Gemeiner Erdrauch – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Fumaria officinalis L.

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🌿 Erdrauch – Auf einen Blick

  • Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Wuchshöhe: 15 bis 70 cm
  • Blütezeit: April bis September
  • Verwendete Pflanzenteile: gesamte blühende Pflanze, gesammelt von Mai bis September
  • Wichtig: nicht bei Erkrankungen der Gallenwege, Gallensteinen und Lebererkrankungen; nicht in Schwangerschaft und Stillzeit

Volksmund: Gewöhnlicher Erdrauch

Gemeiner Erdrauch (Fumaria officinalis): Trauben kleiner purpurroter Blüten über fein zerteilten, graugrünen Blättern

Erdrauch von Philmarin, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Erdrauch

Steckbrief des Gemeinen Erdrauchs
Wissenschaftlicher NameFumaria officinalis L.
FamilieMohngewächse (Papaveraceae)
Wuchshöhe15 bis 70 cm
Verwendunginnerlich und äußerlich

Der Name Erdrauch ergibt sich aus der Übersetzung des lateinischen Namens, er kommt als ursprünglicher Volksname in Mitteleuropa nicht vor. Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vom lateinischen fumus (Rauch) ab. Der Erdrauch ist als Begleiter der menschlichen Kultur in Mitteleuropa mindestens seit der jüngeren Steinzeit vorhanden. Die medizinischen Eigenschaften des Gemeinen Erdrauchs werden seit dem Altertum gerühmt, vor allem als Blutreinigungsmittel sowie bei Hautleiden und zur Förderung der Leber- und Gallentätigkeit. Man sagt dem Gemeinen Erdrauch auch nach, dank ihm ein hohes Alter zu erlangen.

Je nach Standort wird der Gemeine Erdrauch 15 bis 70 cm hoch. Die Pflanze ist einjährig. Die blaugrünen Stängel dieser Heilpflanze wachsen aufsteigend. Die graugrünen, gestielten Blätter sind doppelt bis dreifach in schmale Zipfel geteilt. Die von April bis September in Trauben erscheinenden kleinen Blüten sind rosa gefärbt und haben purpurrote Flecken. Die Früchte des Gemeinen Erdrauchs sind kugelig und an der Spitze eingedrückt. Die Wurzeln der Pflanze sind pfahlförmig und gelblichweiß. Der Geruch des Saftes ist scharf, der Geschmack sehr bitter und leicht salzig.

Standort von Erdrauch

Der Gemeine Erdrauch wächst fast überall in Mitteleuropa. Man findet die Pflanze bis in Höhenlagen von 1800 m. Der bevorzugte Standort des Erdrauchs sind Felder, Feldränder und Schuttplätze.

Heilkraft von Erdrauch

In der Volksmedizin werden dem Gemeinen Erdrauch folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • appetitanregend

    Appetitanregend wirken vor allem Bitterstoffe: Sie regen über die Geschmacksknospen reflexartig die Bildung von Speichel und Magensaft an.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • magenwirksam

    Magenwirksam nennt man Mittel, die am Magen ansetzen, etwa indem sie die Bildung von Magensaft anregen.

  • verdauungsfördernd

    Ein verdauungsförderndes Mittel (Digestivum) soll die Verdauung unterstützen.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

  • wundreinigend

    Wundreinigend bezieht sich auf die Wundreinigung, bei der infiziertes, geschädigtes oder abgestorbenes Gewebe aus einer Wunde entfernt wird.

Verwendete Pflanzenteile von Erdrauch

In der Naturheilkunde benutzt man von dem Erdrauch die gesamte blühende Pflanze. Die Sammelzeit erstreckt sich von Mai bis September.

Inhaltsstoffe von Erdrauch

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind Alkaloid (Fumarin), Gerbstoff, Harz, Bitterstoff, Schleim und Kalium.

Anwendung von Erdrauch

Der Erdrauch wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit Erdrauch in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Asthenie

    Stärkende Kräuter und Hausmittel bei allgemeiner Kraftlosigkeit und Schwäche.

  • Ekzem

    Beruhigende Umschläge und Kräuter, die gereizte Haut bei Ekzemen lindern können.

  • Fettleibigkeit

    Pflanzliche Hilfen und Ernährungstipps, die beim Abnehmen unterstützen können.

  • Frühjahrskur

    Frische Kräuter und Hausmittel für eine belebende Frühjahrskur.

  • Gesichtsfarbe

    Natürliche Hausmittel für einen frischen, ebenmäßigen Teint.

  • Hautflechte

    Pflegende Kräuteranwendungen, die bei Hautflechte begleitend eingesetzt werden.

  • Nesselfieber

    Kühlende Hausmittel, die juckende Quaddeln bei Nesselfieber lindern können.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Gewöhnlicher Erdrauch - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Häufige Fragen zu Erdrauch

Wie sieht der Gemeine Erdrauch aus?

Je nach Standort wird der Gemeine Erdrauch 15 bis 70 cm hoch. Die graugrünen, gestielten Blätter sind doppelt bis dreifach in schmale Zipfel geteilt. Die von April bis September in Trauben erscheinenden kleinen Blüten sind rosa gefärbt und haben purpurrote Flecken.

Wo wächst der Erdrauch?

Der Gemeine Erdrauch wächst fast überall in Mitteleuropa. Man findet die Pflanze bis in Höhenlagen von 1800 m. Der bevorzugte Standort des Erdrauchs sind Felder, Feldränder und Schuttplätze.

Woher hat der Erdrauch seinen Namen?

Der Name Erdrauch ergibt sich aus der Übersetzung des lateinischen Namens, er kommt als ursprünglicher Volksname in Mitteleuropa nicht vor. Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vom lateinischen fumus (Rauch) ab.

Wer sollte Erdrauch nicht anwenden?

Erdrauchkraut wird wegen seiner gallesekretionsfördernden Wirkung nicht empfohlen bei Gallenwegsverschluss, Gallenwegsentzündung, Lebererkrankungen, Gallensteinen und anderen Erkrankungen der Gallenwege. In Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.