Estragon, Artemisia dracunculus

Estragon
Anbau, Pflege, Ernte und Verwendung

Wissenschaftl. Name: Artemisia dracunculus L.
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Art: Estragon
Wuchshöhe: 60 bis 150 Zentimeter
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Die ursprüngliche Heimat des Estragons war der ferne Osten, denn mit dem Kraut würzten die Chinesen bereits um 1000 vor Christus. Estragon wächst in Südeuropa wild. Der in Deutschland erhältliche Estragon wird hauptsächlich in den Niederlanden und im Balkan angebaut.

Der botanische Name von Estragon lautet Artemisia dracunculus. In der Pharmazie liest man oft die Bezeichnung Herba dracunculi. Im Volksmund nennt man Estragon Biertram, Bertram, Dragon, Dragonkraut, Schlangenkraut, Kaisersalat, Eierkraut oder Dragunwermut.

Estragon gehört zur Familie der Korbblütler und zur Gattung der Artemisia. Es besteht eine nahe Verwandtschaft zum Wermut. Die mehrjährige Pflanze kann bis zu 150 Zentimeter hoch werden. Estragon blüht selten mit kleinen, gelben Blüten.

Das Kraut wird vor allem zum Würzen in der Küche verwendet, doch besitzt Estragon auch einige Heilwirkungen.

Estragon Arten / Sorten

Es gibt drei Sorten von Estragon:

  • Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus var.) ist eine robuste Sorte, die auch raues Klima aushält. Diese Art muss durch Stecklinge vermehrt werden.
  • Französischer Estragon (Artemisia dracunculus var. sativa) ist als Zutat für die Sauce Bernaise bekannt. Das Aroma ist eher lieblich und ähnelt ein wenig dem Anisgeschmack. Diese Sorte verträgt im Winter Temperaturen von maximal minus zehn Grad. Möchte man diese Sorte vermehren, wird dies über Stecklinge gemacht.
  • Russischer Estragon (Artemisia dracunculus var. inodora)ist eine Sorte, die kargen Boden benötigt, da sich sonst das Aroma nicht entfalten kann. Der Geschmack ist herb bis ölig und wird bei Hitze bitter.

Estragon / Inhaltsstoffe

Im Estragon sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Ätherische Öle
  • Estragol
  • Asparagin
  • Carvon
  • Beta-Sitosterol
  • Cumarine
  • Eugenol
  • Glutaminsäure
  • Gerbstoff
  • Kampfer
  • Menthol
  • Phenol
  • Kalium
  • Jod
  • Phytosterole
  • Limonen
  • Thujon
  • Salizylsäure
  • Umbelliferon
  • Zink
  • Vitamin C

Estragon - Pflanzen und Öl bestellen

In Supermärkten sind in der Regel Pflanzen zu bekommen, die schnell hochgezüchtet wurden. Diese halten meistens nicht lange und sind eher für den direkten Verzehr geeignet.

Kauft man in Gartencentern Estragon , sollte auf Gesundheit der Pflanzen geachtet werden: Flecken oder gelbe Blätter deuten auf Pilz- oder Virenkrankheiten hin. Zudem sollte die Pflanze möglichst buschig gewachsen sein und sich durch satte Farben und ein starkes Aroma auszeichnen.

Eine Alternative ist das Bestellen des Estragon s. Eine gute Auswahl an Estragon finden Sie hier bei Amazon:

Gartenstecker

Estragon Pflanzen im Topf, ab ca. 4 Euro bei Amazon

Estragon Samen, ab ca. 1 Euro bei Amazon

Estragon Öl, ab ca. 5 Euro bei Amazon

Dekorative Gartenstecker für Kräuter

Bücher über Küchen- und Würzkräuter

Kräuter in Küche und Garten

Estragon Anbau im Garten

Bietet man Estragon den richtigen Standort an, handelt es sich um eine pflegeleichte Pflanze. Bevor Estragon im Garten angebaut wird, sollte man sich über die drei Sorten informieren. So ist russischer Estragon zwar winterfest (verträgt Temperaturen bis minus zehn Grad), aber der herbe bis bittere Geschmack ist nicht jedermanns Sache.

