Aprikose

Aprikosen sind eher selten in Gärten vorzufinden, denn sie benötigen noch mehr Wärme als Pfirsiche oder Nektarinen. Bei der Aprikose setzt die Blüte sehr früh ein, sodass es oftmals zu Frostschäden kommt. Dann ist häufig nur alle paar Jahre mit einer Ernte zu rechnen. Es ist aber möglich, die Aprikose als Obstspalier an eine Südwand zu pflanzen und somit die Gefahr von Frostschäden einzudämmen.

Aprikosenbaum
Ungeklärt ist allerdings das Phänomen des plötzlichen Absterbens vieler Aprikosenbäume. Es wird davon ausgegangen, dass die Kombination von Gummifluss, Pilzbefall und Holzschäden zu diesem Absterben führen.

Standortansprüche

Der Aprikosenbaum benötigt Wärme, sodass die Anpflanzung dieser Obstart entweder als Spalier an einer warmen und geschützten Hauswand oder in einem Weinbauklima erfolgreich ist.

Der ideale Boden für die Aprikose ist warm, etwas feucht und nicht zu schwer. In Gebieten mit viel Regen besteht eine starke Anfälligkeit gegenüber Pilzbefall. In solchen Gegenden kann der Aprikosenbaum unter einem Dachvorsprung seinen Platz bekommen.

Befruchtung

Die meisten Aprikosensorten sind selbstfruchtbar. Die Bestäubung erfolgt über Wind und Bienen. Falls der Aprikosenbaum an einem windgeschützten Platz steht – beispielsweise als Spalier an der Hauswand – und aufgrund der frühen Blüte noch die Bienen fehlen , lassen sich die Blüten von Hand bestäuben. Dazu nimmt man einen Pinsel und überträgt den Pollen von einer Blüte auf die anderen.

Unterlagen

Als Unterlage für die Veredlung wird häufig eine Pflaumensorte verwendet, in der Regel die Prunus-Form „St. Julien A“. Manchmal dienen Aprikosensämlinge als Unterlage. Diese sind vor allem für leichtere Böden günstig, aber der Nachteil dieser Veredelungen ist die hohe Anfälligkeit gegenüber der Pilzerkrankung Verticillium-Welke.

Tipps

Aufgrund der Wärmebedürftigkeit der Aprikose ist es ratsam, diese als Obstspalier an eine Südwand zu pflanzen. Bietet ein Dachvorsprung Schutz gegen Sommerregen, reduziert sich auch die Gefahr für Pilzerkrankungen.

Die Chance auf einen guten Ertrag erhöht sich, wenn man dem Aprikosenspalier einen Frostschutz bastelt. Dies ist zum Beispiel mit einem Drahtgestell möglich, in das man Tannenzweige steckt, sodass eine Art lockere Tannenwand entsteht. Dieses Gestell lehnt man vor das Spalier. Dadurch lässt sich die Blütezeit etwas hinauszögern.

Aprikosenbaum schneiden

Aprikosen können nur in klimatisch günstigen Gebieten als frei stehende Bäume gezogen werden. Diese Obstart benötigt Wärme und wo diese nicht gegeben ist, braucht die Aprikose eine geschützte Hauswand und wird als Spalier gezogen. In klimatisch günstigen Gegenden wird über drei bis fünf Jahre hinweg ein Erziehungs- und Aufbauschnitt durchgeführt, so wie bei anderen Obstarten auch.

Für einen freistehenden Aprikosenbaum wird zunächst ein Pflanzschnitt durchgeführt. Nach diesem Schnitt treibt der Baum in der Regel stark aus und bildet viele Jahrestriebe, die ein Meter bis 1,50 Meter lang werden können. Für den Kronenaufbau werden diese Triebe mindestens um ein Drittel eingekürzt sowie Konkurrenztriebe herausgeschnitten. Dieser Schnitt erfolgt im Frühling und würde man diesen Schnitt ausfallen lassen, käme es zur Verkahlung im Kroneninneren.

Die Krone eines Aprikosenbaumes sieht stets leicht sparrig aus. Nach drei bis fünf Jahren ist die Krone aufgebaut und besitzt wenige Leitäste, viel Fruchtholz und ein paar locker gestreute Seitenäste. Da die Aprikose sehr schnittempfindlich ist, wird nach dem Kronenaufbau nur noch im Sommer ein Überwachungsschnitt durchgeführt. Bei diesem Schnitt entfernt man in erster Linie die Konkurrenztriebe und die Triebe, die nach innen wachsen.

Falls sich die Krone im Laufe der Zeit zu dicht entwickelt hat, führt man einen Auslichtungsschnitt durch, der Mitte August bis Mitte September stattfinden kann. Dabei werden hauptsächlich die Äste herausgeschnitten, die zu dicht stehen, zu schwach oder beschädigt sind oder sich kreuzende Äste.

Da die Aprikose recht schnittempfindlich ist, muss immer auf eine gute Wundheilung geachtet werden und größere Wunden verstrichen werden!

Lässt die Triebkraft beim älteren Baum nach, wird eine Verjüngung im August oder September durchgeführt, bei der die Krone um mindestens ein Viertel zurückgeschnitten wird.

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