Basiswissen über Kompost

Kompostbehälter im Garten

Mittels Kompost ahmt der Gärtner den natürlichen Kreislauf nach: Organische Garten- und Küchenabfälle werden kompostiert und später dem Gartenboden zugefügt. Somit wird für ein funktionierendes Ökosystem gesorgt, das Boden und Pflanzen gesund hält.

Der Kompost – eine lebendige Einheit

Was auf den ersten, laienhaften Blick wie ein organischer Abfallhaufen aussieht, ist in Wirklichkeit ein lebendiger Organismus. Im Kompost laufen Lebensprozesse ab, die ineinander spielen. Unzählige Mikroorganismen und kleinste Bodentierchen ernähren sich von den organischen Substanzen und setzen diese in Humus um. Damit diese Bodenlebewesen aktiv sein können, brauchen sie eine feuchte und warme Umgebung sowie in ausreichender Menge Sauerstoff.

Der Zersetzungsprozess beginnt mit einer zwei- bis dreiwöchigen Phase mit der Warmvergärung, in der eine Wärme zwischen 50 und 70 Grad Celsius durch die Aktivität der Mikroorganismen entwickelt wird. Unkrautsamen sowie Krankheitskeime werden größtenteils vernichtet. Die Materie kann in diesem Klima nur von bestimmten Mikroorganismen zerlegt werden.

Nach dieser Phase finden sich andere Mikroorganismen ein und auch Regenwürmer sowie weitere Bodentierchen fangen mit ihrer Tätigkeit der Stoffumsetzung an. Innerhalb von Monaten wird aus dem Substanzgemisch ein fruchtbarer Humus, in dem sich Spurenelemente und Nährstoffe befinden. Der Geruch eines reifen Komposts erinnert an den Duft von Waldboden. Ein hoher Humusgehalt und regelmäßige Lockerung des Bodens fördern die Krümelstruktur.

Damit diese Prozesse stattfinden können, müssen die Bedingungen stimmen. Der Gärtner sollte wissen, welche Abfälle auf den Kompost gehören und welche diesen Prozess behindern. Bei einem richtigen Aufsetzen des Komposts entwickelt sich auch keine Geruchsbelästigung.

Welches Material ist für den Kompost geeignet?

Folgende Gartenabfälle sind für den Kompost geeignet:

kompostierbares Material
  • Unkraut
  • Kartoffellaub
  • Abfall von Gemüse
  • Welke Blumen
  • Erbsenstroh
  • Obstreste
  • Heckenschnitt
  • Zweige von Gehölzen
  • Erde aus Blumenkübeln
  • Grasschnitt

Das Unkraut sollte möglichst ohne Samen auf den Kompost gelegt werden. Zweige und Heckenschnitt werden gehäckselt, bevor sie dem Kompost zugefügt werden. Auch die anderen Substanzen sollten zerkleinert werden. Bei den Obstresten ist darauf zu achten, dass sie keine Pilzerkrankungen vorweisen.

Auch Küchenabfälle sind als organische Substanzen für den Kompost geeignet:

  • Kaffeesatz
  • Kartoffelschalen
  • Obstschalen
  • Gemüsereste
  • Teeblätter
  • Tierhaare
  • Papiertücher u.a.

Zunächst wird Material gesammelt, aus dem später der Kompost angesetzt wird. Dazu stellt man am besten neben der Kompostmiete einen Behälter auf.

So legt man eine Kompostmiete an

Kompostmiete

Einfache Kompostmiete aus feuerverzinktem
Volierendraht, Hungchaka, CC BY-SA 3.0

Die Breite der Kompostmiete sollte etwa 1,50m betragen. Die Länge wird dem vorhandenen Platz angepasst.

Der Komposthaufen sollte möglichst hoch und nicht flach geschichtet sein, da sich in einer flachen Masse keine Wärme entwickelt und der Zersetzungsprozess länger dauert.

Die Unterlage der Kompostmiete besteht aus einem lebenden und offenen Boden, sodass Wasser abfließen kann und die Lebenskreisläufe intakt bleiben können. Sollte der Gartenboden lehmig sein, werden grob zerkleinerte Zweige als Unterlage verwendet. Bei Sandböden sollte Grobkompost mit Tonmehl vermischt werden, da in einem sandigen Boden Wasser und Nährstoffe zu schnell im Boden versickern.