Der französische Estragon überzeugt durch seinen lieblichen Geschmack, aber er ist nicht besonders winterhart.

Der deutsche Estragon kann im Winter ohne speziellen Schutz draußen bleiben. Zum Würzen eignet sich diese Sorte gut, denn dieser Estragon besitzt ein kräftiges Aroma. Dennoch können alle drei Sorten im Garten überwintern. Ein guter Nachbar für Estragon wäre Thymian. Dill sollte nicht neben Estragon gepflanzt werden.

Pflege des Estragon

Standort

Estragon mag einen halbschattigen bis sonnigen Platz, der möglichst geschützt sein sollte.

Substrat

Estragon kann keine Staunässe vertragen. Deshalb ist der ideale Boden locker, nährstoffreich, humos und mäßig feucht. Auch einen mageren Boden verträgt die Pflanze. Wichtig ist, dass der Boden nicht zu trocken ist.

Gießen

Bei der russischen Sorte wäre eine Trockenphase nicht allzu schlimm. Bei den beiden anderen Sorten muss die Erde aber stets feucht gehalten werden, wobei keine Staunässe entstehen darf. Gegossen wird ausschließlich an der Wurzel. Das Wasser wird also nicht auf die Pflanze gegossen.

Düngen

Estragon wird mit organischem Dünger von April bis Juni versorgt. Dazu bietet sich beispielsweise Kompost an.

Überwintern

Für das Klima in Deutschland sind alle drei Sorten geeignet, auch wenn sie nur bedingt winterfest sind. Im Herbst schneidet man die Pflanze bodennah (etwa handbreit) ab. Dann bedeckt man das Kraut mit Stroh, Reisig oder Laub.

Estragon vermehren

Die Vermehrung mittels Samen gestaltet sich bei Estragon schwierig. Deshalb entscheiden sich die meisten erfahrenen Gärtner für die Vermehrung mittels Stecklingen oder Teilung. Wenig kompliziert ist die Aussaat vom russischen Estragon, der jedoch selten gewählt wird, weil er herb schmeckt.

Aussaat

Die russische Estragon Sorte kann direkt ins Freiland gesät werden. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist der April. Estragon ist ein Lichtkeimer und somit wird der Samen lediglich leicht in die Erde gedrückt. Zu beachten ist, dass Estragon später einen Platz von ungefähr einem Quadratmeter benötigt.

Möchte man den russischen Estragon zum Würzen nutzen, braucht er kargen Boden. Es dauert ein paar Jahre, bis sich das volle Aroma entwickelt. Dazu sollte er an dem gewählten Standort bleiben.

Russischer Estragon kann aber auch als Gemüse gegessen werden: Es werden die jungen und noch weichen Triebe geerntet, die dann in Butter gedünstet werden. Dazu benötigt der Estragon einen nährstoffreichen und feuchten Boden.

Stecklinge

Für die Vermehrung mit Stecklingen werden die krautigen Triebspitzen im Sommer abgeschnitten. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Stecklinge mindestens drei Blattpaare besitzen. Im unteren Bereich der Triebe werden die Blätter entfernt.

Nun pflanzt man jeden Steckling einzeln in einen Anzuchttopf. Dieser wurde zuvor mit Torf und Sand gefüllt. Die Erde sollte nährstoffarm sein. Um die Stecklinge unbeschadet in die Erde pflanzen zu können, wird mit einem Pikierstab ein Loch vorgebohrt. Nun wird die Erde leicht angefeuchtet und der Topf mit einer Klarsichtfolie abgedeckt.

Die Erde muss leicht feucht gehalten werden und die Folie wird täglich einmal zum Lüften abgenommen. Diesen Vorgang wiederholt man, bis die Pflanze bewurzelt ist. Dies erkennt man daran, wenn die Stecklinge austreiben.

Die Jungpflanzen werden spätestens Mitte Mai in einen großen Topf oder in den Garten umgepflanzt.

Teilung

Möchte man Estragon teilen, gräbt man die Pflanze im Frühling aus und zerteilt sie mit einem Spaten oder mit einem Messer. Jedes Teil sollte mindestens zwei Knospen besitzen. Die einzelnen Teile werden wieder in die Erde gepflanzt. Bei der Pflege der Teilstücke ist nichts Besonderes zu beachten.

