Olivenkraut, Santolina viridis

Olivenkraut
Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Olivenkraut kommt aus dem südeuropäischen Raum und stammt aus Portugal, Spanien und Marokko. Die botanische Bezeichnung lautet Santolina viridis. Im Volksmund wird die Pflanze unter anderem Heiligenkraut, Heiligenblume oder Zypressenkraut genannt.

Systematik

Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Heiligenkraut (Santolina)
Art: Grünes Heiligenkraut
Wuchshöhe: bis 50 cm
Wissenschaftl. Name: Santolina viridis
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Die mediterrane Küche schätzt das Olivenkraut aufgrund seines Geschmacks: Es schmeckt wie eingelegte Oliven. Olivenkraut wird aber auch als Heilpflanze verwendet.

Die mehrjährige Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und kann bis zu sechzig Zentimeter hoch werden. Die Blätter sind denen des Rosmarins ähnlich, wobei auf den Blättern des Olivenkrauts kleine Wülste wachsen. Das Kraut blüht in der Regel Ende Juni mit hellgelben Korblüten, die wie kleine Knöpfe aussehen. Die Blüten verströmen einen leichten Olivenduft.

Olivenkraut Arten / Sorten

Santolina viridis gehört zu den Heiligenkräutern (Santolina). Von diesen Heiligenkräutern gibt es 24 Arten. Das Olivenkraut ist das grüne Heiligenkraut. Ein weiteres bekanntes Heiligenkraut ist Santolina chamaecyparissus – das graue Heiligenkraut.

Olivenkraut / Inhaltsstoffe

Im Olivenkraut sind - unter anderem - folgende Stoffe enthalten:

  • Ätherische Öle
  • Flavonoide
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe

Olivenkraut - Pflanzen und Öl kaufen

Beim Kauf von Olivenkraut-Pflanzen sollte auf die Erde des Topfes geachtet werden, in dem die Pflanze angeboten wird. Oft wird das Kraut zu viel gegossen. Ist die Erde nass oder ist sogar bereits Moos zu sehen, besteht das Risiko der Wurzelfäulnis. In dem Fall ist vom Kauf abzuraten.

Beim Kauf von Samen ist ein Blick auf den botanischen Namen zu empfehlen, denn der Olivengeschmack des grauen Heiligenkrauts ist weniger intensiv.

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Kräuter in Küche und Garten

Olivenkraut Anbau im Garten

Mit Olivenkraut holt man sich eine recht pflegeleichte Pflanze in den Garten oder auf den Balkon. Das Kraut lässt sich wohl im Freiland als auch im Topf kultivieren.

Standort

Bedenkt man die Heimat des Olivenkrauts, braucht die Pflanze einen sonnigen und warmen Standort.

Substrat

Olivenkraut mag durchlässige und etwas sandige Erde. Es darf keine Staunässe entstehen.

Gießen

Die Pflanze braucht kaum gegossen werden. Sie wird nur in Trockenperioden gegossen, also an sehr heißen Tagen. Aber auch dann braucht Olivenkraut nur eine geringe Menge Wasser. Wird die Pflanze zu viel gegossen, entsteht Wurzelfäule und dies ist der sichere Tod des Krauts.

Düngen

Gedüngt wird nach der Blütezeit und im Frühling mit einem organischen Dünger.

Überwintern

Im Beet kann Olivenkraut überwintern, wenn die Pflanze mit Reisig oder Tannenzweigen abgedeckt wird. Das Kraut sollte zudem mit einem Gartenvlies vor der direkten Sonneneinstrahlung im Winter geschützt werden.

Olivenkraut vermehren

Für die Vermehrung von Olivenkraut kann aus vier Varianten ausgewählt werden. Die Pflanze lässt sich durch Aussaat, Teilung, Stecklingen und Absenker vermehren.

Aussaat

Nach der Blütezeit im Spätsommer entnimmt man den Samenkapseln die Samen und legt sie zum Trocknen an einen trockenen und warmen Platz. Die getrockneten Samen werden in ein luftdichtes Gefäß bis zum nächsten Frühling aufbewahrt.

Im Februar kann mit der Aussaat begonnen werden. Zunächst werden die Samen für 24 Stunden in Wasser gelegt. Olivenkraut ist ein sogenannter Kaltkeimer. Die Samen benötigen also einen Kältereiz. Um diesen herbeizuführen, füllt man eine Plastiktüte mit Sand und gibt die Samen dort hinein. Die Tüte wird für drei bis vier Wochen auf den kalten Balkon oder in den Kühlschrank gelegt.

