Rettich – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Raphanus sativus L.
🌿 Rettich – Auf einen Blick
- Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
- Herkunft: Ausgangsarten aus Vorderasien
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: nicht bei Gallensteinen; hohe Dosen der frischen Wurzel können die Magen-Darm-Schleimhaut reizen
Volksmund: Gartenrettich
Rettich Chixoy CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Rettich
| Wissenschaftlicher Name | Raphanus sativus L. |
|---|---|
| Familie | Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Die bekannten Rettichsorten, wie Schwarzrettich, Monatsrettich und Radieschen, sind Kulturformen der Art Raphanus sativus. Die Rettichsorten unterscheiden sich vorwiegend durch Größe und Farbe ihrer Wurzeln. Bereits die Ägypter haben Rettiche aus Arten gezüchtet, die ursprünglich aus Vorderasien stammten. Römische und griechische Ärzte verordneten den Rettich gegen Hustenreiz. Während des Mittelalters geriet der Rettich in Vergessenheit, erst die Kräuterbücher der Renaissance berichten wieder über die medizinischen Eigenschaften der unterschiedlichen Rettichsorten. Rettiche sollen vor allem die Gallentätigkeit anregen. Schwarzrettich weist mehr aktive Substanzen auf als alle anderen kultivierten Rettichsorten. Rettich ist eine Heilpflanze im eigentlichen Sinne, die Rettiche sind jedoch arm an Nährwert und nicht besonders gut verdaulich. Frischer Rettichsaft wird in der Volksmedizin als Kur für Leberkranke empfohlen.
Heilkraft von Rettich
In der Volksmedizin werden dem Rettich folgende Eigenschaften zugeschrieben:
- appetitanregend
Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.
- hustenbekämpfend
Hustenbekämpfend (antitussiv) nennt man Mittel, die den Hustenreiz unterdrücken.
- wundreinigend
Wundreinigend bezieht sich auf die Wundreinigung, bei der infiziertes, geschädigtes oder abgestorbenes Gewebe aus einer Wunde entfernt wird.
- tonisch
Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.
Außerdem gilt der Rettich als Mittel gegen Skorbut.
Anwendung von Rettich
Der Rettich wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit dem Rettich in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
- Akne bekämpfen
Kräuter, Masken und Pflegetipps, die unreine Haut bei Akne unterstützen können.
- Arthritis
Wickel, Bäder und Kräuter, die entzündete Gelenke bei Arthritis begleitend unterstützen können.
- Bronchitis
Hustentees, Inhalationen und Brustwickel, die bei Bronchitis lindernd wirken können.
- Gallenblase
Bitterkräuter und Hausmittel, die die Gallenfunktion unterstützen können.
- Husten
Hustentees, Sirupe und Wickel, die Reizhusten und festsitzenden Husten lindern können.
- Kalkmangel
Kalziumreiche Lebensmittel und Kräuter, die bei Kalkmangel die Versorgung unterstützen.
- Leber
Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.
- Mineralsalzmangel
Mineralstoffreiche Pflanzen und Lebensmittel, die bei Mineralsalzmangel die Versorgung unterstützen.
ℹ️ Hinweis: Hohe Dosen der frischen Wurzel können laut apotheken.de die Magen-Darm-Schleimhaut reizen – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: Bei bestehenden Gallensteinen ist laut Altmeyers Enzyklopädie von einer Einnahme abzusehen; es können Koliken ausgelöst werden – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Garten-Rettich - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Rettich
Welche Rettichsorten gibt es?
Die bekannten Rettichsorten, wie Schwarzrettich, Monatsrettich und Radieschen, sind Kulturformen der Art Raphanus sativus. Die Rettichsorten unterscheiden sich vorwiegend durch Größe und Farbe ihrer Wurzeln.
Seit wann wird Rettich als Heilpflanze verwendet?
Römische und griechische Ärzte verordneten den Rettich gegen Hustenreiz. Während des Mittelalters geriet der Rettich in Vergessenheit, erst die Kräuterbücher der Renaissance berichten wieder über die medizinischen Eigenschaften der unterschiedlichen Rettichsorten.
Ist Rettich nahrhaft?
Rettich ist eine Heilpflanze im eigentlichen Sinne, die Rettiche sind jedoch arm an Nährwert und nicht besonders gut verdaulich.
Wer sollte Rettich nicht arzneilich einnehmen?
Bei bestehenden Gallensteinen ist laut Altmeyers Enzyklopädie von einer Einnahme abzusehen; laut apotheken.de können bei Gallensteinträgern Koliken ausgelöst werden. Hohe Dosen der frischen Wurzel können laut apotheken.de zu Schleimhautreizungen des Magen-Darm-Traktes führen.