Pfirsichbaum / Nektarinenbaum

Pfirsichbaum

Pfirsiche und Nektarinen mögen und brauchen die Wärme. In Gebieten, wo Weinbau betrieben wird, fühlen sich diese Obstarten besonders wohl.

Nektarinen haben im Gegensatz zu den Pfirsichen eine glatte Haut, die unbehaart und meistens rotgefärbt ist. Die Nektarine entstand durch eine Mutation der Pfirsichknospen. Ein Nachteil der Nektarine ist die hohe Anfälligkeit gegenüber der Kräuselkrankheit.

Standortansprüche

Sowohl der Pfirsich als auch die Nektarine brauchen einen warmen Standort mit möglichst viel Sonne. Zudem müssen diese beiden Obstarten gegen Frost geschützt werden. Für Gegenden mit harten Wintern sind Pfirsiche und Nektarinen nicht geeignet.

Der ideale Boden ist warm, locker und feucht. Ein hohes Alter erreichen Pfirsichbäume auf leichtem Boden, der einen Untergrund aus Kies besitzt.

Chlorose oder Gummifluß entstehen bei einem kalten, zu nassen oder zu kalkhaltigen Boden.

Unterlagen

Bei Pfirsichen werden Sämlinge als Unterlage verwendet. Darauf werden unterschiedliche Sorten und auch die Nektarine aufveredelt.

Tipps

Pfirsich als Buschbaum eignet sich auch für kleinere Gärten, denn der Durchmesser der Krone liegt zwischen vier und fünf Metern.

Wohnt man in einer für den Pfirsich klimatisch ungünstigen Gegend, lässt sich der Pfirsichbuschbaum für ein Obstspalier an der Hauswand nutzen. Hier wählt man eine Wand, die möglichst viel Sonne abbekommt und somit Wärme ausstrahlt. In einem rauhen Klima muss man jedoch damit rechnen, dass die Blüten in manchen Jahren erfrieren.

Pfirsich / Nektarinenbaum schneiden

Pfirsiche sind in der Regel einjährig, wenn sie gepflanzt werden. Kronenaufbau und Pflanzschnitt sind genauso durchzuführen wie bei der Sauerkirsche. Beim Pfirsich hat sich der Aufbau einer Hohlkrone bewährt, sodass diese Option ebenfalls zur Verfügung steht. Mit diesem Aufbau der Hohlkrone wird im Folgejahr nach der Pflanzung begonnen, wenn der Erziehungsschnitt durchgeführt wird: Man schneidet die Stammverlängerung heraus und lässt lediglich drei Leitäste stehen, die gleichmäßig verteilt sind. In den folgenden Jahren erfolgt dann der übliche Aufbau von Seitenästen und Leitästen.

Pfirsich neigt zur Spitzenförderung und er trägt lediglich an den Neutrieben, die sich im Vorjahr entwickelt haben. Der Teil hinter diesem Neutrieb verkahlt – also genauso wie bei der Sauerkirschensorte „Schattenmorelle“. Deshalb wird jedes Jahr mit einem Schnitt dafür gesorgt, dass sich genügend Neutriebe bilden können.

Die Entwicklung von großen Früchten kann gefördert werden – wenn man lernt, „falsche“ Fruchttriebe von „echten“ Fruchttrieben zu unterscheiden:

  • Falsche Fruchttriebe sind kürzer und schwächer als die echten Fruchttriebe. Zudem befinden sich auf den falschen Fruchtrieben fast nur Blütenknospen.
  • Echte Fruchtriebe sind mindestens fünfzig Zentimeter lang und haben die Dicke eines Bleistiftes. In der Regel bilden sich dort Knospen in Dreiergruppen: Außen stehen zwei Blütenknospen von rundlicher Form und zwischen diesen Knospen befindet sich eine Holzknospe von spitzer Form.

Kürzt man die echten Fruchttriebe um etwa die Hälfte ein, fördert man die Bildung von großen Pfirsichen und die Entwicklung eines starken neuen echten Fruchtriebes.

Die falschen Fruchttriebe werden bis auf ein oder zwei Augen (Knospen) zurückgeschnitten, sodass sich daraus im Folgejahr neue echte Fruchttriebe entwickeln können.

Des Weiteren gibt es Holztriebe, auf denen sich ausschließlich spitze und längliche Holzknospen gebildet haben. Diese Triebe werden komplett entfernt. Möchte man sie als Verlängerung von Seitenästen oder Leitästen nutzen, kürzt man sie ein. Außerdem befinden sich am Pfirsichbaum Triebe, die sehr kurz sind und zahlreiche Blüten vorweisen. Diese werden so belassen wie sie sind.

Der Sommerschnitt erfolgt Anfang Juni, wobei die Triebe entfernt werden, die zu dicht stehen oder nach innen wachsen. Ebenso werden die Konkurrenztriebe herausgeschnitten.

Seitenäste und Leitäste werden am besten nach der Blütezeit zurückgeschnitten. Auch der Schnitt von falschem und echtem Fruchttrieb erfolgt nach der Blüte. Man könnte auch vor oder während der Blütezeit schneiden, allerdings besteht dann das Risiko in Gebieten mit Spätfrost, dass aus Versehen echte Fruchttriebe mit falschen verwechselt und zu kurz geschnitten werden.

Pfirsich ist holzfrostgefährdet, wenn der Winter sehr kalt war. In solch einem Fall schneidet man die abgestorbenen Teile der Krone bis auf die Jungtriebe zurück, sie sich weiter unten befinden. Mit diesen jungen Trieben erfolgt dann der neue Kronenaufbau.

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