Anschließend füllt man einen Anzuchttopf mit einem nährstoffarmen Substrat und drückt die Samen leicht in die Erde. Nach ein paar Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge und wenn sie groß genug sind, können sie umgepflanzt werden.

Eine Direktaussaat sollte man nur dann in Erwägung ziehen, wenn in ein Frühbeet ausgesät werden kann, das mit einem Deckel versehen ist. Würde man direkt ins Beet säen, ohne die Samen bzw. die Keimlinge zu schützen, bietet man Schnecken und Vögeln ein begehrtes Futter an.

Stecklinge

Möchte man Olivenkraut mittels Stecklingen vermehren, schneidet man im Frühling etwa zwanzig Zentimeter lange Triebe der Mutterpflanze ab. Die Triebe sollten bereits etwas verholzt sein. Die Blätter des unteren Bereichs der Stecklinge werden entfernt.

Nun füllt man Anzuchttöpfe mit einer nährstoffarmen Erde, die mit wenig Sand gemischt wird. Somit wird für eine bessere Durchlässigkeit gesorgt. Die Triebe werden in das Substrat gesteckt. Die Erde sollte stets feucht sein, wobei Staunässe zu vermeiden ist.

Etwa vierzehn Tage später sollten sich Wurzeln gebildet haben. Jetzt kann man pikieren und jeder Steckling wird einzeln in einen Topf gepflanzt. Damit sich die Wurzeln gut ausbilden können und kräftig werden empfiehlt es sich, die Stecklinge bis zum nächsten Frühling im Topf zu lassen und ihnen einen warmen Standort zu bieten. Bis dahin wird die Erde feucht gehalten und auf Dünger sollte verzichtet werden.

Wer die Stecklinge ins Freiland umpflanzen möchte, sollte damit warten, bis die Frostperiode beendet und der Boden warm genug ist.

Teilen der Pflanze

Die Teilung ist eine sehr unkomplizierte Variante. Dazu gräbt man einfach im Frühling die Mutterpflanze aus, teilt die Wurzel mit einem scharfen Messer oder Spaten und pflanzt die Teile neu ein. Der Pflanzabstand muss mindestens dreißig Zentimeter betragen.

Absenker

Die Vermehrung mittels Absenker bietet das Olivenkraut durch seine nach unten gesenkten Triebe an. Man zieht eine Rinne in die Erde und drückt ein Stück des niederliegenden Zweiges in diese Rinne und bedeckt dieses Stück mit Erde.

Am besten legt man noch einen Stein zum Fixieren auf diese Stelle. Die Zweigspitze befindet sich über der Erde. Nun bilden sich an dem Triebstück, welches in den Boden gedrückt wurde, neue Wurzeln und es entstehen junge Pflanzen. Sind diese Jungpflanzen etwa zehn Zentimeter hoch, schneidet man sie von der Mutterpflanze ab und pflanzt sie an einem anderen Standort ein.

Olivenkraut im Topf / Kübel

Olivenkraut lässt sich sehr gut im Topf auf dem Balkon oder auf der Terrasse kultivieren. Hierbei gelten dieselben Pflegerichtlinien, wie bei der Kultivierung im Beet. Um Staunässe zu vermeiden, sollte der Topfboden über Abflusslöcher verfügen und bevor die Erde in den Topf gefüllt wird empfiehlt es sich, den Boden mit Tonscherben oder Kies auszulegen.

Im Winter kann die Pflanze im Freien stehenbleiben, wenn man den Topf an eine geschützte Südwand stellt. Um Frost am Wurzelballen zu vermeiden, wickelt man eine Luftpolsterfolie um den Topf und stellt den Kübel auf Styropor oder Holz. Olivenkraut sollte im Winter vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Von Krankheiten oder Schädlingen wird das robuste Olivenkraut nur selten befallen. Wie oben erwähnt kann Wurzelfäule durch ein falsches Gießverhalten entstehen. Ansonsten ist die Pflanze äußerst widerstandsfähig.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Olivenkraut

Damit das Olivenkraut buschiger wächst, sollte es nach der Blütezeit und ab dem zweiten Jahr zurückgeschnitten werden. Zudem verhindert man durch den Rückschnitt, dass die Pflanze im unteren Bereich kahl wird. Olivenkraut ist ein verholzender Halbstrauch und somit lässt man mindestens ein Drittel der Staude stehen. Der Schnitt wird über frische Austriebe angesetzt. In altes Holz sollte nicht geschnitten werden.

