Orchideen - Orchideen richtig schneiden

Die Frage, wie und wann Zimmerorchideen beschnitten werden sollten, stellt sich meist nach dem Abblühen oder während des Umtopfens einer Orchidee.  Wir erklären wie Orchideen richtig beschnitten werden und fassen die wichtigsten Regeln zusammen.

Phalaenopsis

Phalaenopsis von Wolfgang H Thailand

Vorbereitung: Bevor Sie ihre Orchidee mit der Schere oder einem Messer bearbeiten, sollte das Schneidewerkzeug sorgfältig desinfiziert werden. Nur mit einer Desinfektion beugt man der Übertragung von Parasiten, Pilzen, Viren und Bakterien vor. Zur Desinfektion eignet sich Spiritus oder anderer hochprozentiger Alkohol. Auch während der Schneidearbeiten sollte der Vorgang des Desinfizierens öfter wiederholt werden. Dies ist besonders wichtig nachdem man faulige oder von Krankheiten befallenen Pflanzenteile abgeschnitten hat.

Blütenstängel nach der Blüte abschneiden ?

Zum Einkürzen von abgeblühten Blütenstengeln bei Orchideen gilt die allgemeine Regel:

Wenn ein Blütenstängel eintrocknet oder bereits eingetrocknet ist, kann der Stängel abgeschnitten werden. Das gilt für alle Orchideengattungen . Für diese Regel ist es nicht notwendig, die jeweilige Gattung zu kennen.

Phalaenopsen und alle Orchideen-Arten ohne Bulben

Phalaenopis, Oncidium und alle Orchideen-Arten ohne Bulben machen keine Ruhepause. Diese Orchideen wachsen und blühen oft ganzjährig, sofern die Pflegebedingungen günstig sind. Wenn man eine Phalaemopsis schnell wieder zum Blühen bekommen möchte, sollte man den Blütenstängel nach dem Verblühen oberhalb des 3. Auges abschneiden, am besten kurz unterhalb des vierten Auges. Danach wird die Schnittstelle gut versiegelt.

Keiki

Phalaenopsis mit erneuter Knospenbildung, 8 Wochen nach
Stängelschnitt über dem dritten Auge © Wolfgang H Thailand

Mit etwas Glück und bei guter Pflege treibt nach etwa 2 Wochen ein neuer Stängelansatz hervor. Dann benötigt die Orchidee noch etwa 8 Wochen bis zur erneuten Knospenbildung.

Keiki

Phalaenopsis-Keiki von Wolfgang H Thailand

Manchmal hat man Glück und es bildet sich an dem Stängel auch ein junges Orchideenpflänzchen, ein sogenanntes Keiki. Wie man damit umgeht, kann man hier im Orchideenforum nachlesen.

Orchideengattungen wie zum Beispiel die Gattungen Cattleya, Cymbidium, Dendrobium oder Paphiopedilum bilden immer ihre Blüten immer an einem einem neuen Trieb. Weitere Blüten an abgeblühten Stängeln sind nicht zu erwarten. Ein solch abgeblühter Trieb kann nach dem Abfallen der letzten Blüte am Ansatz abgeschnitten werden.

Trockene Blütenstängel abschneiden

Unabhängig vom Orchideentyp gilt: Wird ein Stängel von alleine braun und trocknet ein, kann er bedenkenlos am Ansatz abgeschnitten werden. Manchmal trocknet auch nur ein Zweig ein, während der Haupttrieb weiter im Saft steht. In diesem Falle wird nur das verdorrte Stück abgeschnitten, der grüne Stängel aber stehen gelassen, bzw. wenn auch der Haupttrieb nicht mehr blüht, der ganze Stiel aufs dritte Auge zurückgestutzt.

Welke Blätter der Orchideen schneiden ?

Während der Ruhepause verlieren einige Orchideenarten ihre Blätter, diese werden gelb und sterben ab. Solche Blätter sollte man nicht abschneiden, sie fallen von alleine ab oder man kann sie später durch vorsichtiges abziehen entfernen. Dies macht man aber erst dann wenn die Blätter bereits beginnen sich von alleine abzulösen.

Orchideen zur Vermehrung zerschneiden

Die rhizombildenden, sympodialen Orchideen vermehrt man am besten durch Teilung. Dafür muss man eine entsprechend große Orchidee mit genügen Bulben zur Verfügung haben. Orchideen mit weniger als 6 bis 8 Bulben lassen sich nicht gut oder gar nicht vegetativ vermehren. Das Rhizom wird mit einem scharfen, desinfiziertem Messer sauber durchtrennt.

Die monopodial wachsende Orchideen vermehrt man durch Kopfstecklinge oder Seitentriebe. Auch hierbei ist wieder darauf zu achten, saubere, desinfizierte und scharfe Messer zu verwenden und die Versiegelungspaste zum Schutz der Schnittstellen aufzutragen.

Orchidee beim Umtopfen beschneiden

Generell sollte man beim Orchideenschnitt nur Pflanzenteile abschneiden die bereits abgestorben sind. Abgestorbene Pflanzenteile erkennt man daran, dass sie vollständig gelb, vertrocknet, matschig durchscheinend oder bereits braun geworden sind.

Beim Umtopfen von Orchideen kann es passieren, das sich der Wurzelballen nicht gut aus dem alten Pflanzgefäß lösen lässt. Um die Wurzeln nicht zu beschädigen, ist es in einem solchen Fall besser, den alten Topf vorsichtig aufzuschneiden. Dabei muss man besonders darauf achten, die gesunden Wurzeln der Orchidee nicht zu beschädigen.

Orchideenwurzeln schneiden

Zum Schutz der Schnittstellen vor Austrocknung, Fäulnis oder der Infizierung mit Bakterien oder Viren benutzen die professionellen Orchideenfarmer in Thailand eine Versiegelungspaste. Das einfache bepudern mit Kohle- oder Schwefelpulver ist nicht ausreichend und bietet nicht annähernd einen so guten Schutz wie die Paste. Wie man die Paste selber herstellen kann haben wir dokumentiert: Versiegelungspaste selber herstellen

Nachdem man die meist stark ineinander verwachsenen Wurzeln vorsichtig entwirrt hat, schneidet man abgestorbene und angefaulte oder verfault Wurzelteile mit einer scharfen Schere heraus. Nicht mehr brauchbare, kranke Wurzeln sind daran zu erkennen, das sie trocken, schlaff, matschig oder eventuell auch ausgehöhlt sind. Es ist sehr wichtig keine gesunden Wurzeln oder deren Teile zu schneiden, die meisten Orchideen werden dadurch sehr stark in ihrem Wachstum beeinträchtigt.

Falls die umzutopfende Orchidee mehr als 5 Bulben besitzt, kann man die älteren durch einen sauberen Schnitt mit einem scharfen, ebenfalls desinfiziertem Messer abtrennen; dies sollte man jedoch nur dann machen, wenn die abgetrennten Bulben keine Blätter mehr besitzen.

Die Schnittstelle sollte unbedingt mit Versiegelungspaste verschlossen werden.

Bilderdokumentation und weitere Informationen zum Thema "Orchideen topfen und schneiden" finden Sie auf dieser Seite: Umtopfen von Orchideen

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