Paphiopedilum Orchideen - Kulturanleitung & Pflege

 
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Paphiopedilum

Paphiopedilum / Orchideen

Die Orchideen aus der Gattung Paphiopedilum nennt man auf deutsch Venus- oder Frauenschuh, denn die Lippe der Blüten dieser Orchideen sieht wie ein offener Schuh aus. Die an den Enden spitz zulaufenden riemenförmigen Blätter dieser stammlosen Erdorchideen bilden sich zu mehreren direkt einem kurzen Rhizom. Die Blätter sind dick, fleischig und haben eine kräftig hervortretende Mittelrippe.

Die in ihrer Größe, Färbung und auch Form sehr unterschiedlichen Blüten der Paphiopedilum bilden sich an einem Schaft, der mittig aus den Blättern entspringt. Die Blüten dieser Orchideen sind fleischig, glänzend wachsartig und sehen fast künstlich aus. Das obere Sepalum steht meist in einem Farbkontrast zu den es flankierenden Petalen und der Lippe, die die beiden unteren zusammengewachsenen Sepalen verdeckt. Paphiopedilum bildet meist im Frühjahr Blüten, die sich 8 bis 14 Wochen halten. Durch Einkreuzung einzelner Arten sind bereits tausende von Hybriden dieser Orchideen gezüchtet worden.

Paphiopedilum callosum bildet bis zu 35 cm lange und 5 cm breite, hellgrün gefärbte Blätter mit dunkelgrünen Tupfen. An dem bis zu 40 cm langen Schaft einer Paphiopedilum callosum wachsen 1 oder 2 bis zu 11 cm breite Blüten. Die im oberen Bereich weiße und unten grünlich gefärbte Fahne hat rote und sattgrüne Längsstreifen. Die seitlichen Petalen sind an der Basis grün und werden zur Spitze hin purpurrot mit einigen schwarzen, gewimperten Randwarzen. Die Lippe ist purpurbraun gefärbt. Paphiopedilum callosum blüht im Frühjahr.

Paphiopedilum fairieanum wächst mit hellgrün gefärbten, etwa zu 20 cm langen und 3 cm breiten Blättern. Der 20 cm lange Schaft einer Paphiopedilum fairieanum bildet 1 bis 2 etwa 8 cm breite Blüten. Die Fahne und die beiden Petalen dieser Orchideen sind weiß und haben dünne, purpurfarbene Streifen. Die Petalen sind abwärrts, die Spitzen aber aufwärts gebogen. Sie bilden am oberen Rand winzige schwarze Härchen. Die bräunlichgrün gefärbte Lippe ist purpurrot geädert. Die Paphiopedilum fairieanum blüht im Herbst.

Paphiopedilum hirsutissimum bildet bis zu 20 cm lange und 3 cm breite, dunkelgrün gefärbte Blätter mit hellgrünen Flecken. Der etwa 20 cm lange Blütenschaft ist mit feinen violetten Härchen bedeckt und bildet eine einzelne ca. 12 cm breite Blüte. Die grüne, sich in der Mitte violett färbende Fahne hat einen gewellten Rand. Die Petalen sind an der Basis grün, schwarzviolett punktiert und an der Spitze violett gefärbt. Die Lippe ist grün mit einem Hauch bräunlicher Färbung. Paphiopedilum hirsutissimum blüht im Frühjahr.

Paphiopedilum insigne bildet ebenfalls etwa 20 cm lange und 3 cm breite mittelgrün gefärbte Blätter. Der etwa 20 cm lange Blütenschaft biledt 1 bis 2 ca. 10 cm breite Blüten. Die weißliche Fahne hat einen grünlichen Schimmer in der Mitte und dichte braune und purpurfarbene Flecken. Die gelbgrünen Petalen der Paphiopedilum insigne haben braune Adern und vereinzelte purpurroten Tupfen. Die gelbgrüne Lippe ist braun verwischt. Paphiopedilum insigne blüht im späten Winter. Von diesen Orchideen gibt es zahlreiche Sorten.

