Gartenkerbel – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Anthriscus cerefolium (L.) Hoffm.

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🌿 Gartenkerbel – Auf einen Blick

  • Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
  • Herkunft: Südeuropa, Kaukasus, Berge Vorderasiens
  • Verwendete Pflanzenteile: frische Blätter
  • Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Vitamin C, Bitterstoff, flavonoidhaltiges Glykosid
  • Wichtig: beim Sammeln Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Gefleckten Schierling (rotbraun gefleckter Stängel); im Zweifel nicht verwenden

Volksmund: Echter Kerbel

Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium): ungefleckter, hellgrüner Stängel mit fein gefiederten, zarten Blättern

Gartenkerbel von Stefan, CC BY-SA 4.0

Steckbrief von Gartenkerbel

Steckbrief des Gartenkerbels
Wissenschaftlicher Name Anthriscus cerefolium (L.) Hoffm.
Familie Doldenblütler (Apiaceae)
Verwendung innerlich und äußerlich

Gelegentlich findet man den Gartenkerbel noch in Gemüsegärten, obwohl die früher oft kultivierte Pflanze im Laufe der Zeit von der Petersilie fast völlig verdrängt wurde. Der Gartenkerbel ist in Südeuropa, im Kaukasus und in den Bergen Vorderasiens beheimatet, dort findet man diese Heilpflanze wild wachsend. Gartenkerbel war bei den Römern beliebt, im Mittelalter schrieben manche Heilkundige dem Gartenkerbel fast übernatürliche Kräfte zu. Die Blätter des Gartenkerbels müssen bei der Verwendung, sowohl als Gewürz als auch als Heilpflanze, frisch sein.

Die wirksamen ätherischen Öle und Aromen verflüchtigen sich während des Trocknens oder bei Hitzeeinwirkung sofort. Gartenkerbel ist reich an Vitamin C, zusätzlich enthält der Gartenkerbel eine Bittersubstanz und dasselbe flavoninhaltige Glykosid wie die Petersilie. Beim Sammeln von Gartenkerbel muss man sehr vorsichtig sein, da man die Pflanze leicht mit anderen Doldenblütlern verwechseln kann. Frischer Kerbelsaft, vermischt mit Milch oder einem lauwarmen Tee, soll bei Hustenreiz beruhigend wirken.

Heilkraft von Gartenkerbel

In der Volksmedizin werden dem Gartenkerbel folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • appetitanregend

    Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • gallentreibend

    Gallentreibend nennt man Mittel, die die Gallenblase zusammenziehen und so den Austritt der Galle ermöglichen.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • stimulierend (anregend)

    Stimulierend (anregend) heißt, dass die Tätigkeit der Nerven verstärkt, beschleunigt oder verbessert wird.

Außerdem wird ihm nachgesagt, dass er die Milchsekretion hemmt.

Anwendung von Gartenkerbel

Der Gartenkerbel wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Gartenkerbel in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Augenentzündung

    Milde Kräuterauflagen, die bei entzündeten Augen begleitend eingesetzt werden.

  • Bronchitis

    Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.

  • Brustschmerzen

    Hausmittel der Naturheilkunde, die bei Spannungsgefühlen in der Brust genannt werden.

  • Falten vorbeugen

    Natürliche Masken und Pflegetipps, die der Faltenbildung vorbeugen können.

  • Gelbsucht

    Leberfreundliche Heilpflanzen, die bei Gelbsucht begleitend genannt werden.

  • Hautprobleme

    Überblick über Hausmittel, die bei verschiedenen Hautproblemen pflegend wirken können.

  • Hautjucken

    Kühlende und beruhigende Hausmittel, die Juckreiz auf der Haut lindern können.

  • Herpes

    Pflanzliche Hausmittel, die bei Lippenherpes lindernd wirken können.

  • Husten

    Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.

  • Leber

    Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.

  • Niere

    Nierentees und Hausmittel, die eine gesunde Nierenfunktion unterstützen können.

  • Rote Nase

    Milde Pflege und Kräuter, die eine gerötete Nase beruhigen können.

  • Runzeln

    Natürliche Masken und Pflegetipps, die Runzeln und Hautalterung entgegenwirken sollen.

  • Stillen & Ernährung

    Ernährungstipps und Kräuter für die Stillzeit.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Echter Kerbel - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Häufige Fragen zu Gartenkerbel

Woher stammt der Gartenkerbel?

Der Gartenkerbel ist in Südeuropa, im Kaukasus und in den Bergen Vorderasiens beheimatet, dort findet man diese Heilpflanze wild wachsend.

Warum muss Gartenkerbel frisch verwendet werden?

Die Blätter des Gartenkerbels müssen bei der Verwendung, sowohl als Gewürz als auch als Heilpflanze, frisch sein. Die wirksamen ätherischen Öle und Aromen verflüchtigen sich während des Trocknens oder bei Hitzeeinwirkung sofort.

Was enthält Gartenkerbel?

Gartenkerbel ist reich an Vitamin C, zusätzlich enthält der Gartenkerbel eine Bittersubstanz und dasselbe flavoninhaltige Glykosid wie die Petersilie.

Womit kann man Gartenkerbel verwechseln?

Beim Sammeln wild wachsender Pflanzen besteht Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Gefleckten Schierling: dessen Stängel trägt rotbraunviolette Flecken, der Kerbelstängel bleibt ungefleckt. Nur eindeutig erkannte Pflanzen ernten; im Zweifel nicht verwenden.