Estragon im Topf / Kübel

Möchte man Estragon im Topf oder Kübel kultivieren, mischt man am besten Lehm mit Kompost und Sand. Die Menge aller drei Komponenten sollte gleich sein: 1/3 Lehm, 1/3 Kompost und 1/3 Sand.

Der Topf sollte groß sein und am Boden einen Wasserabzug besitzen. Bevor das Substrat in den Topf gefüllt wird, legt man den Boden mit zerkleinerten Tonscherben oder Kies aus.

Hat man den Estragon in das Substrat gepflanzt und angegossen, stellt man den Topf an einem hellen, geschützten und sonnigen Platz. Estragon im Topf wird immer dann gegossen, wenn die Erdoberfläche trocken ist.

Im Winter holt man den Topf mit Estragon am besten ins Haus. Dort sollte er einen hellen Platz bekommen. Während der kalten Jahreszeit bekommt das Kraut nur mäßig Wasser. Der Estragon sollte nicht komplett austrocknen, darf aber im Winter auch nicht zu viel gegossen werden. Im Frühjahr bekommt die Pflanze allmählich mehr Wasser und im Mai kann der Topf wieder ins Freie gestellt werden.

Es ist auch möglich, den Topf im Winter draußen zu lassen. Allerdings muss dann ein Material gewählt werden, das frostbeständig ist. Tontöpfe eignen sich nicht, da sie Wasser ziehen und bei Frost auseinander platzen.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Der robuste Estragon wird eher selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Lediglich Rost kann auftreten, wenn das Wetter feuchtkalt ist. Auch Blattläuse mögen das Kraut. Beim Befall von Blattläusen sollte auf chemische Mittel verzichtet werden, wenn der Estragon in der Küche verwendet werden soll.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Estragon

Zum Überwintern wird der Estragon im Herbst geschnitten. Dazu kürzt man den Strauch etwa handbreit über den Boden.

Sollten die Stängel zu dicht wachsen, kann ein Auslichtungsschnitt vorgenommen werden. Dabei werden die schwachen Triebe abgeschnitten.

Die Pflanze wird zudem buschiger, wenn man regelmäßig die Triebspitzen entfernt.

Ernte des Estragons

Die Erntezeit beim Estragon dauert vom Frühling bis zum Winteranfang. Das Aroma ist vor der Blütezeit am stärksten, sodass die meisten Hobbygärtner diese Zeit zum Ernten nutzen. Dabei werden alle Jungtriebe abgeschnitten, die dann für die Verwendung in der Küche konserviert werden.

Konservieren des Estragons

Estragon schmeckt – wie alle Kräuter – am besten frisch. Wer jedoch die Zeit vor der Blüte nutzt, weil dann der Würzgeschmack besonders aromatisch ist, kann den Ernteertrag durch Einfrieren, Trocknen oder Einlegen konservieren.

Estragon trocknen

Normalerweise bündelt man Kräuter und hängt sie kopfüber zum Trocknen auf. Hängt man Estragon kopfüber auf, fließen die Aromen von den Blättern in die Stiele. Die Stängel sind jedoch nicht zum Würzen geeignet.

So schneidet man die Estragonstängel vormittags ab, wenn das Kraut nicht vom Morgentau feucht ist. Die Blätter werden von den Stängeln abgestreift. Diese breitet man zum Trocknen auf ein Geschirrtuch oder auf einem Backblech aus. Estragon sollte nicht in der Sonne trocknen, weil das Aroma verloren geht. Besser ist es, die Estragonblätter an einen trockenen und luftigen Schattenplatz zu trocknen.

Estragonblätter können ebenfalls im Backofen getrocknet werden. Dabei muss man jedoch aufpassen, dass die Blätter nicht verbrennen. Die Temperatur sollte maximal vierzig Grad betragen. Um sicher zu gehen empfiehlt es sich, den Trockenvorgang bei dreißig Grad vorzunehmen. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, klemmt man einen Kochlöffel zwischen die leicht geöffnete Backofentüre.

