Kartoffel – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Solanum tuberosum L.
🌿 Kartoffel – Auf einen Blick
- Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
- Herkunft: Peru, seit Ende des 16. Jahrhunderts in Europa
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: grüne Pflanzenteile, unreife Beeren und Keime enthalten Solanin; grüne und keimende Kartoffeln nicht verzehren
Volksmund: Erdapfel, Grundbirne, Grumbeer
Kartoffel von Rasbak, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Kartoffel
| Wissenschaftlicher Name | Solanum tuberosum L. |
|---|---|
| Familie | Nachtschattengewächse (Solanaceae) |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Die mittlerweile in Europa so wichtige Nutzpflanze wurde von den Soldaten Pizarros in Peru entdeckt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts brachte man die Kartoffel nach Spanien und kurz darauf nach Italien. In der Anfangszeit wurden die Kartoffeln in diesen Ländern überwiegend als Futterpflanzen kultiviert.
Als Nahrungsmittel setzten sich die Kartoffeln in Europa erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch. Heute sind auf der Erde etwa 2000 Kartoffelsorten bekannt. Die Kartoffeln sind ein wertvolles Nahrungsmittel. Kartoffeln sind sehr leicht verdaulich und gelten als stärkend, kräftigend, aufbauend und erweichend. Auch Menschen mit einem empfindlichen Magen vertragen die Kartoffel gut. Kartoffeln enthalten reichlich Mineralsalze, sie sind jedoch nicht so gehaltvoll wie die Getreidekörner Gerste, Weizen oder Hafer. Bei den grünen Pflanzenteilen der Kartoffeln, hauptsächlich bei den unreifen Beeren und bei den auskeimenden Trieben der Kartoffelknolle, ist große Vorsicht geboten, da sie den Stoff Solanin enthalten. Diese Substanz kann tödliche Vergiftungen zur Folge haben.
Heilkraft von Kartoffel
In der Volksmedizin werden der Kartoffel folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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erweichend
Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.
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harntreibend
Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.
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narbenbildend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
Anwendung von Kartoffel
Die Kartoffel wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Kartoffeln in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Augen
Sanfte Kompressen und Kräuteranwendungen für müde und gereizte Augen.
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Diabetes
Kräuter und Ernährungstipps, die eine ärztliche Diabetesbehandlung begleiten können.
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Kolik
Krampflösende Tees und Wärme, die bei Koliken wohltuend wirken können.
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Magenbeschwerden
Beruhigende Tees und Hausmittel für einen empfindlichen Magen.
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Schönheitsmasken Rezepte
Rezepte für Schönheitsmasken aus natürlichen Zutaten für verschiedene Hauttypen.
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Sonnenbrand
Kühlende und pflegende Hausmittel, die sonnengereizte Haut beruhigen können.
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Verbrennungen
Kühlende Hausmittel für leichte Verbrennungen und die anschließende Hautpflege.
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Verstopfung
Ballaststoffreiche Hausmittel und Kräuter, die bei Verstopfung die Verdauung anregen können.
⚠️ Hinweis: Nur einwandfreie Knollen verwenden; grüne und keimende Kartoffeln sind laut BfR nicht zum Verzehr geeignet – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Kartoffel - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Kartoffel
Woher stammt die Kartoffel?
Die mittlerweile in Europa so wichtige Nutzpflanze wurde von den Soldaten Pizarros in Peru entdeckt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts brachte man die Kartoffel nach Spanien und kurz darauf nach Italien.
Seit wann isst man in Europa Kartoffeln?
In der Anfangszeit wurden die Kartoffeln in diesen Ländern überwiegend als Futterpflanzen kultiviert. Als Nahrungsmittel setzten sich die Kartoffeln in Europa erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch.
Welche Teile der Kartoffel sind giftig?
Bei den grünen Pflanzenteilen der Kartoffeln, hauptsächlich bei den unreifen Beeren und bei den auskeimenden Trieben der Kartoffelknolle, ist große Vorsicht geboten, da sie den Stoff Solanin enthalten. Diese Substanz kann tödliche Vergiftungen zur Folge haben.
Welche Kartoffeln sollte man nicht essen?
Nach Angabe des BfR sind alte, eingetrocknete oder keimende Kartoffeln sowie Kartoffeln mit grünen Stellen nicht zum Verzehr geeignet; grüne und stark keimende Knollen sollten aussortiert werden. Kartoffelgerichte mit bitterem Geschmack sollten nicht gegessen werden.