gerbstoff
  • Schleim
  • Tyramin
  • Histamin
  • Flavonglycoside

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Taubnessel Anbau im Garten

Die Taubnessel ist eine recht pflegeleichte Pflanze, die sich allerdings stark vermehrt. Die Samen werden von Ameisen verbreitet, aber auch die Wurzelausläufer tragen zur Selbstvermehrung bei. Das ist der Grund, weshalb viele Gartenliebhaber die Taubnessel als Unkraut ansehen. Dabei profitiert man von der Taubnessel, weil sie Bienen anzieht und mit ihren schönen Blüten zur Zierde eines naturnahen Gartens wird.

Lamium Album

Standort

Beim Standort ist die Taubnessel nicht besonders wählerisch. Sie mag einen hellen, halbschattigen Platz, gedeiht aber ebenso im Schatten oder am sonnigen Standort.

Substrat

Beim Boden ist sie etwas anspruchsvoller als beim Standort. Die Taubnessel benötigt einen nährstoffreichen, lockeren und humosen Boden, der stets feucht sein sollte. Staunässe kann die Taubnessel nicht vertragen.

Gießen

Die Erde sollte leicht feucht gehalten werden. Somit muss im Sommer mehr gegossen werden, als in den anderen Jahreszeiten.

Düngen

Im ersten Jahr benötigt die Taubnessel keinen Dünger. Danach wird im Sommer alle vier Wochen ein Flüssigdünger gegeben. Dabei gibt man jedoch lediglich die Hälfte der auf der Flasche angegebenen Dosierung.

Überwintern

Die Taubnessel kann problemlos im Freien überwintern, da sie Temperaturen bis minus dreißig Grad verträgt.

Taubnessel vermehren

Die Taubnessel vermehrt sich bei einem günstigen Standort selbst. Das geschieht über die Verteilung der Samen durch Ameisen, aber auch durch die Wurzelausläufer. Die Selbstvermehrung kann jedoch reduziert werden, indem man die Wurzelausläufer absticht. Wer gezielt Taubnesseln vermehren möchte, kann dies über Teilung und Stecklinge tun.

Lamium Maculatum

Stecklinge

Die Vermehrung mittels Stecklingen sollte im Sommer stattfinden. Es werden die Triebe abgeschnitten, die nicht blühen. Der untere Bereich des Stecklings wird von Blättern befreit und anschließend in Anzuchterde gesteckt. Wichtig dabei ist, dass mindestens ein Auge über der Erde bleibt.

Damit sich die Stecklinge gut entwickeln können, brauchen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dafür hat es sich bewährt, über den Steckling eine Plastikhaube zu ziehen. Die Stecklinge können umgepflanzt werden, wenn sich am Steckling neue Blätter entwickelt haben.

Teilen der Pflanze

Die Teilung nimmt man im Herbst vor. Dabei wird der Wurzelballen geteilt, wobei jedes Teilstück über genügend Wurzeln und Blätter verfügen sollte. Die Taunesseln sollten mit einem Abstand von zirka zwanzig Zentimeter gepflanzt werden.

Taubnessel im Topf / Kübel

Die Taubnessel lässt sich auch im Topf kultivieren, wobei dieselben Pflegerichtlinien gelten, wie bei der Pflanzung im Beet.

Die Erde darf weder ganz austrocknen, noch zu nass werden. Ist die oberste Erdschicht angetrocknet, bekommt die Taubnessel wieder Wasser.

Da die Taubnessel keine Staunässe verträgt, sollte der Topfboden über Abzugslöcher verfügen und es empfiehlt sich eine Drainage, beispielsweise aus Tonscherben.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Bei Taubnesseln treten oftmals Pilzerkrankungen auf. Dabei werden sie am häufigsten vom Grauschimmel befallen. Dies zeigt sich durch weich werdende und schließlich faulende Blätter und Stängel. Die befallenen Pflanzen werden mit einem staubartigen, grauen Pilzrasen überzogen.

Um eine Ausbreitung des Pilzes zu verhindern, sollten die bereits befallenen Pflanzen entfernt werden. Eine Pilzerkrankung tritt in der Regel bei zu dichtem Bewuchs auf oder bei einem wenig durchlässigen Boden.

Ebenso gehören Blattläuse zu den Schädlingen der Taubnessel. Auch in dem Fall sollten bereits befallene Pflanzen entfernt werden.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt der Taubnessel

Bei der Taubnessel sollte auf einen Rückschnitt im Herbst verzichtet werden, denn die Blätter sind ein guter Winterschutz für die Pflanze. Sollte die Taubnessel stark wuchern, kann sie zurückgeschnitten werden.

Gegen das ungewollte Vermehren der Taubnessel lassen sich die Pflanzen abstechen.

Ernte der Taubnessel

Von der Taubnessel können Stängel, Blüten und Blätter verwendet werden. Man erntet stets die oberen Pflanzenspitzen, indem man diese abpflückt. Die Blätter werden vor der Blütezeit geerntet.

Taubnessel Verwendung in der Küche

Rote Taubnessel

Die Taubnessel passt gut zu Salaten, Suppen, Soufflés und Aufläufen. Zu Fisch schmeckt das Kraut gut, wenn es leicht gedünstet wird. Taubnesselblätter können ebenso wie Spinat zubereitet und als Gemüse gegessen werden.

Die Blüten mit ihrem süßen Geschmack werden für Süßspeisen und Salate verwendet.

Taubnessel Tee

Taubnessel-Tee wird in erster Linie gegen Beschwerden in den Wechseljahren oder Menstruationsbeschwerden getrunken. Für eine Tasse Tee werden zwei Teelöffel Taubnesselblüten mit kochendem Wasser übergossen. Der Taubnessel-Tee sollte fünf Minuten ziehen.

Der Tee hilft zudem bei Atemwegserkrankungen, Verdauungsproblemen und Magen- und Darmentzündungen.

Taubnessel Verwendung als Heilkraut

Als Heilpflanze wird die Taubnessel bei Bronchitis, Husten, Erkältung, Asthma, Verdauungsproblemen, Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Beschwerden in den Wechseljahren, Weißfluss, Krampfadern, Ekzeme und Furunkel angewendet.

Die Taubnessel wirkt schleimlösend, antibakteriell, krampflösend, harntreibend und beruhigend, adstringierend, auswurffördernd, blutreinigend und blutstillend

Für die innere Anwendung wird ein Tee aus den Blüten der Taubnessel zubereitet. Dieser Tee lässt sich dann auch äußerlich anwenden, beispielsweise bei Hautproblemen als Umschlag oder Waschung.

Die höchste Heilkraft besitzen die Weiße und die Gelbe Taubnessel.

Lesen Sie hier: Taubnessel als Heilpflanze

Rezepte mit der Taubnessel als Heilpflanze finden Sie hier:

 Anämie, Blasenentzündung, Blutung, glänzende Haare, Hämorrhoiden, Menstruation, Weißfluss

Bilder: Lamium Galeobdolon von Darkone, CC BY-SA 2.5, Lamium Album von Jörg Hempel, CC BY-SA 2.0 de, Lamium Maculatum von Andreas Gronski 2004 - Andreas Gronski, CC BY-SA 3.0, Lamium Purpureum von Sten Porse, CC BY-SA 3.0