Weinrebe – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Vitis L.

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🌿 Weinrebe – Auf einen Blick

  • Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)
  • Verwendung: innerlich
  • Wichtig: EMA: nur die roten Weinblätter bewertet
  • Schutz: Wildform in Deutschland stark gefährdet und streng geschützt

Volksmund: Europäische Weinrebe, Traube, Reben

Weinrebe (Vitis riparia, Gattung Vitis): Ranke mit großen, gelappten Blättern und Trauben dunkler Beeren

Weinrebe,  Vitis L.
von BotBln, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Weinrebe

Steckbrief der Weinrebe
Wissenschaftlicher Name Gattung Vitis L.; Text: Europäische Weinrebe (Vitis vinifera L.)
Familie Weinrebengewächse (Vitaceae)
Verwendung innerlich
Bachblüten-Therapie Vine Bachblüte Nr. 32

Das Wissen über den Beginn der Weinrebenkultur verlor sich bereits vor langer Zeit. Wahrscheinlich stammt die Weinrebe jedoch aus Kleinasien. Bei den Ägyptern standen die Weinreben hoch in Gunst. Die Griechen hatten bereits vor rund 3000 Jahren ein umfangreiches Wissen über ihren Anbau. Sie aßen Trauben frisch oder sie pressten die Früchte zur Weingewinnung. Die Weinrebe war das Kultsymbol des Weingottes Dionysos (Bacchus). Deshalb zierte diese Pflanze viele Statuen und Gebäude der Antike.

Nach Europa gelangten die Weinreben durch die Phönizier, als diese im 6. Jahrhundert v. Chr. die heutige Stadt Marseille gründeten. In späteren Zeiten wurde die Kultur des Weinrebenanbaus überwiegend von religiösen Orden gepflegt. Durch die Veredelung der europäischen Weinreben mit nordamerikanischen Arten konnte die europäische Weinrebe im Laufe der Zeit resistenter gegen Schädlinge gemacht werden. Die Anwendung der Weinreben zu therapeutischen und diätetischen Zwecken ist vielseitig. Frische Trauben enthalten Wasser, Kohlenhydrate, Proteine, viel Kalium und unterschiedliche Vitamine. Getrocknete Weinbeeren enthalten etwa 70 Prozent Zucker; auch verbleibt in ihnen ein Großteil der Vitamine A und B. Getrocknete Weinbeeren (Rosinen und Korinthen) sind energiespendend, blutbildend und recht leicht verdaulich, da die unterschiedlichen Fruchtzucker sehr schnell vom Blut aufgenommen werden können. Aus diesem Grund wurden die Rosinen bei Schwächezuständen empfohlen. Zusätzlich wirken sie auch blutreinigend und desinfizierend.

Blaue Weintrauben enthalten venenstärkende Pigmente. Wissenschaftliche Untersuchungen haben zu der Erkenntnis geführt, dass das Öl von Weintraubenkernen über einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren verfügt. Voraussetzung für den Erhalt der wertvollen Inhaltsstoffe ist eine sorgfältige Verarbeitung. Dies gilt auch für die Herstellung von Wein, dieser galt früher als Allheilmittel und er war die Grundlage für zahlreiche Getränke und Tinkturen. Weißwein ist eher wassertreibend, Rotwein hat eine adstringierende Wirkung.

Die Wildform der Europäischen Weinrebe, die Wilde Weinrebe (Vitis vinifera subsp. sylvestris), ist in Deutschland in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft und streng geschützt (BfN, FloraWeb). Wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.

Heilkraft von Weinrebe

In der Volksmedizin werden der Weinrebe folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • abführend

    Abführend (laxierend) nennt man Mittel, die den Stuhlgang bzw. die Darmentleerung fördern.

  • adstringierend

    Zusammenziehend: Ein Adstringens wirkt auf Haut und Schleimhaut durch Eiweißfällung austrocknend und verdichtet das Gewebe an der Oberfläche.

  • antianämisch

    Antianämisch bzw. blutbildend bezieht sich auf Blutarmut (Anämie), bei der der rote Blutfarbstoff zu niedrig ist, und auf die Bildung der Blutzellen (Hämatopoese).

