Rhytionanthos

Das Genus Rhytionanthos ist ein Synonym des Genus Bulbophyllum. Bulbophyllum ist der Name einer großen Pflanzengattung mit etwa 1000 Arten aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Die epiphytischen Orchideen der Gattung Bulbophyllum bilden horstartig oder in Abständen stehende Pseudobulben an einem kriechenden Rhizom. Die von niedrigen Blättern umgebenen Pseudobulben bilden nur an der Spitze ein oder zwei Blätter. Der traubige Blütenstand dieser Orchideen wächst seitlich aus der Basis der Pseudobulben.

Die Rhytionanthos sind epiphytisch wachsende Orchideen mit außergewöhnlichen Blüten.

Rhytionanthos Blüte

Rhytionanthos

© Foto: Wolfgang H.
Chiangmai Thailand

Name: Rhytionanthos, Synonym für Bulbophyllum
Wissenschaftl. Name: Rhytionanthos
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Verwendung: Blütenschmuckpflanze
Hilfreiche Seiten: Orchideen pflegen
Lexikon / Übersicht:  Orchideen
Schwierigkeit: mittelschwer

Beschreibung & Pflege der Rhytionanthos

Die Rhytionanthos Pflege ist mittelschwer, einige Ansprüche der Pflanze sollten möglichst erfüllt werden. Die Gattung Bulbophylum ist mit etwa 1000 Arten sehr groß und man kann leider keine generelle Pflegeanleitung, besonders über den optimalen Temperaturbereich, geben.

Standort / Licht

Rhytionanthos pflegt man ganzjährlich an einem hellen Standort. Rhytionanthos vertragen für kurze Zeit zertstreutes Sonnenlicht, die Orchideen sind jedoch empfindlich gegenüber direkter Sonnenbestrahlung während der Mittagsstunden. Pralle Sonne führt meist schnell zu Verbrennungen. Den Sonnenbrand erkennt man an dunklen Blattflecken.

An Tagen mit niedriger Luftfeuchtigkeit sollten die Rhytionanthos öfter besprüht werden.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses zur Standartaurüstung eines Pflanzenliebhabers nützliche Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Rhytionanthos Gießen / Wässern

Rhytionanthos Orchideen werden gleichmäßig gegossen. Man achte darauf, bei jeder Wassergabe den Topfballen gründlich zu durchfeuchten. Vor dem jeweils nächsten Wässern lässt man den Topfballen leicht antrocknen.

Bei durchschnittlichen Zimmertemperaturen und mittelgroßen Pflanztöpfen gießt man durchschnittlich einmal pro Woche, so hält man die Orchideen zwischen mäßiger Feuchtigkeit und leichter Trockenheit. Die Rhytionanthos dürfen nie gänzlich austrocknen. Die Rhytionanthos vertragen auch keine Staunässe. Überschüssiges Wasser muss frei ablaufen können oder spätestens 5 bis 10 Minuten nach dem Gießen aus dem Übertopf abgeschüttet werden.

Nach dem Verblühen der Orchidee hält man eine kurze Ruhepause von etwa drei Wochen ein. Während dieser Ruhezeit wird die Rhytionanthos nur so viel gegossen, dass die Erde nicht vollkommen austrocknet.

Als Gießwasser und zum Besprühen nimmt man für die Rhytionanthos weiches, abgestandenes und zimmerwarmes Wasser. Idealerweise verwendet man sauberes, bei Bedarf gefiltertes Regenwasser.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Luftfeuchtigkeit

Eine hohe Luftfeuchtigkeit, 70 bis 90%, ist für alle Rhytionanthos wichtig. Bei einer ausreichend hohen Luftfeuchtigkeit gedeihen die Pflanzen gesund und entwickeln sich prächtig, sofern auch die anderen Pflegebedürfnisse ausreichend erfüllt werden.

Bei Bedarf sollte man die Luftfeuchte erhöhen, hierfür eignen sich in der Nähe der Pflanze aufgestellte Luftbefeuchter (hier über Amazon erhältlich) oder Verdunster für Heizkörper (hier über Amazon).

Zusätzlich ist es hilfreich, die Pflanze hin und wieder mit weichem, zimmerwarmem Wasser einzusprühen. Damit die Sprühdüse nicht verstopft verwendet man gefiltertes Regenwasser. Leitungswasser eignet sich nicht so gut, denn es hinterlässt im Laufe der Zeit oft Flecken auf den Blättern. Am besten funktioniert das Einsprühen mit einem kleinen Drucksprüher mit Schlauch und Lanze (hier über Amazon erhältlich).

Damit können die Blätter der Pflanze unproblematisch von allen Seiten, auch von unten besprüht werden, ohne den Topf drehen zu müssen. Dies ist bei empfindlichen Zimmerpflanzen wichtig, denn manche reagieren mit Knospen- oder Blattfall auf eine Änderung des Lichteinfalls. Einfache Handsprüher wie sie z.B bei Haushaltsreinigern verwendet werden, sind unpraktisch in der Verwendung und gehen meist schnell kaputt.

Rhytionanthos überwintern / Ruheperiode

Die meisten Rhytionanthos legen keine ausgesprochene Ruheperiode ein und wachsen das ganze Jahr über. Nach dem Verblühen der Orchidee hält man aber eine kurze Ruhepause von etwa drei bis vier Wochen ein. Während dieser Ruhezeit wird die Rhytionanthos nur so viel gegossen, dass die Erde nicht vollkommen austrocknet.