Ernte des Olivenkraut

Im Grunde kann ganzjährig geerntet werden und lediglich für die Verwendung ein Zweig abgeschnitten werden. Der Rückschnitt kann aber auch gleichzeitigt die Ernte sei. Bei dieser Menge wird das Olivenkraut konserviert, sodass man einen Vorrat anlegt.

Da der Rückschnitt erst ab dem zweiten Jahr erforderlich ist, werden im ersten Jahr stets nur einzelne Triebe von der Pflanze abgezupft.

Konservieren des Olivenkraut

Olivenkraut kann getrocknet oder eingefroren werden.

Olivenkraut trocknen

Zum Trocknen werden die abgeschnittenen Zweige gebündelt und kopfüber an einen warmen, schattigen und luftigen Platz aufgehängt. Die getrockneten Blätter lassen sich leicht vom Stängel abstreifen und in einen luftdichten Behälter füllen.

Schneller geht es im Backofen, wobei die Zweige auf ein Backblech verteilt werden. Getrocknet wird bei etwa vierzig Grad und damit die Feuchtigkeit entweichen kann, lässt man die Backofentüre ein Stück geöffnet, indem ein Holzlöffel zwischen die Türe geklemmt wird.

Ebenso kann Olivenkraut im Dörrautomat getrocknet werden.

Olivenkraut einfrieren

Zum Einfrieren hat sich die Portionierung in Eiswürfelbehälter bewährt. Dazu streift man die Blätter von den Stängeln und verteilt diese in die Fächer eines Eiswürfelbehälters. Nun füllt man die Fächer mit Wasser auf und stellt den Behälter in das Gefrierfach. Somit hat man stets Olivenkraut-Eiswürfel zur Hand, die in der Küche verwendet werden können.

Olivenkraut Verwendung in der Küche

Olivenkraut wird vor allem für die Zubereitung von mediterranen Speisen verwendet. Das Kraut schmeckt eingelegten Oliven ähnlich und wird zum Würzen von Salaten, Pestos, Marinaden, Fischgerichten, Fleischgerichten, Pilzgerichten oder von Kräuterbutter genutzt. Ebenso schmeckt Olivenkraut gut zu Mozzarella und Tomaten.

Zum Würzen von gebratenen oder gekochten Gerichten sollte das Olivenkraut erst kurz vor dem Servieren zugefügt werden. Beim Kochen oder Beraten wird das Aroma des Krauts stark reduziert. Um möglichst viel des Geschmacks zu erhalten, wird Olivenkraut erst am Ende der Koch- und Bratzeit hinzugefügt.

Olivenkraut Tee

Olivenkraut-Tee wirkt gegen Magen-Darm-Infekte, Magenkrämpfe, Blähungen und gegen den Hefepilz Candida albicans.

Für eine Tasse Tee wird 200ml Wasser gekocht und über zwei Teelöffel Olivenkraut gegossen. Den Sud lässt man zehn Minuten ziehen, bevor er abgeseiht wird. Von dem Tee können täglich bis zu drei Tassen getrunken werden.

Wie bei allen Kräutertees sollte nach sechs Woche eine Pause eingelegt werden.

Der Tee kann sowohl aus frischen als auch aus getrocknetem Olivenkraut zubereitet werden.

Olivenkraut Verwendung als Heilkraut

Olivenkraut wurde im Mittelalter zum Entwurmen und gegen Haarausfall verwendet. Das Kraut wirkt wurmabtötend, antibakteriell, antioxidativ und krampflösend.

Studien belegten die Wirksamkeit von Olivenkraut gegen Enterobacter aerogenes und Escherichia coli. Dies ist vor allem auf die Wirkung der ätherischen Öle zurückzuführen.

Olivenkraut wird in der Heilmedizin bei Beschwerden wie Magenkrämpfe, Magen-Darm-Infekte, Blähungen, Wurmbefall und Hautentzündungen eingesetzt. Zudem wirkt das Kraut einem Candida-Befall entgegen.