Currykraut, Helichrysum italicum

Rucola
(Eruca sativa, Diplotaxis tenuifolia, Diplotaxis muralis)

Unter der Bezeichnung Rucola werden zwei, zuweilen auch drei Arten aus zwei unterschiedlichen Pflanzen-Gattungen verstanden:

Garten-Senfrauke (Eruca sativa). Dies Pflanze ist die klassische Rauke. Eruca sativa meist für Salat, in geringem Umfang auch zur Ölgewinnung aus den Samen angebaut. Von dieser Verwendung stammt die volkstümliche Bezeichnung Ölrauke.

Schmalblättriger Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia). Diese Rucola Pflanzen hat kleinere Blätter und deutlich intensiveren Geschmack als Eruca sativa. Dieser Rucola wird besonders im deutschsprachigen Raum als Blattware für Salate angeboten.

Mauer-Doppelsame (Diplotaxis muralis). Vereinzelt finden sich Hinweise, dass diese Pflanze wie Diplotaxis tenuifolia verwendet werden kann. Sichere Belege findet man jedoch nicht.

Wuchshöhe: 15 bis 70 cm, selten auch 100 cm (Diplotaxis tenuifolia)
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Salatpflanze, Ölgewinnung
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Rucola ist die Garten-Senfrauke, die den botanischen Namen Eruca sativa trägt. Viele Menschen kennen diese Pflanze auch unter den Namen Salatrauke, Rauke oder Ölrauke. Dieses Wildgemüse gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist heute durch die italienische Küche wieder bekannt und beliebt.

Rucola wird zwar hauptsächlich als Salatpflanze genutzt, doch lassen sich damit auch andere Speisen würzen. Die Rauke ist als Kreuzblütler mit Pflanzen wie Meerrettich, Senf, Kresse und Kohl verwandt. Ihre gezackten Blätter sehen denen des Löwenzahns ähnlich und haben eine dunkelgrüne Farbe. Eruca Sativa ist einjährig und blüht von Mai bis September mit weißen Blüten, die violette Adern vorweisen. Die mehrjährige Wilde Rauke zeigt gelbe Blüten.

Bildnachweis: Rucola von Rasbak lizenziert CC BY-SA 3.0

Rucola Arten / Sorten

Neben der kultivierten Sorte Eruca sativa gibt es noch die Wilde Rauke mit dem botanischen Namen Diplotaxis tenuifolia. Diese Art ist mehrjährig und die Blätter schmecken pikanter, als die der Salatrauke.

Eine weitere Art der Wilden Rauke nennt sich Diplotaxis muralis oder im Volksmund auch Mauerrauke, Ackerrauke oder Doppelrauke. Diese Art ist ein- bis zweijährig.

Andere Rauke-Sorten sind:

  • Bunias orientalis, die türkische Rauke mit ihrem scharfen Geschmack nach Rettich
  • Alliaria petiolata, die Knoblauchrauke, die im Frühling nach Knoblauch schmeckt und später einen Kressegeschmack vorweist
  • Sisymbrium officinalis, die Wegrauke mit einer Geschmacksmischung aus Senf und Kresse

Zudem gibt es Züchtungen wie „Runway“, eine Kreuzung aus Eruca sativa und Diplotaxis tenuifolia, die mildwürzig und nussig schmeckt.

Rucola / Inhaltsstoffe

Rucola enthält Senföle, Beta-Carotin, Glucosinolate, Asparaginsäure, Vitamin C, Calcium, Kalium, Magnesium, Natrium, Eisen, Nitrat und Phosphor.

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Rucola Anbau im Garten

Rucola lässt sich sehr leicht im Garten anbauen, denn die Salatpflanze wächst schnell und benötigt keine aufwendige Pflege. Gute Nachbarn für Rucola sind unter anderem Basilikum, Zwiebeln, Sellerie und Ringelblumen.

