Kresse: Gartenkresse - Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Der botanische Name der Gartenkresse lautet Lepidium sativum L.. Ursprünglich stammt die Gartenkresse aus dem orientalischen Raum. Gartenkresse ist Teil der Kreuzblütlerfamilie und eine einjährige Pflanze. Sie wird zwischen dreißig und fünfzig Zentimeter hoch und blüht im Sommer mit weißen bis rötlichen Blüten.

Gartenkresse wächst sehr schnell und da in der Küche die jungen Keimblätter verwendet werden, kennen die meisten Menschen die blühende Kresse nicht. Dieses Kraut ist sehr anspruchslos und kann sogar auf Watte gezüchtet werden.

Gartenkresse, Lepidium sativum L.

Gartenkresse

Wissenschaftl. Name: Lepidium sativum L.
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Gartenkresse Arten / Sorten

Im Handel erhältliche Kresse-Sorten sind: "Gartenkresse einfach", "Gartenkresse großblättrig", "Gartenkresse krause"

Gartenkresse / Inhaltsstoffe

In der Gartenkresse sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Provitamin A
  • Vitamine B1, B2 und B6
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Calcium
  • Phosphor
  • Eiweiß
  • Kohlenhydrate
  • Eisen

Der Feldsalat gilt als sehr vitaminreich, doch verfügt er im Vergleich zur Kresse nur über halb so viel Vitamin A und Vitamin C.

Gartenkresse Anbau im Garten

Gartenkresse, blühend

Blühende Gartenkresse

Kresse ist ein sehr anspruchsloses Kraut und lässt sich problemlos im Garten anbauen. Was sie nicht mag ist Staunässe und außerdem ist sie selbstunverträglich, sodass sie im Folgejahr einen neuen Standort bekommen sollte. Als Nachbar sollte nicht Dill gewählt werden, denn dieses Kraut verträgt sich nicht so gut mit der Kresse.

Pflege der Gartenkresse

Standort: Gartenkresse würde sowohl im Schatten als auch in der Sonne gedeihen. Besonders gut wächst sie aber an einem sonnigen bis halbschattigen Platz.

Substrat: Kresse wächst in jeder Erde. Zu beachten ist lediglich, dass der Boden feucht gehalten wird, ohne Staunässe entstehen zu lassen.

Überwintern: Gartenkresse ist zwar für ihre Anspruchslosigkeit bekannt, aber Frost verträgt sie nicht. Wer im Winter Kresse züchten und ernten möchte, sollte dies im (Warm)Haus tun.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten: Gartenkresse ist kein Kraut, das von Schädlingen oder Krankheiten befallen wird. Lediglich kann Schimmel entstehen, wenn zu dicht ausgesät oder zu viel gegossen wurde.

Gartenkresse vermehren

Aussaat

Kresse lässt sich sehr gut durch Aussaat vermehren. Da es sich um eine einjährige Pflanze handelt, ist die Stecklingsvermehrung nicht geeignet. Mit der Aussaat im Garten kann ab März begonnen werden.

Zunächst sollte ein Standort gewählt werden, auf dem die letzten drei Jahre keine Gartenkresse angebaut wurde. Der Grund ist die Selbstunverträglichkeit des Krauts.

Kresse kann von März bis September ausgesät werden. Der Boden muss mindestens fünfzehn Grad warm sein. Sollte es im März noch kalt sein, sodass diese Bodentemperatur nicht erreicht wird, wartet man mit der Aussaat, bis die entsprechenden Temperaturen vorherrschen.

Das Kraut wächst zwar auch im Schatten, doch wächst es an einem Sonnenplatz schneller. Da Kresse auf allen Böden gedeiht, muss lediglich darauf geachtet werden, dass die Erde weder austrocknet, noch Staunässe entstehen lässt.

Der Boden wird leicht aufgelockert und falls in Reihen gesät wird, sollte der Reihenabstand rund fünfzehn Zentimeter betragen. Der Samen kann breitwürfig ausgestreut werden, sodass ein dichtes Kressebeet entsteht.

Kresse ist ein Lichtkeimer und die Samen werden deshalb nur mit wenig Erde bestreut und der Boden mit der Sprühflasche angefeuchtet. Da Vögel den Geschmack von Kresse nicht mögen, muss der Samen nicht mit Vlies abgedeckt werden.

Die Erde muss gleichmäßig feucht gehalten werden. Die ersten Keimlinge werden oft schon nach ein bis zwei Tagen zu sehen sein. Nach rund zwei Wochen haben die Jungpflanzen schon eine Höhe von einigen Zentimetern erreicht.

Gartenkresse im Topf / Kübel

Gartenkresse lässt sich ganz leicht im Topf ziehen. Dazu muss noch nicht einmal Erde verwendet werden, denn das zarte Kraut gedeiht sogar auf Watte oder Küchenpapier.

Standort: Der ideale Standort ist ein Platz an der Sonne und auf der Fensterbank. Kresse gedeiht auch im Halbschatten oder Schatten, aber dann wächst das Kraut langsamer.