  • antiseptisch

    Antiseptisch bzw. keimtötend nennt man Mittel, die an Haut, Schleimhaut oder Wunden Krankheitserreger abtöten oder hemmen und so Wundinfektionen verhindern sollen.

  • blutreinigend

    „Blutreinigend“ ist ein Begriff der Volksmedizin für Mittel, die das Blut von Schadstoffen befreien sollen; die Fachmedizin verwendet ihn nicht, entgiftet wird über Leber und Nieren.

  • blutstillend

    Blutstillend (hämostatisch) nennt man Mittel, die zum Stillen einer Blutung angewendet werden.

  • cholesterinsenkend

    Cholesterinsenkend bezieht sich auf Lipidsenker, die erhöhte Blutfette wie Cholesterin im Blut senken.

  • gefäßverengend und blutdruckerhöhend

    Gefäßverengend heißt, dass sich Blutgefäße verengen; dadurch steigen Gefäßwiderstand und Blutdruck.

  • harntreibend

    Harntreibend (diuretisch) heißt, dass die Harnbildung in den Nieren verstärkt und mehr Urin ausgeschieden wird.

  • stimulierend (anregend)

    Stimulierend (anregend) heißt, dass die Tätigkeit der Nerven verstärkt, beschleunigt oder verbessert wird.

  • tonisch

    Tonisch heißt stärkend: Ein Tonikum ist ein Mittel, das den Körper oder einzelne Organe kräftigen soll.

Anwendung von Weinrebe

Die Weinrebe wird in der Pflanzenheilkunde innerlich angewendet. Anwendungen mit der Weinrebe in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Augenbindehautentzündung

    Traditionelle Augenkompressen, die eine gereizte Bindehaut beruhigen können.

  • Badetherapie

    Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.

  • Blutkreislauf

    Kräuter und Anwendungen, die die Durchblutung und den Blutkreislauf anregen können.

  • Blutung

    Traditionelle blutstillende Heilpflanzen für kleinere Blutungen.

  • Cellulite bekämpfen

    Massagen, Peelings und Kräuter, die das Hautbild bei Cellulite verbessern können.

  • Couperose

    Milde Pflege und Kräuter, die empfindliche Haut mit Couperose beruhigen können.

  • Hämorrhoiden

    Sitzbäder und Kräutersalben, die Hämorrhoidenbeschwerden lindern können.

  • Krampfadern

    Venenstärkende Kräuter und kühlende Anwendungen, die bei Krampfadern entlasten können.

  • Orangenhaut bekämpfen

    Massagen, Bürstungen und Kräuter, die das Hautbild bei Orangenhaut verbessern können.

  • Sommersprossen

    Aufhellende Hausmittel aus der Naturkosmetik, mit denen Sommersprossen verblassen sollen.

  • Venenentzündung

    Kühlende Umschläge und Kräuter, die eine ärztliche Behandlung der Venenentzündung begleiten können.

  • Wechseljahre

    Heilpflanzen und Hausmittel, die typische Wechseljahresbeschwerden lindern können.

⚠️ Hinweis: Selbst hergestellte Aufgüsse nicht am Auge anwenden – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Die EMA hat nur die roten Weinblätter bewertet – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Weinreben - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

Häufige Fragen zu Weinrebe

Woher stammt die Weinrebe?

Wahrscheinlich stammt die Weinrebe jedoch aus Kleinasien.

Wie kam die Weinrebe nach Europa?

Nach Europa gelangten die Weinreben durch die Phönizier, als diese im 6. Jahrhundert v. Chr. die heutige Stadt Marseille gründeten.

Was enthalten Rosinen?

Getrocknete Weinbeeren enthalten etwa 70 Prozent Zucker; auch verbleibt in ihnen ein Großteil der Vitamine A und B.

Wofür hat die EMA Weinblätter bewertet?

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA hat rote Weinblätter (Vitis vinifera) bei chronischer Veneninsuffizienz sowie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei schweren Beinen, bei Juckreiz und Brennen durch Hämorrhoiden und bei empfindlichen Hautkapillaren bewertet; unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.

Ist die Wilde Weinrebe geschützt?

Die Wildform der Europäischen Weinrebe, die Wilde Weinrebe (Vitis vinifera subsp. sylvestris), ist in Deutschland in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft und streng geschützt (BfN, FloraWeb). Wild wachsende Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.