Paphiopedilum spiceranum bildet bis zu 15 cm lange und 3 cm breite, dunkelgrün gefärbte Blätter mit purpurn gefärbter Unterseite. Der etwa 20 cm lange Schaft einer Paphiopedilum spiceranum bildet 1 bis 2 ca. 6 cm breite Blüten. Die weiße Fahne hat mittig einen purpurnen Längsstreifen. Die Petalen der Paphiopedilum spiceranum Orchideen sind gelbgrün mit braunen Punkten. Die bräunliche Lippe ist violett verwischt. Paphiopedilum spiceranum blüht zwischen November und Januar.

Paphiopedilum venustum bildet 15 cm lange und etwa 3 cm breite Blätter. Sie sind dunkelgrün gefärbt und haben graugrüne Tupfen. Der bis zu 20 cm lang werdende Blütenschaft dieser Orchideen trägt nur eine einzelne etwa 8 cm breite Blüte. Die weißlich gefärbte Fahne hat einige grüne Längsstreifen. Die hellgrünen Petalen haben einen rosaroten Übergang an den Enden und haarige, schwarze Warzen an den Rändern. Die gelbgrüne Lippe ist rötlich angehaucht und hat grüne Adern. Paphiopedilum venustum blüht vom Spätherbst bis in das Frühjahr.

Paphiopedilum Hybriden sind Kreuzungen verschiedener Arten und Sorten.

Kulturanleitung Paphiopedilum

Licht: Die Orchideen der Gattung  Paphiopedilum kultiviert man an einem hellen Standort ohne direkte Sonnenbestrahlung. Eine künstliche Beleuchtung als zusätzliche Lichtquelle vom späten Herbst bis zum Frühjahr begünstigt bei diesen Orchideen die Blütenbildung.

Gießen: Während des Hauptwachstums wässert man die Orchideen gleichmäßig. Vor der jeweils nächsten Wassergabe lässt man die obere Schicht des Topfballens abtrocknen. Nach der Blüte schränkt Paphiopedilum das Wachstum für etwa 6 Wochen ein. In dieser Zeit gießt man so sparsam, dass der Wurzelballen zwischen den Wassergaben praktisch vollständig austrocknet.

Temperatur: Die Orchideen wachsen bei normalen Raumtemperaturen. Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit stellt man die Paphiopedilum ganzjährig in wassergefüllte Schalen auf Kieselsteine und besprüht die Pflanzte täglich mit weichem, zimmerwarmem Wasser, sofern die Temperaturen 22 °C überschreiten.

Vermehrung: Wenn die Paphiopedilum mindestens 6 Vegetationspunkte oder Teilpflanzen ausgebildet hat, wird die Orchidee geteilt. Am Ende der Blütezeit rüttelt man das alte Substrat aus den Wurzeln der Orchideen und entfernt alle abgestorbenen Wurzelteile. Dann trennt man durch einen vorsichtigen Schnitt das Rhizom der Paphiopedilum in Stücke mit mindestens zwei Blattbüscheln. Die so gewonnenen Teilstücke pflanzt man in kleine Töpfe und stellt sie an einen hellen Platz. Danach besprüht man sie mindestens drei Wochen lang täglich mit Wasser.

Erdmischung: Man verwendet eine der für Orchideen empfohlenen Kultursubstrate. Bei allen Arten, außer der Paphiopedilum callosum, setzt man dem Dränagematerial am Boden des Pflanzgefäßes kleine Kalksteinbrocken zu.

Umtopfen: Wenn die Blätter der Orchideen die gesamte Topffläche einnehmen, kann man die Paphiopedilum nach der Blütezeit in etwas größere Pflanzgefäße umtopfen. Die Blätter müssen sich nach dem umsetzten mit der Basis in Höhe der Erdoberfläche befinden, pflanzt man sie tiefer in das Substrat, tritt Fäulnis ein.

Dünger: Mit Ausnahme der 6 Wochen nach der Blüte gibt man mit jedem dritten oder vierten Wässern einen Orchideendünger.

Hinweise: Die Wurzeln einer Paphiopedilum werden leicht beschädigt und beginnen zu faulen, wenn man die Orchideen zu stark gießt. Gelegentlich neigen sich die Blütenknospen nach unten. Man befestigt den Blütenschaft dann an einen Stab.

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