Bevor die Pflanzen ins Beet gesetzt werden, stellt man sie mit Wurzelballen in Wasser. Steigen keine Luftblasen mehr auf, ist die Pflanze vollgesaugt. Dieser Vorgang kann während der Vorbereitung des Beetes (Unkraut jäten und Erde harken) geschehen. Rucola benötigt einen Pflanzenabstand von etwa fünfzehn Zentimeter.

Pflege des Rucolas

Standort

Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, wobei der sonnige Platz die bessere Wahl ist. Auf diesem Standort sollten vorher keine Kohlsorten oder andere Kreuzblütler gewachsen sein.

Substrat

Rucola benötigt eine nährstoffreiche, humose, feuchte und durchlässige Erde. Das Wachstum wird gefördert, wenn der Boden vorbereitet wird, indem man im Herbst Kompost in die Erde mischt.

Gießen

Der Boden sollte feucht gehalten werden, ohne Staunässe entstehen zu lassen. Besonders bei heißem Wetter muss darauf geachtet werden, dass die Erde nicht zu trocken wird, denn das hätte ein frühzeitiges Schossen zur Folge.

Düngen

Rucola braucht keinen Dünger, wenn der Boden im Herbst mit Kompost vorbereitet wurde. Wurde der Boden nicht vorbereitet, sollte man äußerst sparsam düngen, da sonst die Blattfleckenerkrankung ausgelöst werden kann. In dem Fall müssten die Pflanzen entsorgt werden. Damit sich der Nitratgehalt im Rucola nicht erhöht, sollte kein stickstoffhaltiger Dünger verwendet werden.

Überwintern

Der einjährige Rucola (Eruca sativa) kann nicht überwintert werden. Die mehrjährigen Sorten werden im Herbst bodennah zurückgeschnitten und mit Reisig oder Laub abgedeckt. Im Winter wird die Pflanze nur dann gegossen, wenn kein Schnee liegt und kein Frost vorherrscht. Dann bekommt sie eine sehr geringe Menge Wasser. Nach dem Winter wirken die Pflanzen wie abgestorben. Jetzt benötigen sie etwas mehr Wasser und sie werden wieder neu austreiben.

Rucola vermehren

Rucola kann über Samen vermehrt werden. Die Pflanzen können im Topf vorgezogen oder direkt ins Freiland ausgesät werden.

Aussaat

Möchte man den Rucola im Topf und auf der Fensterbank vorziehen, kann bereits im Januar damit begonnen werden. Dazu wird feuchte Aussaaterde in den Topf oder in die Saatschalen gefüllt. Die Samen können dünn übergesiebt oder etwa zehn Millimeter in die Erde gesetzt werden.

Der Topf wird an einen hellen Platz gestellt, wo Temperaturen zwischen fünfzehn und zwanzig Grad vorherrschen. Empfehlenswert ist es, den Topf mit einer Klarsichtfolie abzudecken. Die Erde muss feucht bleiben. Um ein Überwässern zu vermeiden, befeuchtet man die Erde mit einer Sprühflasche.

Wird der Topf auf die Fensterbank gestellt, sollte sich darunter kein Heizkörper befinden. Die ersten Keimlinge zeigen sich nach etwa vierzehn Tagen. Die Folie wird entfernt, sobald die Jungpflanzen etwas größer sind. Ab März können die Pflanzen ins Freiland umgepflanzt werden.

Möchte man Rucola direkt ins Beet aussäen, kann ab März damit begonnen werden. Der Boden sollte idealerweise im Herbst vorbereitet werden, indem Kompost unter die Erde gemischt wird. Vor der Aussaat wird das Beet von Unkraut befreit und der Boden aufgelockert. Nun steckt man die Samen etwa zehn Millimeter tief in die Erde und bedeckt sie mit wenig Erde. Der Boden wird leicht angefeuchtet und feucht gehalten. Um die Aussaat vor möglichem Frost zu schützen, wird das Beet mit einem Vlies abgedeckt.

