Beerenobst vermehren

Beerenobst lässt sich in der Regel recht einfach vermehren. Wichtig ist, dass die Mutterpflanze gesund ist, reichlich trägt und einen guten Geschmack vorweist. Folgend wird der Vorgang der Vermehrung einiger Beerenarten vorgestellt.

Brombeerbusch

Erdbeeren vermehren

Vermehrung mittels Ausläufer

Erdbeeren bilden in der Zeit der Ernte Ausläufer, die sich schnell bewurzeln. Die Vermehrung ist somit ganz simpel: Man sucht sich die stärksten Ausläufer aus und holt sie aus der Erde. Zuvor wurde ein neues Beet vorbereitet, in das die Ausläufer gepflanzt werden.

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Eine andere Möglichkeit ist das Anpflanzen in Töpfen. Dazu füllt man ein Gemisch aus Torf und Kompost in kleine Töpfe, steckt die Ausläufer hinein und senkt diese Töpfe in die Reihen des Erdbeerbeetes ein.

Es gibt noch eine dritte Option: Schon während der Erntezeit nimmt man die Ausläufer ab und pikiert sie in eine Kiste oder in ein kleines Beet, welches zuvor mit Torf optimiert wurde. Der Pflanzabstand sollte etwa fünf Zentimeter betragen. Das Beet oder die Kiste deckt man mit einer Schlitzfolie ab. Die Ausläufer werden schnell bewurzeln, wenn man sie in den ersten drei Tagen feucht hält und für Schatten sorgt.

Da man Erdbeerpflanzen sowieso nach zwei bis drei Jahren gegen neue Pflanzen austauschen sollte, kann die Vermehrung noch einfacher geschehen: Die gesunden und starken Pflanzen bleiben stehen und die anderen Erdbeerpflanzen werden entfernt. Somit haben die Ausläufer der gesunden und gut tragenden Pflanzen ausreichend Platz.

Hinweis:

Da der Gesundheitszustand und der Ertrag von Erdbeerpflanzen mit den Jahren schlechter wird, sollten alle drei bis vier Jahre neue Pflanzen nachgekauft werden. Somit stehen immer genügend Mutterpflanzen für die Vermehrung von gesunden Erdbeeren zur Verfügung.

Vermehrung von Monatserdbeeren

Monatserdbeeren werden mittels Samen vermehrt. Diese Samen können selbst gewonnen werden: Vollreife Monatserdbeeren legt man auf ein Blatt Papier und lässt sie trocknen. Die Samen befinden sich auf der Haut der Früchte diese fallen entweder selbst ab oder man löst sie von der Oberseite der Erdbeere ab.

Johannisbeere

Mit der Aussaat kann direkt begonnen oder bis zum Frühling gewartet werden. Man sät die Samen in Saatschalen oder in Töpfe, die mit einem Gemisch aus Sand und Torf oder mit Aussaaterde gefüllt wurden. Haben sich an den Sämlingen drei bis fünf Blätter gebildet, können sie pikiert werden.

Vermehrung von Johannisbeeren

Aus einem Johannisbeerstrauch, der sehr gut trägt, schneidet man Anfang Oktober starke und einjährige Triebe heraus. Diese Triebe teilt man in Stücke, die etwa zwanzig Zentimeter lang sein sollten. Diese Triebstücke steckt man direkt in ein aufgelockertes Beet. Man steckt sie leicht schräg in den Boden und es sollten lediglich ein bis zwei Augen über der Erde bleiben. Der Rest des Triebstückes befindet sich in der Erde.

Bis zum Herbst des Folgejahres haben sich die Triebstücke gut bewurzelt. Nun nimmt man sie aus der Erde und kürzt die neuen Triebe auf ein Drittel. Die bewurzelten Steckhölzer werden wieder eingepflanzt, wobei ein Pflanzabstand von rund vierzig Zentimeter beachtet werden muss. Im nächsten Herbst haben sich darauf Sträucher entwickelt.

Stachelbeeren vermehren

Die Vermehrung von Stachelbeeren geschieht recht simpel mit Abrissen und Absenkern.

Stachelbeere

Vermehrung mit Absenker

Im Frühling werden kräftige Triebe vom Vorjahr flach auf den Boden gelegt. Der Boden sollte zuvor gelockert und mit Kompost optimiert worden sein. Die Triebe werden fest gehakt und mit Erde abgedeckt.

Während des Sommers häufelt man die Schosse, die sich aus den Augen der Triebe bilden, immer wieder an.

Die Schosse haben sich bis zum Herbst bewurzelt. Nun werden die heruntergelegten Triebe in Stücke geschnitten, sodass man mehrere Schosse mit Wurzeln erhält, die jeweils über ein kurzes Triebstück verfügen. Diese neuen Pflanzen werden nun eingepflanzt.

Vermehrung mit Abrissen

Für diese Vermehrungsmethode schneidet man die Mutterpflanze im Frühling bodennah zurück. Nun bilden sich viele junge Triebe aus dem Wurzelstock. Diese Jungtriebe werden im Sommer mehrmals angehäufelt.

Die Triebe haben bis zum Herbst Wurzeln entwickelt. Nun schneidet man die Trieb mit ihren Wurzeln ab und eingepflanzt.

Himbeeren und Brombeeren vermehren

Für die Vermehrung von Himbeeren gräbt man im Frühling oder Herbst kräftige Wurzelschösslinge aus und pflanzt diese auf einen anderen Platz ein. Die Mutterpflanze sollte jedoch gesund sein und einen reichen Ertrag haben.

Himbeeren

Brombeeren zu vermehren ist genauso simpel wie die Vermehrung von Himbeeren:

  • Die Triebspitzen von Rank-Sorten werden in kleine Bodenvertiefungen gelegt und mit Erde abgedeckt. An der Triebspitze werden sich recht schnell Wurzeln und ein Austrieb bilden. Im Frühling wird diese neue Pflanze abgeschnitten und an ihren Standort eingepflanzt.
  • Bei Sorten, die aufrecht wachsen, geht man wie bei der Vermehrung von Himbeeren vor.

Vermehrung von Kiwi, Gartenheidelbeere und Wein

Kiwis können mittels Ableger vermehrt werden – siehe Brombeere oder Stachelbeere. Gartenheidelbeeren lassen sich wie die Stachelbeere mit Wurzelschossen (Abrisse) oder Absenker vermehren.

Kiwi

Eine weitere Methode ist die Vermehrung mit Stecklingen:

  • Von einem halbreifen Trieb schneidet man im Juli oder August Stecklinge, die noch nicht verholzt, aber auch nicht zu weich sind.
  • Die Stecklinge werden in einen Topf mit Aussaaterde oder mit einem Torf-Sand-Gemisch gesteckt und mit Folie oder Glas abgedeckt.
  • Im Frühling pflanzt man die nun bewurzelten Stecklinge in kleine Töpfe.
  • Ins Beet werden sie nach einem weiteren Jahr ausgepflanzt.

Wein kann ebenfalls mittels Absenker oder Steckholz vermehrt werden. Für die Vermehrung durch Absenker ist darauf zu achten, dass der vorjährige Trieb kräftig genug ist. Für die Vermehrung durch Steckholz wird mitten aus einem Zweig ein Stück mit drei bis vier Knospen herausgeschnitten. Dieses Stück sollte rund dreißig Zentimeter lang sein. Das Triebstück wird unten leicht schräg unterhalb eines Auges geschnitten. Am oberen Ende wird ein paar Zentimeter oberhalb einer Knospe geschnitten. Nun steckt man das Stück bis zur oberen Knospe in die Erde.

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