Apfel

Apfelbaum - Plantage

Vom Apfel gibt es zahlreiche Sorten, sodass man im Grunde von Ende Juli bis zum Frühling stets frische Äpfel vom Baum essen könnte. Während der Urapfel wahrscheinlich wenig verlockend und eher sauer und holzig war, stellen die heutigen Apfelsorten eine Auswahl verschiedener Geschmacksrichtungen dar.

Mit einem Apfel nimmt man reichlich Vitamin A, B und C zu sich. Zudem sind wertvolle Mineralstoffe und Pektine im Apfel enthalten. In der Küche lassen sich Äpfel vielseitig verwenden. Bei Durchfall gilt geriebener Apfel als bewährtes Hausmittel.

Standortansprüche

Der ideale Boden ist tiefgründig, lehmig und nährstoffreich. Zudem sollte Humus enthalten und der Boden sollte gut durchlüftet sein.

Entsprechen die Bodenverhältnisse im eigenen Garten nicht der idealen Beschaffenheit, können beispielsweise durch Düngung Nährstoffe zugeführt werden oder Kompost den fehlenden Humus ersetzen. Zu lehmiger und zu schwerer Boden lässt sich mit Hygropor oder Styromull auflockern.

Die Ausdehnung der Krone lässt sich durch eine entsprechende Unterlage steuern. Der Apfelbaum ist ein Flachwurzler und würde bei einem zu trockenen Boden leiden: Der Ertrag fällt gering aus, der Baum bleibt klein und neigt zum frühzeitigen Absterben.

Eine schlechte Ausreifung des Holzes ist in der Regel die Folge von einem zu nassen und kalten Boden.

Da der Apfelbaum eine hohe Luftfeuchtigkeit liebt, sollte er nicht an einem trockenen Südhang gepflanzt werden. Als Obstspalier ist die Südwand der falsche Standort, wobei die Sorte „Weißer Winterkalvill“ eine Ausnahme darstellt.

Damit der Apfelbaum gut gedeihen und tragen kann, sollte er an feuchter und kühler Nordlage seinen Platz bekommen.

Befruchtung

Äpfel müssen fremdbestäubt werden. Das bedeutet, dass sie mit Pollen einer anderen Sorte bestäubt werden müssen. Dabei gibt es aber einen Haken: Als Pollenspender eignen sich nur die Sorten mit zweifachen Chromosomensatz (diploid). Der Blütenstaub von triploiden Sorten eignet sich nicht zum Bestäuben. Die Sorte „Boskoop“ ist ein Beispiel für eine triploide Apfelsorte, die zur Bestäubung in der Nachbarschaft zwei diploide Apfelsorten braucht.

Falls in den Gärten der Nachbarn oder im eigenen Garten Apfelbäume wachsen, werden normalerweise diploide Sorten darunter sein. Befinden sich aber keine anderen Apfelbäume in der Umgebung, muss dieser Fakt beachtet werden, damit die erfolgreiche Bestäubung gewährleistet ist.

Unterlagen

Bei einem üblichen Apfelbaum, wie man ihn von alten Bauerngärten kennt, wird der Sämling als Unterlage verwendet. Man sät die Apfelkerne aus und auf der späteren Sämlingspflanze veredelt man eine Edelsorte. Die Kronen dieser Apfelbäume sind sehr ausladend und es entwickelt sich ein üppiges Wurzelwerk.

Die Sämlingsunterlage wird für hochstämmige, niederstämmige und halbstämmige Apfelbäume benutzt. Der erste Ertrag beginnt in der Regel erst nach acht bis zwölf Jahren. Allerdings lässt sich ein früherer Ertragsbeginn mittels Schnittmethoden beeinflussen.

Sogenannte Typenunterlagen werden verwendet, um einen Einfluss auf das Wachstum der Bäume zu erzielen:

Unterlage M9 wird für Apfelbäume genutzt, die klein bleiben sollen. Es handelt sich um eine sehr schwachwüchsige Unterlage. Dadurch beginnt der erste Ertrag recht früh. Nach der Pflanzung trägt ein solcher Apfelbaum oftmals schon im Folgejahr. Der Wurzelverlauf ist flach, sodass die Bäume meistens einen Pfahl als Halt benötigen.

Die Unterlage M26 ähnelt der Unterlage M9, wobei sie etwas stärker wächst als M9. Weichen die Bodenverhältnisse etwas von der idealen Beschaffenheit ab, die für M9 notwendig wären, nutzt man häufig M26.

Auch M27 gleicht M9, ist jedoch schwachwüchsiger. Diese Unterlage benötigt den idealen Standort und wird für Apfelsorten verwendet, die starkwüchsig sind und mit der Unterlage M9 nicht klein genug blieben. M27 wird auch für Ballerina-Bäumchen genutzt und für die Kultivierung im Topf.

Des Weiteren gibt es die Unterlagen M7 und MM106. Das sind mittelstark wachsende Unterlagen, die für sehr schwachwüchsige Apfelsorten verwendet werden, die auf eher schlechtem Boden gepflanzt werden sollen.

Verwendung

Für die Gestaltung von Gärten ab einer Größe von 600 qm sind hoch- oder halbstämmige Apfelbäume empfehlenswert, die eine geringe Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten vorweisen. Eine solche robuste Apfelsorte ist unter anderem „Grahams Jubiläumsapfel“.

Dienen die Apfelbäume lediglich der eigenen Versorgung mit Obst, sollte man in Erwägung ziehen, statt einen oder zwei große Apfelbäume zu pflanzen, lieber acht bis zehn kleine Bäume in Form von Obsthecke oder Spindelbusch in den Garten zu setzen. Der Ertrag eines großkronigen Baumes übersteigt in der Regel den Verbrauch im Haushalt. Pflanzt man mehrere Sorten kleiner Bäume, reicht die Ernte für die Selbstversorgung aus und man kann aufgrund der unterschiedlichen Apfelsorten monatelang frische Äpfel aus dem Garten genießen.

Der Ertrag von Spindelbüschen ist dennoch reichhaltig. So können im Durchschnitt zwischen fünfzig und hundert Äpfel geerntet werden. Der erste Ertrag ist in der Regel bereits im zweiten Standjahr zu genießen.

Ganz modern sind die Ballerina-Bäumchen mit säulenförmigem Wachstum. Diese Bäumchen sind unter anderem für die Topfkultur geeignet und werden maximal drei Meter hoch und etwa dreißig Zentimeter breit. Ballerina-Bäumchen benötigen einen Pflanzabstand von rund sechzig Zentimetern. Mit diesen Apfelbäumchen kann man auch im kleinen Garten von eigenen Früchten profitieren.

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