Ringelblume – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Calendula officinalis L.
🌿 Ringelblume – Auf einen Blick
- Familie: Korbblütler (Asteraceae)
- Herkunft: vermutlich von der Ackerringelblume abstammend
- Verwendung: innerlich und äußerlich
- Wichtig: nicht bei Allergie gegen Korbblütler; die EMA bewertet nur die äußerliche Anwendung und das Spülen/Gurgeln
Volksmund: Gartenringelblume, Ringelblümchen
Ringelblume von Flominator, CC BY-SA 3.0
Steckbrief von Ringelblume
| Wissenschaftlicher Name | Calendula officinalis L. |
|---|---|
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Verwendung | innerlich und äußerlich |
Wahrscheinlich stammt die in unseren Gärten wachsende Ringelblume von der Ackerringelblume (Calendula arvensis L.) ab. Den Ringelblumen werden wichtige medizinische Eigenschaften zugeschrieben, vor allem bei Frauenleiden sollen diese Pflanzen sehr hilfreich sein.
Die Ringelblume zählt zu den hervorstechendsten Heilpflanzen Europas. In den mittelalterlichen Büchern über Heilkräuter wurde die Ringelblume häufig erwähnt, im Laufe der Zeit geriet die Pflanze dann aber allmählich in Vergessenheit. Erst seit einigen Jahren kommt die Ringelblume wieder zu alten Ehren. Den Ruf als wertvolle Heilpflanze verdanken die Ringelblumen einem flavonhaltigen Farbstoff, einer Bittersubstanz, einem Saponin, einem Harz, Alkoholen, einem ätherischen Öl, verschiedenen Säuren und Spuren von Salicylsäure. Ringelblumen sollen nicht nur bei Frauenleiden wirken, sie gelten auch als antiseptisch (keimtötend), wundheilend, erweichend, entzündungshemmend und narbenbildend (wundheilend).
Heilkraft von Ringelblume
In der Volksmedizin werden der Ringelblume folgende Eigenschaften zugeschrieben:
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antiseptisch
Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.
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blutreinigend
„Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.
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entzündungshemmend
Entzündungshemmend heißt, dass eine Entzündung abgeschwächt wird, ohne dass ihre Ursache beseitigt ist.
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erweichend
Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.
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gegen Hühneraugen
Ein Hühnerauge ist eine durch Druck entstehende, oft schmerzhafte Hornschwiele mit einem nach innen gerichteten Hornzapfen.
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krampflösend
Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.
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menstruationsregulierend
Menstruationsregulierend bezieht sich auf Mittel (Emmenagoga), die den Eintritt der Monatsblutung anregen sollen.
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narbenbildend
Wundheilend bzw. narbenbildend bezieht sich auf die Wundheilung: den Verschluss einer Wunde durch neu gebildetes Gewebe, an deren Ende eine Narbe steht.
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schweißtreibend
Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.
Anwendung von Ringelblume
Die Ringelblume wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit den Ringelblumen in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:
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Bluterguss
Kühlende Umschläge und Kräutersalben, die bei Blutergüssen lindernd wirken können.
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Frostbeule
Wärmende Bäder und Salben, die bei Frostbeulen lindernd wirken können.
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Hautgeschwür
Traditionelle Umschläge, die die Pflege von Hautgeschwüren begleiten können.
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Hautprobleme
Überblick über Hausmittel, die bei verschiedenen Hautproblemen pflegend wirken können.
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Insektenstich
Kühlende Hausmittel, die Schwellung und Juckreiz nach Insektenstichen lindern können.
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Leber
Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.
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Menstruationsbeschwerden
Wärmende Tees und Kräuter, die Regelschmerzen und Menstruationsbeschwerden lindern können.
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Quetschungen
Kühlende Umschläge und Salben, die bei Quetschungen lindernd wirken können.
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Verbrennungen
Kühlende Hausmittel für leichte Verbrennungen und die anschließende Hautpflege.
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Warzen
Überlieferte Hausmittel, die traditionell bei Warzen angewendet werden.
ℹ️ Hinweis: Die EMA-Bewertung umfasst nur die äußerliche Anwendung und das Spülen/Gurgeln mit Ringelblumenblüten, nicht das Trinken des Tees – siehe Sicherheitshinweise.
⚠️ Hinweis: Bei Allergie gegen Korbblütler nicht anwenden – siehe Sicherheitshinweise.
Quellen
Grundlage der bisherigen Texte:
- Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
- Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
- RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
- Wikipedia - Heilpflanze
- Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
- Ringelblume - Wikipedia
- Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327
Häufige Fragen zu Ringelblume
Woher stammt die Gartenringelblume?
Wahrscheinlich stammt die in unseren Gärten wachsende Ringelblume von der Ackerringelblume (Calendula arvensis L.) ab.
Seit wann ist die Ringelblume als Heilpflanze bekannt?
In den mittelalterlichen Büchern über Heilkräuter wurde die Ringelblume häufig erwähnt, im Laufe der Zeit geriet die Pflanze dann aber allmählich in Vergessenheit. Erst seit einigen Jahren kommt die Ringelblume wieder zu alten Ehren.
Welche Inhaltsstoffe hat die Ringelblume?
Den Ruf als wertvolle Heilpflanze verdanken die Ringelblumen einem flavonhaltigen Farbstoff, einer Bittersubstanz, einem Saponin, einem Harz, Alkoholen, einem ätherischen Öl, verschiedenen Säuren und Spuren von Salicylsäure.
Wofür ist die Ringelblume von der EMA bewertet?
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat für Ringelblumenblüten eine Monographie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel erstellt. Das Trinken von Ringelblumentee und das Kraut sind von dieser Bewertung nicht erfasst.
Wer sollte die Ringelblume nicht anwenden?
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen Ringelblume oder andere Korbblütler (Asteraceae). Die äußerliche Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren und die Anwendung im Mund- und Rachenraum bei Kindern unter 12 Jahren werden nicht empfohlen, weil ausreichende Daten fehlen.