Rucola im Topf / Kübel

Die Rauke lässt sich problemlos im Topf oder Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon kultivieren. Wichtig ist, dass bei der Pflege keine Staunässe entsteht. So sollte der Topfboden über Ablauflöcher verfügen und damit die Erde diese Löcher nicht verstopfen kann, legt man zunächst etwas Kies oder ein paar Tonscherben in den Topf und füllt diesen dann mit Erde auf. Als Substrat kann normale Gemüseerde verwendet werden, die im Handel erhältlich ist.

Eine mehrjährige Sorte wird vor dem Winter bis kurz über dem Boden abgeschnitten und der Topf muss mit einer Luftpolsterfolie umwickelt werden.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Die Blattfleckenkrankheit tritt durch Überdüngung auf. Die sogenannte Kohlhernie erfolgt, wenn dir Rauke einen Standort erhält, an dem zuvor ein anderer Kreuzblütler stand.

Kreuzblütler sind anfällig für Erdflöhe. Wird die Erde regelmäßig aufgelockert, werden die Erdflöhe vertrieben, denn sie springen weg und sind nicht in der Lage zurückzufinden. Im Handel gibt es Erdflohnetze. Breitet man diese aus, können die weiblichen Flöhe keine Eier in die Nähe der Wurzeln ablegen.

Der Kohlweißling ist ein weiterer Schädling, deren Larven sich gerne über die Pflanzen hermachen. Auch für diesen Schädling kann ein Netz Abhilfe verschaffen.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Rucola

Der Schnitt des Rucolas ist gleichzeitig die Ernte, die bis zu drei Mal pro Saison stattfinden kann.

Ernte des Rucolas

Rucola wächst sehr schnell und in der Regel kann bereits drei bis vier Wochen nach der Aussaat das erste Mal geerntet werden. Diese jungen Blätter schmecken sehr mild und sollten mindestens zehn Zentimeter groß sein. Je größer die Blätter sind, desto bitterer und schärfer schmeckt der Rucola.

Die Blätter werden abgezupft oder abgeschnitten. Es sollte nur nicht zu bodennah abgeschnitten werden, damit die Pflanze wieder neu austreiben kann. Dann kann die nächste Ernte schon etwa sechs Wochen später stattfinden.

Nach oder während der Blütezeit ist der Nitratgehalt höher. Außerdem haben die Blätter dann einen schärferen und sehr bitteren Geschmack. Deshalb sollte die Ernte immer vor der Blüte stattfinden.

Konservieren des Rucolas

Rucola bietet sich nicht zum Konservieren an. Deshalb sollte die Rauke frisch in der Küche verwendet werden. Im Kühlschrank lässt sie sich ein paar Tage aufbewahren, wenn sie feucht eingewickelt wird. Allerdings reduziert sich der Geschmack bei der Aufbewahrung im Kühlschrank.

Rucola Verwendung in der Küche

In Deutschland wurde die Rauke lange Zeit nicht für die Küche verwendet. Erst durch die Beliebtheit der mediterranen Gerichte hat Rucola wieder Einzug in deutsche Küchen gefunden.

Der Geschmack kann mit nussig, pikant und leicht bitter beschrieben werden. Die jungen Blätter des Rucolas können als Salat gegessen werden. Ebenso lassen sich damit Kräuterquark, Pesto, Suppen, Pizza, Tomatengerichte und Saucen würzen. Die Stiele sollten entfernt werden, da sie bitter schmecken.

Die Samen können beispielsweise zum Einlegen von Gurken oder Mixed Pickles verwendet werden. Die Samen dienen ebenfalls der Ölherstellung.

Rucola Verwendung als Heilkraut

Rucola fördert die Verdauung und wirkt blutreinigend, stimulierend (anregend), tonisch antibakteriell sowie harntreibend. In Gebieten mit mediterranem Klima wurde Rucola früher nicht nur als Gewürzkraut sondern auch als Heilpflanze verwendet.

Lesen Sie hier: Rauke als Heilpflanze

Rezepte mit Rucola als Heilpflanze finden Sie hier:

Asthenie, Frühjahrskur, Haarwuchs, Impotenz