Die Abfälle werden gut vermischt. Nun beginnt man mit einer lockeren Schicht, die rund zwanzig Zentimeter hoch sein sollte. Auf diese Schicht wird etwas Kalk und ein organischer Dünger gestreut. Die Bodenlebewesen können mit einem Kompostbeschleuniger angeregt werden, der im Handel erhältlich ist. Falls bereits reifer Kompost vorhanden ist, können davon einige Schaufeln als Beschleuniger verwendet werden. Die erste Schicht kann ebenso mit einer Lage Steinmehl oder Gartenerde bedeckt werden.

Sollte trockenes Wetter vorherrschen, wird alles mit verdünnter Brennnesseljauche oder Wasser besprüht.

Schicht für Schicht wird nun der Komposthaufen nach obigem Schema aufgesetzt, bis er eine Höhe von rund 1,50m erreicht hat. Der Haufen sollte sich nach oben hin verjüngen. Damit der Komposthaufen vor Nässe und Kälte geschützt ist, wird er mit Säcken, Schilfmatten, Stroh, Laub oder Grasschnitt ummantelt.

Tipp: Grasschnitt richtig kompostieren

Während des Sommers fällt in der Regel viel Grasschnitt an. Wirft man diesen Grasschnitt nun auf einen Haufen oder in den Kompost, kommt es recht bald zum übelriechenden Fäulnisprozess: Die Feuchtigkeit aus den Grashalmen läuft nach und nach aus und die Halme kleben aneinander. Dadurch entsteht ein Mangel an Sauerstoff und Fäulnisbakterien werden von dieser sauerstoffarmen und feuchten Zone angezogen. Diese zersetzen die Masse auf eher ungesunde Weise.

Mischt man zerkleinerte Zweige oder Sägespäne unter den Grasschnitt, sorgt man für eine Hohlraumbildung, sodass ein gesunder Zersetzungsprozess erfolgen kann, der keine üblen Gerüche mit sich bringt. Dafür kann der Schnitt von Bäumen oder Hecken verwendet werden, der für diesen Zweck gut zerkleinert wird. Grasschnitt und holzige Substanzen werden gut gemischt und für die schnelle Zersetzung kann Kompoststarter aufgestreut werden.

Tipp: Gartenabfälle zerkleinern

Häcksler für Gartenabfälle

Häcksler mit Heckenschnitt
von Stefan, CC BY-SA 3.0

Das Aufarbeiten der Gartenabfälle mit dem Häcksler ist in der heutigen Zeit, da Mist als Dünger meist schwierig zu beschaffen ist, sehr wichtig. So wird dem Boden viel organische Masse wieder zugeführt, die sonst verloren wäre. Sie ist für die Humusbildung notwendig und kann durch Mineraldünger nicht ersetzt werden.

Ein Häcksler ist ein Gerät, mit dem die anfallenden Gartenabfälle so weit zerkleinert werden, dass sie zum Mulchen oder für die Kompostierung geeignet sind.

Häcksler sind mit Motor und rotierenden Messern - manche auch mit einem Schlagwerkzeug ausgestattet. Beim Erwerb eines Häckslers sollte man sich vorher von dessen Leistungsfähigkeit überzeugen. Er bringt nur wirklichen Nutzen im Garten, wenn er auch frische Zweige und dünne Äste vom Baum- und Heckenschnitt verarbeiten kann. Auch sollen die Abfälle in angemessener Zeit gehäckselt werden können.

Kleine und billige Geräte die bereits ab etwa 100 Euro zu erhalten sind, schaffen dies nicht. Es ist darum zu überlegen, ob ein stärkeres und teureres Gerät in einer Interessengemeinschaft erworben werden sollte. Für ein leistungsstarkes Gerät sollten zwischen 600 und 2500 Euro kalkuliert werden.

Häcksler mit Elektro- oder Verbrennungsmotor

In der Regel wird man sich für die Ausstattung mit Elektromotor entscheiden. Geräte die mit 220 Volt betrieben werden, eignen sich eher für kleineres, weiches Schnittgut.

Häcksler mit 380 Volt Starkstrom schreddern problemlos auch mittelstarke Äste sowie Gestrüpp von Sträuchern und Hecken. Für Gärten, die keinen Stromanschluß haben, sind Geräte mit Benzinmotoren notwendig. Auch im Profibereich oder wenn man besonders viel zu häckseln hat, ist ein Benzin-Häcksler empfehlenswert.