Sind die Blätter getrocknet, werden sie entweder zerkleinert oder komplett in einen dunklen Behälter gelegt. Dafür bieten sich Behälter aus dunklem Glas an. Getrockneter Estragon ist mehrere Monate haltbar.

Estragon einfrieren

Wie beim Trockenvorgang streift man die Blätter von den Stielen. Nun füllt man die kleingeschnittenen oder ganzen Blätter in die Fächer eines Eiswürfelbehälters. Anschließend füllt man die Fächer mit Wasser auf und stellt den Behälter in das Gefrierfach. Soll das Kraut für Saucen verwendet werden, wird Estragon eingefroren, ohne Wasser hinzuzugeben.

Estragon einlegen

Zum Einlegen in Öl nutzt man die ganzen Stängel. Für 750ml Öl werden drei bis vier Stängel in eine Flasche gegeben. Diese füllt man mit Öl auf. Der Estragon muss komplett mit Öl bedeckt sein.

Empfehlenswert ist es, kalt gepresstes Öl zu verwenden, wie beispielsweise Olivenöl oder Distelöl.

Die Flasche wird verschlossen und das Öl sollte an einem kühlen Platz mindestens zwei Wochen ziehen können. Anschließend wird das Öl abgeseiht und wieder in eine gereinigte Flasche gefüllt.

Estragon kann auf die gleiche Weise in Essig eingelegt werden.

Estragon Verwendung in der Küche

Mit Estragon lassen sich Gemüsegerichte, Fischgerichte, Salate und Saucen würzen. Dazu werden immer nur die Blätter genutzt oder man verwendet die jungen Triebspitzen von russischem Estragon als Gemüse. Die Stängel werden ansonsten nicht benutzt. Mit diesem Kraut wird auch Senf oder die bekannte Sauce Bearnaise gewürzt. Besonders gut schmeckt Estragon zu Fisch, Ente, Lamm, Steak, Suppen, Rührei und Spargel. Das Aroma entfaltet sich vor allem beim Mitkochen der Gerichte. Hat man keinen frischen, sondern eingefrorenen Estragon zur Verfügung, kann das Kraut für Eintöpfe oder Suppen ohne es vorher aufzutauen mitgekocht werden. Für die Sauce Bearnaise oder andere Saucen sollte das Kraut ohne Wasser eingefroren worden sein.

Estragonessig wird besonders zum Einlegen von Kürbis, Heringen oder Gurken verwendet. Auch zum Würzen von Salatsaucen schmeckt Estragonessig gut. Da Estragon leicht nach Anis schmeckt, können damit ebenfalls Desserts verfeinert werden. Ebenso schmeckt das Kraut zu Obst und zu Käse.

Estragon Tee

Estragon-Tee wirkt gegen Blähungen und regt den Appetit an. Zudem fördert der Tee die Nierentätigkeit und regt den Stoffwechsel an. Weiterhin hilft Estragon-Tee bei Gicht und rheumatischen Krankheiten.

Für die Zubereitung des Tees wird ein Teelöffel Estragon mit 250ml kochendem Wasser übergossen. Nun lässt man den zugedeckten Tee etwa zehn Minuten ziehen, bevor man ihn abseiht.

Der Tee kann auch nach einer Mahlzeit getrunken werden, wenn ein Völlegefühl besteht.

Estragon Verwendung als Heilkraut

Da in Estragon Estragol enthalten ist, wird das Kraut in der Schulmedizin nur selten verwendet. Bei der alternativen Heilmedizin wird Estragon für verschiedene Krankheiten und Gesundheitsprobleme angewendet. Hauptsächlich dient das Kraut dort als Stärkung für die Verdauungsorgane. Bei der Zubereitung von schwer verdaulichen Gerichten hilft Estragon bei der Bildung von Magensäften.

Gegen Blähungen oder zur Appetitanregung wird ein Estragon-Tee getrunken. Weiterhin wirkt Estragon:

Lesen Sie hier: Estragon als Heilpflanze

Rezepte mit Estragon als Heilpflanze finden Sie hier:

Der Estragon wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Heilkräftige Anwendungen mit dem Estragon in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten: Asthenie, Bandwürmer, Blähung, Darmparasiten, Luftschlucken, Menstruation, Schluckauf, Verdauung, Würmer