Brassia pflegen

Brassia

Brassia

© Foto: Wolfgang H.
Chiangmai Thailand 

Die Brassien sind epiphytisch wachsende Orchideen mit sehr interessant geformten Blüten. An den aufrechten, eiförmigen oder zylindrischen Scheinbulben sitzen zwei bis drei dicke, lederartige, schmal-elliptische, dunkelgrün gefärbte Blätter. Die Blütenstände aller hier beschriebenen Brassia Arten entspringen direkt der Pseudobulbe. Am oberen Teil des leicht gebogenen Blütenschafts entwickeln sich eine Reihe von Blüten, die meistens in Form langer Trauben auftreten.

Das ungewöhnlichste Merkmal der Brassia-Blüten ist die ungewöhnliche Form der Sepalen und Petalen. Diese sind so lang und schmal, dass sie Beine von Spinnen aussehen. Die kurze Lippe hängt meist zwischen den unteren Sepalen heraus und sieht einer Zunge sehr ähnlich. Die Brassien eignen sich gut für die Pflege in einem lichtdurchfluteten Badezimmer ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Steckbrief / Beschreibung

Die Orchidee Brassia ist eine Gattung mit einem hohen züchterischem Potential. In den vergangenen Jahren wurden von interessierten Orchideenfreunden gute Zuchterfolge geleistet. Neben der Gattung Phalaenopsis wurde besonders die Gattung Brassia stark in verschiedene Gattungen eingekreuzt. Die Gattung der Brassia findet sich nun immer wieder in den verschiedensten Multihybriden vor. Wir haben Ihnen hiereinige interessante und ungewöhnliche Gattungsnamen mit den dazugehörigen eingekreuzten Gattungen aufgelistet:

Aliceara (Alcra.) =
Brassia x Miltonia x Oncidium

Bakerara (Bak.) =
Miltonia x Ododontoglossum x Oncidiumx Brassia

Beallara (Bllra.) =
Brassia x Cochlioda x Miltonia x Ododontoglossum

Brassidium (Brsdm.) =
Oncidium x Brassia

Degamoara (Dgmra.) =
Brassia x Miltonia x Ododontoglossum

Miltassia (Mtssa.) =
Miltonia x Brassia

Odontobrassia (Odbrs.) =
Ododontoglossum x Brassia

Die Motive für das Einkreuzungen verschiedener Gattungen sind sehr vielseitig:

Durch die Kreuzungen entstehen zahlreiche neue Farben und Formen, neue duftende, große Blüten mit großen Lippen und spinnenartigen Blütenblättern. Blühzeiten, der Blütezeitraum, gestiegene Widerstandskraft und positiv veränderte Temperaturansprüche sind gerne gesehene Nebeneffekte der Einkreuzungen.

Brassia brachiata ist eine großblumige Orchidee mit eiförmig-länglichen Pseudobulben, aus denen zwei Lanzettliche, bis zu 30 cm lange Blätter entspringen. Der bis zu 75 cm hoch werdende Schaft trägt 10 bis 12 Blüten, die bei diesen Orchideen einen Durchmesser von bis zu 35 cm erreichen können. Die Sepalen und Petalen sind linealisch geformt und grün-gelb. Die Petalen sind am Grunde braun-rot gefleckt. Die Lippe ist geigenförmig, weißlich gefärbt und mit dunkelgrünen, flachen Warzen besetzt.

Brassia caudata hat zylindrische, meist gelb-grüne Pseudobulben, die 7 bis 15 cm lang und 2,5 cm breit werden. Die Pseudobulben der Orchideen bilden zwei oder drei 18 bis 22 cm lange und 7 cm breite Blätter aus. An den bis zu 45 cm hohen Blütenständen dieser Orchideen entwickeln sich im Spätsommer bis zu zwölf stark duftende Blüten. Die einzelnen Blüten sind bis zu 12 cm lang und messen bis zu 7 cm im Durchmesser. Die hellen, grünlichgelben Sepalen und Petalen sind vor allem am unteren Ende braun gefleckt und gestreift. Die nahezu dreieckige Lippe ist hellgelb und hat rötlichbraune Flecken.

Brassia verrucosa besitzt abgeflachte, oval geformte, mittelgrüne Pseudobulben, die etwa 8 cm lang und 6 cm breit werden. Auf den Pseudobulben sitzen zwei 30 cm lange und 5 cm breite Blätter. Auf dem bis 60 cm langen Blütenschaft der Orchidee bilden sich im Frühjahr und frühen Sommer bis zu 16 stark duftende Blüten. Die Einzelblüte dieser Orchidee kann 22 cm Durchmesser erreichen.

Standort / Licht

Orchideen der Gattung Brassia pflegt man ganzjährlich an einem hellen Standort. Trotzdem dürfen diese Orchideen aber niemals direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt werden.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

Heranwachsende Brassien werden gleichmäßig gegossen. Man achte darauf, bei jeder Wassergabe den Topfballen gründlich zu befeuchten. Vor der jeweils nächsten Wassergabe, lässt man den Topfballen aber zu zwei Dritteln antrocknen.

Nach dem Verblühen der Orchidee hält man eine Ruhepause von etwa drei Wochen ein. Während dieser notwendigen Ruhezeit wird nur so viel gegossen, dass die Erde nicht vollkommen austrocknet und die Pseudobulben nicht schrumpfen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Temperatur

Im Idealfall sollte für diese Orchideen die Temperatur ganzjährig tagsüber 18 bis 24 °C und nachts 10 bis 15 °C betragen.

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Falls die Temperatur einige Tage hintereinander 24 °C übersteigt, stellt man die Pflanzgefäße in wassergefüllte Schalen auf Kieselsteine oder hängt wassergefüllte Untersetzer unter die Orchideen, sofern diese in Ampeln oder auf Epiphytenbäumen gepflegt werden. Zusätzlich werden die Blätter der Brassia Orchideen täglich mit weichem Wasser besprüht.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Vermehren der Pflanze

Orchideen der Gattung Brassia werden zur Vermehrung im Frühjahr geteilt, vorausgesetzt es sind ausreichend viele Pseudobulben vorhanden. Man zerschneidet die Rhizome in zwei oder mehr Teilstücke. An jedem Teilstück sollten sich mindestens zwei Pseudobulben befinden. Die Stücke setzt man in kleine Töpfe mit einem Durchmesser von 8 bis 10-cm. Alternativ können die Teilstücke der Rhizome auch an einem Epiphytenstamm befestigt werden. Bis zum neuen Austrieb werden die geteilten Rhizome nur mäßig gegossen. Danach kann man die Pflanzen wie ausgewachsene Orchideen weiterkultivieren.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

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Alle für Orchideen empfohlenen Kultursubstrate sind auch für Brassien geeignet. Brassien können in Töpfen, Ampeln oder an Epiphytenbäumen gepflegt werden. Wenn für neue Pseudobulben mehr Platz benötigt wird setzt man die Orchideen in größere Gefäße um. Das Umtopfen sollte man am besten im Frühjahr vornehmen. Siehe: Erdmischungen für Orchideen

Düngen / Nährstoffbedarf

Während der Hauptwachstumszeit düngt man bei jedem dritten oder vierten Gießen mit einen Blumendünger in sehr schwacher Konzentration.

Lesetipp: Richtiges Düngen der Zimmerpflanzen
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Bilder der Brassia

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Brassia / Orchidee

Brassia

© Foto: Wolfgang H.
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