Winterlinde – eine Heilpflanze der Volksmedizin
Tilia cordata P.Mill.

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🌿 Winterlinde – Auf einen Blick

  • Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
  • Wuchshöhe: bis über 30 m
  • Baum des Jahres: 2016 in Deutschland
  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Verwendete Pflanzenteile: junge Blütenstände mit Hochblättern, Rinde, Saft und Holz
  • Wichtig: die EMA-Bewertung betrifft nur die Lindenblüten; halten die Beschwerden länger als eine Woche an, zum Arzt

Volksmund: Winterlinde, Steinlinde

Winterlinde (Tilia cordata): Zweig mit herzförmigen, gesägten Blättern und hellgelben Blütenständen im Gegenlicht

Linde von N p holmes, CC BY-SA 3.0

Steckbrief von Winterlinde

Steckbrief der Winterlinde
Wissenschaftlicher Name Tilia cordata P.Mill.
Familie Malvengewächse (Malvaceae)
Wuchshöhe bis über 30 m
Verwendung innerlich und äußerlich
Baum des Jahres 2016 in Deutschland

Keine anderen Bäume haben in Sagen, Märchen und Dichtung, im Volksglauben und im Brauchtum eine größere Rolle gespielt als die Eichen und die Linden. Die Germanen weihten die Linde ihrer Göttin der Fruchtbarkeit. Ein Lindenblatt bringt Siegfried aus der Nibelungensage, der sich im Blut des Drachen badet, Unheil. Das Blatt fällt auf seinen Körper und verhindert so seine vollkommene Unverwundbarkeit. Die Linde galt als Schutz gegen böse Geister und Blitzschlag. Einst wurde unter der Krone dieser Bäume Gericht gehalten. Der meist sehr ebenmäßig wachsende Baum kann ein Alter von über 1000 Jahren erreichen. Winterlinden werden gern in Alleen gepflanzt. Der Winterlinde sehr ähnlich ist ihre nahe Verwandte, die Sommerlinde. Zur Unterscheidung: Die Sommerlinden sind in den Nervenwinkeln der Blattunterseite weißbärtig, die Winterlinden sind in den Nervenwinkeln der Blattunterseiten braunbärtig. Beide Lindenarten sind in ihrer Verwendung als Heilpflanze sehr ähnlich. Gesammelt werden die Lindenblüten mit den am Blütenstiel halb angewachsenen, bleichen Hochblättern. Dem Lindenblütentee wird eine schweißtreibende, krampflösende und sedative (beruhigende) Wirkung zugeschrieben. Er wird in der Volksmedizin bei Schlaflosigkeit, Magenverstimmung und Herzklopfen verwendet.

Die Winterlinde ist ein bis über 30 m hoch wachsender Baum. Die wechselständig angeordneten, gestielten, herzförmigen Blätter der Winterlinden sind scharf gesägt. Die Blattoberseiten sind dunkelgrün, in den Nervenwinkeln auf der Blattunterseite rostbraun. Die Blütezeit der Winterlinden liegt zwischen Juni und Juli. Die gelblichweiß gefärbten Blüten wachsen aus einem bleich grünlichgelben, länglich-zungenförmigen Hochblatt heraustretend in drei- bis sechzehnblütigen Blütenständen.

Standort von Winterlinde

Die Winterlinde wächst in Europa mit Ausnahme der südlichsten und nördlichsten Gebiete. Man findet Winterlinden bis in Höhenlagen von etwa 1800 m.

Heilkraft von Winterlinde

In der Volksmedizin werden der Winterlinde folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • erweichend

    Erweichend nennt man Mittel, die bei einer Verstopfung des Darmtraktes eingesetzt werden.

  • gallensekretionsfördernd

    Gallensekretionsfördernd (choleretisch) heißt, dass die Leberzellen mehr Galle absondern.

  • krampflösend

    Krampflösend (spasmolytisch) heißt, dass die Spannung der glatten Muskulatur gesenkt oder ihre Verkrampfung gelöst wird.

  • schlaffördernd

    Schlaffördernd nennt man Stoffe (Hypnotika), die den Schlafvorgang fördern.

  • schweißtreibend

    Schweißtreibend (diaphoretisch) nennt man Mittel, die das Schwitzen anregen.

  • sedativ

    Sedativ bzw. beruhigend heißt, dass Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft werden.

Verwendete Pflanzenteile von Winterlinde

In der Naturheilkunde benutzt man von den Winterlinden die jungen Blütenstände mit den Hochblättern, die Rinde, den Saft und das Holz. Gesammelte Pflanzenteile sollten rasch und schonend im Schatten getrocknet werden, danach bewahrt man sie gut verschlossen in einem lichtundurchlässigen Gefäß auf.