Substrat: Als Substrat kann sowohl Erde als auch Watte oder Küchenpapier genutzt werden.

Gießen: Erde, Watte oder Küchenpapier müssen feucht gehalten werden. Auch vor der Aussaat wird das Substrat angefeuchtet.

Düngen: Gartenkresse wird nicht gedüngt, die in frischem Substrat enthaltenen Nährstoffe sind ausreichend.

Hinweis: Wird die Gartenkresse im Topf auf Erde gezüchtet, muss bei der nächsten Aussaat die Erde ausgewechselt werden.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Gartenkresse ist kein Kraut, das von Schädlingen oder Krankheiten befallen wird. Lediglich kann Schimmel entstehen, wenn zu dicht ausgesät oder zu viel gegossen wurde.

Der richtige Schnitt von Gartenkresse

Die Gartenkresse wird zum Ernten geschnitten. Dabei verwendet man eine Schere und schneidet die Kresse bodennah ab.

Ernte der Gartenkresse

Die erste Ernte kann bereits drei Wochen nach der Aussaat erfolgen. Die Pflanzen sollten zirka eine Handbreit, 7 bis 10 cm, hoch sein. Sollte man die Kresse bis zur Blütezeit wachsen lassen, sind die Blüten zwar essbar, aber generell verliert die Gartenkresse ab der Blütenbildung an Geschmack.

In der Küche verwendet man von der Gartenkresse meist die Keimlinge, die etwa eine Woche nach der Aussaat geerntet werden können.

Da der Gehalt der ätherischen Öle in den Blättern zur frühen Vormittagszeit am höchsten ist, lohnt es sich, diese Tageszeit zum Ernten zu nutzen.

Konservieren der Gartenkresse

Gartenkresse sollte stets frisch geerntet verwendet werden, denn durch Trocknen oder Einfrieren verliert das zarte Kraut an Aroma. Im gefrorenen Zustand kann sich ein bitterer Geschmack entwickeln und die Kresse wird so matschig, dass sie sich nur noch in der Suppe verarbeiten lässt. Falls die Ernte großzügig ausfällt und die Kresse im frischen Zustand nicht vollständig verwertet werden kann, empfiehlt sich die Konservierung in Öl.

Gartenkresse trocknen

Getrocknete Kresse enthält so gut wie keine Vitamine mehr und der Geschmack ist nicht mit der frischen Kresse vergleichbar. Möchte man dennoch Kresse trocknen, wird die abgeschnittene Gartenkresse gebündelt und kopfüber an einen trockenen und luftigen Ort aufgehängt. Ist die Kresse trocken, werden die Blätter von den Stängeln abgezupft und in ein verschließbares Glas gegeben.

Gartenkresse einfrieren

Zum Einfrieren wird die Kresse zerkleinert und in Gefrierbeutel gefüllt. Eine andere Variante ist die Herstellung von Kressewürfeln. Dazu füllt man die zerkleinerte Gartenkresse in einen Eiswürfelbehälter und füllt diesen mit Wasser auf. Der Behälter wird in den Gefrierschrank gestellt.

Gartenkresse einlegen

Wenn man Gartenkresse in Öl einlegt, bleiben die Vitamine weitgehend erhalten. Dazu sollte ein möglichst neutrales Öl wie Rapsöl verwendet werden.

Gartenkresse Verwendung in der Küche

Gartenkresse schmeckt gut zu Quark als Brotaufstrich. Zudem lassen sich damit Suppen, Salate und Saucen würzen. Auch Eierspeisen können mit Kresse verfeinert und dekoriert werden.

Keimlinge der Gartenkresse

Keimlinge der Gartenkresse

Gartenkresse verträgt keine hohen Temperaturen. Soll das Kraut zum Würzen von Saucen oder Suppen verwendet werden, gibt man die Kresse erst kurz vor dem Servieren hinzu.

Wird nach oder während der Blütezeit geerntet, schmecken die Blätter etwas herb. Diese Kresse kann kurz mitgekocht werden.

Ebenso macht sich Gartenkresse als Bestandteil einer Kräuterbutter oder von Pesto gut.

Kresse sollte nicht gewaschen werden, da das Kraut dadurch auslaugt und an Geschmack verliert. Wenn es gar nicht anders geht, wird Gartenkresse kurz mit einem milden Strahl Wasser gewaschen.

Kresse: Gartenkresse Tee

Ein Kresse-Tee kann unter anderem als Frühjahrskur getrunken werden, denn Gartenkresse wirkt der Frühjahrsmüdigkeit entgegen. Dazu übergießt man etwa drei Gramm Kresse mit kochendem Wasser . Von dem Tee werden drei Tassen täglich getrunken. Der Gartenkresse-Tee hilft zudem bei Harnwegsentzündungen. Gibt man etwas Honig hinzu, hat man ein sehr gutes Mittel gegen Husten.

Bildernachweis: „Gartenkresse“ von Rainer Zenz, „Gartenkresse blühend“ von Corinna John. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0, „Gartenkresse Keimlinge“ von Vdegroot . Lizenziert unter CC BY 2.5, alle über Wikimedia Commons.

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