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Lesetipp: Ruhe- und Vegetationsperiode der Pflanzen

Aufenthalt im Sommer

Die Rhytionanthos kann während der warmen Jahreszeit an einem geschützten, hellen bis halbschattigem Standort im Freien gepflegt werden. Etwas Morgen- oder Nachmittagssonne ist für ein gesundes Wachstum dieser Pflanze von Vorteil. Die Rhytionanthos sollte nicht direkt von der prallen Mittagssonne beschienen werden.

Temperatur

Die Temperaturansprüche für die zahlreichen Arten sind sehr unterschiedlich. Am besten man erkundigt sich bereits beim Kauf über den zuträglichen Temperaturbereich. Im Idealfall sollte für diese Orchideen die Temperatur ganzjährig tagsüber 19 bis 24 °C und nachts 16 bis 20 °C betragen. Falls die Temperatur einige Tage hintereinander 24 °C übersteigt, stellt man die Pflanzgefäße in wassergefüllte Schalen auf Kieselsteine oder hängt wassergefüllte Untersetzer unter die Orchideen, sofern diese in Ampeln oder auf Epiphytenbäumen gepflegt werden. Zusätzlich werden die Blätter der Rhytionanthos Orchideen täglich mit weichem Wasser besprüht.

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Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock

Rhytionanthos vermehren

Rhytionanthos werden zur Vermehrung im Frühjahr geteilt, vorausgesetzt es sind ausreichend viele Pseudobulben vorhanden. Man zerschneidet die Rhizome in zwei oder mehr Teilstücke. An jedem Teilstück sollten sich mindestens zwei Pseudobulben befinden. Die Stücke der Rhytionanthos setzt man in kleine Töpfe mit einem Durchmesser von 8 bis 10 cm. Alternativ können die Teilstücke der Rhizome auch an einem Epiphytenstamm befestigt werden. Bis zum neuen Austrieb werden die geteilten Rhizome der Orchideen nur mäßig gegossen. Danach kann man die Rhytionanthos wie ausgewachsene Orchideen weiterkultivieren.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

Rhytionanthos pflegt man wahlweise aufgebunden oder im Topf. Alle für Orchideen empfohlenen Kultursubstrate sind auch für Rhytionanthos geeignet. Die Pflanzen können in Schalen, Töpfen, Ampeln oder an Epiphytenbäumen gepflegt werden. Sehr praktisch und beliebt ist die Kultur dieser Orchideen in hängenden Körben. Viele Rhytionanthos Arten wachsen in die Breite, solche Pflanze pflegt man besser in flachen Schalen. Siehe: Erdmischungen für Orchideen

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Rhytionanthos umtopfen

Neu gekaufte Rhytionanthos müssen erst einige Jahre nach dem Kauf umgetopft werden, je seltener desto besser. Später topft man ältere Rhytionanthos im Abstand von 2 bis 3 Jahren um. Die günstigste Zeit ist das Frühjahr. Die Orchideen dürfen zum Umtopfen nicht in Blüte stehen.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Einige Rhytionanthos Arten haben einen hohen Bedarf an Nährstoffen. Dies gilt besonders für die großwüchsigen Arten in der Wachstumsphase. Die mittelgroßen, die kleineren und die ganz kleinen Arten benötigen deutlich geringere Düngergaben. Am besten ist öfteres Düngen mit schwacher Dosierung, auch Blattdüngung kann zur Schonung der salzempfindlichen Wurzeln sinnvoll sein.

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Gelbe, welke oder schlaffe, durchsichtige Blätter

Eine Pflege bei zu hohen Temperaturen äußert sich durch gelbe und verwelkte Blätter. Bei zu kalter Pflege oder nach einem kräftigem Kälteschock, z. B. durch übermäßiges Lüften im Winter, werden die Blätter weicher, schlaff und manchmal durchsichtig. Rhytionanthos die nicht zu stark geschädigt sind, können sich wieder erholen, wenn man sie im geeigneten Temperaturbereich pflegt.

Weiche, runzelige Blätter

Falls trotz zahlreicher Luftwurzeln die Rhytionanthos sehr locker im Substrat sitzen, ist dies ein Hinweis auf altes, bereits verrottetes Substrat oder auf Schädigungen an den Wurzeln. Weiche und runzlige Blätter deuten in der Regel auf Wurzelschäden hin. Diese sind meist auf zu nasse Pflege oder Staunässe zurückzuführen.

Wenn es nicht bereits zu spät ist, schafft Umtopfen, die Vermeidung von Staunässe und künftiges sparsameres Wässern Abhilfe bei dem Wurzelproblem. Bis zur Ausbildung neuer Wurzeln werden einige Wochen vergehen. Während dieser Zeit sollte man dir Luftwurzeln und Blätter öfter mit handwarmem, weichem Regenwasser besprühen. Das Substrat wird in den ersten Wochen nur ganz wenig angefeuchtet.

Wenn die Orchidee während einer Problemphase blüht, kann man den Blütenstand ausnahmsweise abschneiden und in eine Vase stellen. Meist halten sich die Blüten noch eine ganze Weile.

Schädlinge an den Orchideen

Die Rhytionanthos werden manchmal von Schmier- und Wollläusen befallen. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern der Orchideen zu erkennen.

Schildläuse erkennt man bei genauem Hinsehen leicht an den hoch gewölbten, festen Rückenschildern. Da die Schildläuse aufgrund ihrer Färbung jedoch gut getarnt sind, werden sie schnell übersehen. Man sollte seine Rhytionanthos regelmäßig und sorgfältig untersuchen.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Eine Rhytionanthos ist vermutlich nicht giftig, da in der Literatur keine Hinweise auf eine potentielle Toxizität gefunden wurden.

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Rhytionanthos Orchidee

Rhytionanthos

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Rhytionanthos Blüte

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