Gänsefingerkraut – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Potentilla anserina L.

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🌿 Gänsefingerkraut – Auf einen Blick

  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Wurzelstock
  • Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, Pseudosaponine, Cholin
  • Wichtig: kann einen empfindlichen Magen reizen; in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Beratung; Durchfall mit Fieber oder Blut ärztlich abklären

Volksmund: Anserine, Fingerkraut, Gänserich, Ganskraut, Silberkraut

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina): gefiederte, gezähnte Blätter, rötliche Ausläufer und eine gelbe, fünfzählige Blüte

Gänsefingerkraut von Rasbak, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Gänsefingerkraut

Steckbrief des Gänsefingerkrauts
Wissenschaftlicher Name Potentilla anserina L.
Familie Rosengewächse (Rosaceae)
Wuchshöhe 10 bis 30 cm
Verwendung innerlich und äußerlich

Das zu den Rosengewächsen gehörende, niedrig kriechende Gänsefingerkraut wächst mit dunkelgrün gefärbten Blättern. Diese sind gefiedert und bilden auf der Unterseite eine silbrige, feine Behaarung. Die Heimat des Gänsefingerkrauts sind die kühleren Gebiete auf der nördlichen Halbkugel. Zur Mitte des Sommers beginnt das Gänsefingerkraut an länglichen Stielen buttergelbe Blüten auszubilden. Im medizinischen Bereich werden die getrockneten oberirdisch wachsenden Teile und die Blüten des Gänsefingerkrauts verwendet.

Standort von Gänsefingerkraut

Die Pflanze wächst fast im gesamten europäischen Raum bis auf 1600 m Höhe. Bevorzugte Standorte der Pflanze sind Wildwiesen mit nährstoffreichen Böden.

Heilkraft von Gänsefingerkraut

In der Volksmedizin werden dem Gänsefingerkraut folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • magenwirksam

    Magenwirksam nennt man Mittel, die am Magen ansetzen, etwa indem sie die Bildung von Magensaft anregen.

  • verdauungsfördernd

    Ein verdauungsförderndes Mittel (Digestivum) soll die Verdauung unterstützen.

Außerdem gilt das Gänsefingerkraut als kräftigend.

Verwendete Pflanzenteile von Gänsefingerkraut

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Gänsefingerkraut die Blätter, Blüten und den zur Blütezeit gesammelten Wurzelstock.

Inhaltsstoffe von Gänsefingerkraut

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Gerbstoffe, Flavonoide, Pseudosaponine, Cholin, Harz und Stärke.

Anwendung von Gänsefingerkraut

Das Gänsefingerkraut wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Gänsefingerkraut in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Blutung

    Traditionelle blutstillende Heilpflanzen für kleinere Blutungen.

  • Durchfall

    Bewährte Hausmittel, die Magen und Darm bei Durchfall beruhigen können.

  • Atmung

    Hausmittel und Kräuter, die die Atmung und die Atemwege unterstützen können.

  • Magenverstimmung

    Bewährte Hausmittel, die einen verstimmten Magen beruhigen können.

  • Menstruationsbeschwerden

    Wärmende Tees und Kräuter, die Regelschmerzen und Menstruationsbeschwerden lindern können.

  • Wunden

    Heilpflanzen und Salben, die die Wundheilung begleitend unterstützen können.

Der Pflanze wird bei leichten Durchfallerkrankungen eine stopfende Wirkung zugeschrieben. Aufgrund des hohen Gehalts an Gerbstoffen wird das Gänsefingerkraut auch bei Entzündungen der Schleimhaut im Hals- und Mundbereich angewendet.

Weiterhin wird dem Gänsefingerkraut eine krampflösende Wirkung bei Beschwerden während der monatlichen Regelblutung nachgesagt. Wissenschaftlich ist die krampflösende Wirkung jedoch bisher noch nicht gesichert.

Für die Zubereitung dieser Heilpflanze bereitet man einen Tee aus 150 ml kochendem Wasser auf 2 Teelöffel des getrockneten Gänsefingerkrauts. Bei Entzündungen im Rachen- und Mundbereich gurgelt man mehrmals täglich mit dem bereits abgekühlten Tee. Zur Behandlung leichter Durchfallerkrankungen trinkt man zwischen den Mahlzeiten 3-mal täglich einen frisch aufgegossenen Tee.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Gänsefingerkraut - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Häufige Fragen zu Gänsefingerkraut

Wie sieht das Gänsefingerkraut aus?

Das zu den Rosengewächsen gehörende, niedrig kriechende Gänsefingerkraut wächst mit dunkelgrün gefärbten Blättern. Diese sind gefiedert und bilden auf der Unterseite eine silbrige, feine Behaarung. Zur Mitte des Sommers beginnt das Gänsefingerkraut an länglichen Stielen buttergelbe Blüten auszubilden.

Wo wächst das Gänsefingerkraut?

Die Pflanze wächst fast im gesamten europäischen Raum bis auf 1600 m Höhe. Bevorzugte Standorte der Pflanze sind Wildwiesen mit nährstoffreichen Böden.

Welche Teile des Gänsefingerkrauts werden verwendet?

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Gänsefingerkraut die Blätter, Blüten und den zur Blütezeit gesammelten Wurzelstock.

Ist Gänsefingerkraut gut verträglich?

Gänsefingerkraut gilt bei kurzzeitiger, bestimmungsgemäßer Anwendung als gut verträglich. Wegen des Gerbstoffgehalts (ca. 5–10 %) kann es bei empfindlichem Magen Beschwerden auslösen; bei Reizmagen können Beschwerden verstärkt werden.