Zucht und Pflege eines Kräutergartens

Ein Kräutergarten auf dem heimischen Balkon sieht nicht nur hübsch aus, er ist auch äußerst praktisch. Kräuter bringen einen intensiven Geschmack an verschiedene Gerichte.

Kräuter auf dem Balkon

Von Salatdressings, bis hin zu Soßen lassen Kräuter sich ideal in der Küche einbringen. Auch das gewisse Etwas auf der Pizza oder auf dem Brotaufstrich, kann durch Kräuter gezaubert werden.

Die meisten kennen jedoch das Problem, dass Kräutertöpfe, die sie sich im Supermarkt kaufen, schon nach kurzer Zeit nicht mehr frisch aussehen und schließlich eingehen. Welche Pflege brauchen Kräuter wirklich und sollten sie lieber gekauft oder selbst gesät werden? Die gängigsten Kräuter werden nun kurz vorgestellt.

Schnittlauch

Schnittlauch gehört zu den beliebtesten Kräutern in der Küche. Wer ihn auf dem Balkon züchten möchte, sollte ihn am besten selbst aussäen oder einen im Supermarkt gekauften Schnittlauchtopf direkt in ein größeres Behältnis mit frischer Erde umtopfen. Die fertig zu kaufenden Kräuter im Topf sind in der Regel sehr beengt, was dazu beiträgt, dass sie schnell eingehen. Schnittlauch bevorzugt einen feuchten und lockeren Boden. Am besten gedeiht er in der Sonne oder auf einem halbschattigen Platz. Befinden sich Nährstoffe und etwas Kalk im Boden, wächst der Schnittlauch besonders gut. Der frühe April ist für die Aussaht am besten geeignet. Die kleinen schwarzen Samen werden dazu einfach auf die lockere Erde gestreut, mit ein wenig Erde bedeckt und kräftig gegossen. Innerhalb von ein bis zwei Wochen fängt der Schnittlauch an zu keimen. Einige Schnittlauchsorten verfügen über essbare Blüten, die vor allem im Salat schön aussehen. Der Schnittlauch sollte immer gut feucht gehalten werden, wobei Staunässe zu vermeiden ist.

Petersilie

Petersilie wird meistens roh verzehrt oder nur sehr kurz gegart, da sie sonst ihr typisches Aroma verliert. Sie enthält viele Vitamine, ist gut für die Blase und hilft angeblich gegen Frühjahrsmüdigkeit. Petersilie bevorzugt einen hellen Standort, mag jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung. Der Boden sollte stets feucht gehalten werden, allerdings auch nicht zu feucht, da Petersilie sonst schnell eingeht. Ausgesät werden, kann die Petersilie bereits im März und April. Geerntet werden, kann das ganze Jahr über. In den Wintermonaten sollte die Petersilie, wie die anderen Balkonkräuter auch, aber in die Wohnung umziehen.

Basilikum

Basilikum sollte mit Samen in einer warmen und hellen Umgebung aufgezogen werden. Erst ab Mitte Mai darf die, im Mittelmeerraum heimische, Pflanze ins Freie, denn Kälte verträgt sie gar nicht gut. Die kleinen Pflänzchen sollten nicht zu dicht beieinander stehen. Ein großer Topf ist also ratsam. Basilikum mag es sonnig, aber sollte nicht in der prallen Sonne stehen. Ein halbschattiger Platz eignet sich am besten. Basilikum braucht genügend Wasser, bei Trockenheit geht es schnell ein. Der Boden muss also durchgehend feucht gehalten werden. Es lohnt sich, bei jungen Pflanzen die Spitzen zu kappen, denn so wächst das Basilikum schneller.

Kresse

Das unkomplizierteste Mitglied der Kräuterfamilie ist wohl die Kresse. Ausgesät werden kann sie bereits im März. Sie wächst unheimlich schnell und ist sehr genügsam. Wird sie regelmäßig feucht gehalten, reicht ihr das schon. Geschnitten werden, sollte Kresse direkt vor dem Verzehr und vor der Blüte. Da sie so schnell wächst, kann sie immer nachgesät werden. Besonders gut schmeckt Kresse auf Brot.

Rosmarin

Wie viele der anderen, ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten, Kräuter, ist Rosmarin besonders robust. Er kann gut in Gärtnereien gekauft und Zuhause umgetopft werden. Rosmarin mag es sehr sonnig und muss nur ab und zu gegossen werden. Ein wenig Dünger in der Erde ist außerdem ratsam. Nach draußen sollte er erst, wenn es wärmer ist, also in der Regel nicht vor Mai. Im Winter sollte der Rosmarin an einem kühlen, aber hellen Platz überwintern. Rosmarin kann das ganze Jahr über geerntet werden. Er lässt sich auch wunderbar trocknen, da er sein unvergleichliches Aroma behält.

Salbei

Salbei hat es gern warm, sonnig und windgeschützt. Ein lockerer und durchlässiger Boden bekommt ihm am besten. Da die Direktsaat nicht immer erfolgreich ist, lohnt es sich, den Salbei als Jungpflanze in einer Gärtnerei zu kaufen und anschließend umzutopfen. Wird der Salbei hin und wieder mit Kalium und Stickstoff gedüngt, macht ihn das robuster. Er sollte regelmäßig, aber nicht übermäßig gegossen werden. Ab Mai darf der Salbei auf den Balkon, denn auch er verträgt die Kälte nicht gut und Frost schon gar nicht. Wer diese Tipps beherzigt, wird mit seinen Balkonkräutern viel Freude haben. Bei anderweitigen Problemen, wie zum Beispiel Schimmel- oder Schädlingsbefall, können auch Hobbygärtner in unserem Forum um Rat gefragt werden.