Kompostbehälter als Alternative zur Kompostmiete

kompostierte Küchenabfälle

vorgefertigter Komposbehälter
von Lameiro, CC BY-SA 4.0

Im Handel können Behälter zum Kompostieren aus Metall, Kunststoff oder Holz gekauft werden. Praktisch und bewährt haben sich die sogenannten Holzlegen, die aus vier Eckpfosten bestehen, in die Seitenwände aus Rundhölzer oder Bretter eingesetzt werden.

Empfehlenswert sind ebenso Kunststoffsilos. Entscheidet man sich für die Variante, deren Innenraum mit einem Styroporfutter ausgestattet wurde und die mit einem Deckel verschließbar ist, verläuft der Zersetzungsprozess sehr schnell. In diesem Schnellkomposter herrscht eine konstante Wärme vor.

Mit etwas handwerklichem Geschick kann auch ein Kompostbehälter selbstgebaut werden. Wichtig ist es, dass Luft zirkulieren kann. Dafür sorgen Löcher oder Schlitze in den Seitenwänden.

Das Aufsetzen des Komposts erfolgt genauso wie bei der Kompostmiete. Möchte man den Kompost vor Regen schützen, wird mit einer Folie abgedeckt und als Schutz gegen Kälte können Schilfmatten verwendet werden.

So wird Kompost richtig für den Garten genutzt

Kompostkorb aus Weidenruten

Kompostkorb aus Weidenruten
Elekes_Andor, CC BY-SA 4.0

Im Frühling oder Herbst lässt sich der fertige Kompost für den Garten verwenden. Die Struktur des Komposts kann noch ein bisschen bröckelig und grob sein, denn ist der Kompost bereits zur mineralischen, feinen Erde verwandelt, enthält er weniger Nährstoffe und Leben. Der Kompost kann auf Staudenbeete, Rosenbeete, Gemüsebeete sowie unter Zier- und Beerensträucher verteilt werden.

Dabei wird eine zwischen zwei und fünf Zentimeter dicke Kompostschicht aufgestreut und lediglich in die Erdoberfläche eingeharkt. Anschließend schützt man die Fläche mit einer Mulchschicht vor dem Austrocknen. Diese Mulchdecke kann aus zerkleinertem Unkraut, Laub oder Gras bestehen.

Kompost, der länger gelagert ist und zu einer feinkrümeligen Erde geworden ist, wird als reif bezeichnet. Dieser Kompost hat eine dunkle Farbe und wird zum Säen und Pflanzen verwendet. Dazu wird der reife Kompost in die Saatreihen gesiebt. In jedes Pflanzloch wird eine Hand voll dieses Humus gegeben. Ebenso kann reifer Kompost in die Erde für Frühbeete oder für Blumenkästen gemischt werden.

Flächenkompostierung aus Gartenabfällen

Flächenkompostierung

Bei der Flächenkompostierung verbindet man im Grunde Mulchen mit Kompostieren: Der Zersetzungs- und Umwandlungsprozess findet nicht auf dem Kompostplatz sondern direkt auf der Gartenfläche statt. Die Flächenkompostierung spart somit Aufwand und Zeit.

Für diese schnelle Art des Kompostierens können alle organischen Substanzen aus dem Garten genutzt werden. Diese werden zerkleinert und gut miteinander vermischt. Dieses Gemisch wird auf Beete oder unter Sträucher und Bäume verteilt. Dabei sollte die Schicht zwischen fünf Zentimeter und zehn Zentimeter dick sein. Damit der Zersetzungsprozess beschleunigt werden kann, wird obenauf ein Kompostbeschleuniger oder grober Kompost gestreut.

Auch Laub eignet sich zur Flächenkompostierung: Das Laub bleibt den Winter über unter Bäumen und Sträuchern liegen. Man harkt also die herabgefallen Blätter im Herbst zusammen und verteilt diese als Art Mulchdecke unter das Gehölz. Die Bodenlebewesen werden sich einfinden und den Zersetzungsprozess in Gang bringen. Im Frühjahr ist das Laub zum größten Teil in eine Erde von krümeliger Struktur umgewandelt.

Teile diesen Beitrag:

Facebook

Twitter

Nach Hause mailen