Inhaltsstoffe von Winterlinde

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind ätherisches Öl, Schleim, Gerbstoff, Flavonoide und Mangan.

Anwendung von Winterlinde

Die Winterlinde wird innerlich und äußerlich angewendet. Anwendungen mit der Winterlinde in der Naturheilkunde finden Sie auf diesen Seiten:

  • Albuminurie

    Traditionelle Hausmittel der Naturheilkunde rund um Eiweiß im Urin.

  • Alpdrücken

    Beruhigende Kräuter und Hausmittel für einen ruhigeren Schlaf ohne Alpdrücken.

  • Altersflecken entfernen

    Hausmittel aus der Naturkosmetik, mit denen Altersflecken aufgehellt werden sollen.

  • Angst

    Beruhigende Heilpflanzen und Hausmittel, die bei Angstgefühlen ausgleichend wirken können.

  • Augen

    Sanfte Kompressen und Kräuteranwendungen für müde und gereizte Augen.

  • Augenlidentzündung

    Hausmittel und Kompressen, die gereizte Augenlider beruhigen können.

  • Badetherapie

    Kräuterbäder und ihre Anwendung in der traditionellen Naturheilkunde.

  • Couperose

    Milde Pflege und Kräuter, die empfindliche Haut mit Couperose beruhigen können.

  • Gicht

    Kräuter und Ernährungstipps, die bei Gicht begleitend eingesetzt werden.

  • Hautflecken

    Aufhellende Hausmittel aus der Naturkosmetik bei Hautflecken.

  • Herzklopfen

    Beruhigende Kräuter, die bei nervösem Herzklopfen ausgleichend wirken können.

  • Hexenschuss

    Wärmeanwendungen und Einreibungen, die bei Hexenschuss entspannend wirken können.

  • Kopfschmerzen

    Pflanzliche Hausmittel und Anwendungen, die Kopfschmerzen lindern können.

  • Leber

    Leberfreundliche Heilpflanzen und Bitterstoffe, die die Leberfunktion unterstützen können.

  • Magenkrämpfe

    Krampflösende Kräuter und Wärme, die bei Magenkrämpfen wohltuend wirken können.

  • Magenverstimmung

    Bewährte Hausmittel, die einen verstimmten Magen beruhigen können.

  • Rheumatismus

    Wärmeanwendungen und Kräuter, die rheumatische Beschwerden lindern können.

  • Schlaf

    Beruhigende Kräutertees und Abendrituale, die das Einschlafen erleichtern können.

ℹ️ Hinweis: Die EMA-Bewertung betrifft nur die Lindenblüten – siehe Sicherheitshinweise.

ℹ️ Hinweis: Halten die Beschwerden länger als eine Woche an, sollte ein Arzt aufgesucht werden – siehe Sicherheitshinweise.

Quellen

Grundlage der bisherigen Texte:

  • Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen. Verlag Das Beste, ISBN-10: 3716600261
  • Der Kosmos Heilpflanzenführer: Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN-10: 3440162680
  • RHS Die große Pflanzen-Enzyklopädie von A – Z, DK Verlag Dorling Kindersley, ISBN-10: 3831017298
  • Wikipedia - Heilpflanze
  • Wikipedia - Liste von Heilpflanzen
  • Winterlinde - Wikipedia
  • Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, ISBN 3831032327

Für die Überarbeitung gelesen:

  • Wikipedia – Winterlinde (Volksname „Steinlinde“; Baum des Jahres 2016 in Deutschland; Wuchshöhe „bis über 30 Meter“; gelesen am 14.10.2026)

Häufige Fragen zu Winterlinde

Welche Rolle spielte die Linde im Volksglauben?

Die Linde galt als Schutz gegen böse Geister und Blitzschlag. Einst wurde unter der Krone dieser Bäume Gericht gehalten.

Wie unterscheidet man Winterlinde und Sommerlinde?

Zur Unterscheidung: Die Sommerlinden sind in den Nervenwinkeln der Blattunterseite weißbärtig, die Winterlinden sind in den Nervenwinkeln der Blattunterseiten braunbärtig.

Wann blüht die Winterlinde?

Die Blütezeit der Winterlinden liegt zwischen Juni und Juli.

Wofür hat die EMA Lindenblüten bewertet?

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die getrockneten Lindenblüten von Winterlinde (Tilia cordata), Sommerlinde (Tilia platyphyllos) und Holländischer Linde (Tilia x vulgaris) bewertet und als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft, dessen Anwendung auf langjähriger Erfahrung beruht.

Wer sollte Lindenblüten nicht anwenden?

Als Gegenanzeige nennt die EMA lediglich eine Überempfindlichkeit gegen Lindenblüten. Da die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit nicht belegt ist, wird die Anwendung in dieser Zeit nicht empfohlen.